„Weitere Provokation“: Russischer Hilfskonvoi hatte tatsächlich nur Hilfsgüter geladen

HilfskonvoiAls der russische Hilfskonvoi über die Grenze in die Ukraine fuhr, wurde dies von ukrainischer Seite besorgt als direkte Invasion bezeichnet. Und auch in der restlichen EU war man davon überzeugt, dass die russischen Laster keine humanitäre Hilfe, sondern Waffen und Munition für die Separatisten in der Ost-Ukraine transportierten.

Nun ist der Konvoi wieder abgezogen und Journalisten vor Ort konnten sich inzwischen davon überzeugen, dass hinter den Planen tatsächlich nur dringend benötigte Güter wie Wasser, Babynahrung, Decken und Schlafsäcke lagen. Für die westliche Staatengemeinschaft ein Skandal.

Die ukrainische Regierung spricht von einer weiteren Provokation, mit der Putin eine rote Linie überschritten habe. „Wir waren zu Hundert Prozent sicher, dass der Konvoi alles andere als Hilfsgüter geladen hatte, und dann das! So kann das nicht weitergehen!“, hieß es aus Kiew.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich enttäuscht über Russlands Verhalten, das die Beziehungen zum Westen noch stärker gefährden könnte. Putin habe bewusst Hilfsgüter in die Ukraine entsendet, um die Regierung in Kiew an der Nase herumzuführen. „Es ist besorgniserregend, dass Herr Putin davon abweicht, stereotyp zu handeln. Dieses Täuschungsmanöver zerstört jegliche Basis, die wir in der EU in den letzten Wochen und Monaten mit Russland geschaffen haben“, sagte Merkel.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betrachtet den Hilfskonvoi ebenso als Affront. Seiner Meinung nach müsse Deutschland schnellstmöglich darauf reagieren und ebenfalls eine Laswagenkolonne in die Ukraine schicken. Diesmal aber wirklich mit Waffen geladen. So wie es sich gehört.

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