Walfangverbot: Japaner beklagen Forschungsstillstand

WalfangverbotDas Walfangverbot, das der Internationale Gerichtshof gegen Japan ausgesprochen hatte, erntet inzwischen immer mehr Kritik. Die Jagd diente schließlich rein wissenschaftlichen Zwecken und so beklagen immer mehr japanische Wissenschaftler, dass wichtige Forschungen zum Erliegen gekommen seien.

„Wir werden jetzt wohl nie erfahren, ob der Wal auch wirklich kein Fisch ist“, erklärt Horiyoshi Kazai vom Instut für Meeresbiologie in Tokio. „Wir waren kurz vor dem Durchbruch. Noch ein paar Hundert Wale mehr und wir hätten den endgültigen Beweis erbringen können“, sagt der enttäuschte Wissenschaftler.

Doch auch viele andere Forschungsgebiete müssen nach und nach eingestellt werden: Wieviel Walfleisch kann beispielsweise ein durchschnittlicher japanischer Geschäftsmann essen, bis er sich übergibt? Wie schnell verwest ein Walkadaver unter verschiedenen klimatischen Bedingungen? Sehen alle Wale von innen gleich aus oder gibt es geographische Unterschiede? Und, besonders kontrovers diskutiert: Wieviele Wale muss man aus dem Ozean holen, damit der Meeresspiegel um zwei Zentimeter sinkt?

Auch ein Herzensprojekt vieler Japaner musste dran glauben, nämlich die Frage, wieviele Wale man hochkant übereinanderstapeln kann. Dies ist seit Jahren ein regelrechtes Streitthema in der Forschung, denn entgegen der weitläufigen Meinung, dass bei 27 Walen Schluss sei, behaupteten einige Wissenschaftler, es wären bei entsprechnder Planung weit über 30 Wale möglich. „Wir hatten nach 9 Jahren voller verpatzter Versuche endlich 29 Wale stapeln können, doch jetzt hat uns der Internationale Gerichtshof einen Strich durch die Rechnung gezogen. Eine Schande ist das“, lässt sich ein verärgerter Wissenschaftler zitieren.

Während Tierschützer das Walfangverbot feiern, steht die Forschung in Japan nahezu komplett still. Die Medien sind sich einig: Japan soll damit in seinem Fortschritt gebremst werden.

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