Zusammenschluss von IS und Boko Haram: Kartellamt spricht Bedenken aus

Boko-ISEinige Kartellwächter sehen den geplanten Zusammenschluss der beiden islamradikalen Terror-Organisationen IS und Boko Haram nicht ganz unkritisch. Nach Einschätzung des Bundeskartellamts könnte die Fusion zu noch mehr inhaltsleeren Empörungen westlicher Politiker führen. Ihre Bedenken hat die Behörde nun der EU-Kommission übermittelt, sagte ein Sprecher gegenüber der Presse.

Angesichts der kartellrechtlichen Bedenken hat sich der IS nun unter anderem dafür stark gemacht, Starthilfe für einen neuen Wettbewerber anbieten zu dürfen. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies nicht nötig sein werde. Der geplante Zusammenschluss führe nämlich bei näherer Betrachtung nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung der beteiligten Organisationen auf den relevanten Anschlags- und Märtyrermärkten. Aufgrund der unterschiedlichen geografischen Schwerpunkte komme es in den betroffenen Verbreitungsgebieten außerdem zu keinen Überschneidungen der Tätigkeiten der beiden Gruppen.

Das bedeutet, der islamistische Terror erreicht mit dieser Verbindung zwar durchaus eine Alleinstellung oder kommt ihr zumindest nahe. Angesichts der „vielen verblendeten Idioten in dieser Welt, in denen viel Potential für andere Terror-Organisationen steckt“, sei der Zusammenschluss dennoch zu erlauben, erklärte das Bundeskartellamt.