Satirische Gedichte Archiv

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Heinrich Heine nimmt Abschied von der Glühbirne

Heinrich Heine ist hier stets ein gern gesehener Gastautor. Daher sind wir sehr froh, dass der Dichter sich erneut bei uns zu einem Thema äußert, das wohl nicht nur ihm besonders nahe geht: Das Ende der Glühbirne.

Du bist gestorben und weißt es nicht,
Erloschen ist dein Wolframlicht,
Zerbrochen ist dein heller Schein,
Du bist nun fort, ich bin allein.

In einer kalten Sommernacht
Hat die EU dich umgebracht;
In Scherben liegst du da, erkaltet,
Deine Wärme abgeschaltet.

Du hast die Nacht zum Tag gemacht,
Und wie die Sonne stets gelacht;
Nie mehr wirst du mich erfreuen,
Nie mehr deinen Glanz verstreuen.

Traurig senke ich mein Haupt,
Bin meiner Lichtquelle beraubt,
Im Dunkeln eine Träne fließt,
Als Quecksilber mein Herz umschließt.

Lebe wohl, geliebte Freundin…

Grafik: Copyright by “Bildergeschichten & Cartoons”. Alle Rechte vorbehalten.

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7

Leise rieselt die FDP (Advent, Advent, noch drei Prozent)

Leise rieselt der Schnee,
still weint die FDP,
Rösler kauert im Wald:
Freue dich, das Ende kommt bald.

In der Unterhose wird es kurz warm,
still steigt Kummer und Scham,
letzter Funken Stolz verhallt:
Freue dich, das Ende kommt bald.

Bald ist Schicht im Schacht,
Chor der Wähler erwacht,
hört nur wie düster es schallt:
Freue dich, das Ende kommt bald!

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Grafik: Copyright by Andreas Prüstel, via toonpool.de. Alle Rechte vorbehalten.

 
5

Georg Trakl – Der Euro

Der kaputte EuroDer Euro. Ein lyrischer Kommentar zur Eurokrise, von Georg Trakl (1887 – 1914)

Über Europa schimmert bleich
die Währung, die uns Kummer macht,
der Henker am dunklen Teich
pfeifft lautlos in die Nacht.

Ein Grieche weint – ein andrer lacht.
Die Konten sinken und steigen -
Schweigen! Schweigen!

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Das Christkind beim Finanzamt

Das Christkind beim Finanzamt

Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen,
es war beim Finanzamt zu betteln und fleh’n.
Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer,
verlangt vom Christkind die Einkommenssteuer.
Das Amt will noch wissen ob es angehen kann,
dass das Christkind soviel verschenken kann.
Das Finanzamt hat so nicht kapiert,
wovon das Christkind dies finanziert.
Das Christkind rief: “Die Zwerge stellen die Geschenke her”,
da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.
Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben,
und die Erlöse wären anzugeben.
“Ich verschenke das Spielzeug an Kinder”, wollte das Christkind sich wehren,
dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,
wäre dieses jetzt besser zu sagen.
“Meine Zwerge besorgen die Teile,
und basteln die vielen Geschenke in Eile.”

Das Finanzamt fragte wie verwandelt,
ob es sich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt.
Oder kamen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,
von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz.
“Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld.”
“Ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt.”
“Aus allen Ländern kommen die Sachen,
mit denen wir die Kinder glücklich machen.”
Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,
denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.
Das Finanzamt, von diesen Sachen keine Ahnung,
meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.
Mit diesen Sachen, welch ein Graus,
fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.
Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein,
und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Mit freundlicher Erlaubnis von weihnachten.at, Verfasser leider unbekannt.

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Wer je gelebt in Lobbyarmen…

Fragwürdige Gesetzesänderungen, peinliche Fettnäpfchen und die nackte Unfähigkeit zum Regieren. Wo haben unsere Politiker bloß ihren Kopf?

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Wer je gelebt in Lobbyarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müßt er sterben fern, allein,
Er fühlte noch die sel’ge Wärme,
Wo er gelebt im Endgedärme,
Und noch im Tode strahlt er fein.

Frei nach Theodor Storm.

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel, via toonpool.de.

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