Von der Arbeit in einem Sexshop: Zu viel Information

Danke, zu viel Information! Diesen Satz hat vielleicht jeder schon mal gesagt oder gedacht, als man in einem Gespräch plötzlich ungefragt mit irgendwelchen Details konfrontiert wurde. Details, die man nicht hören wollte. Weil sie peinlich, unangenhem, doof oder schlichtweg widerlich waren.

Was davon auf folgendes Erlebnis zutrifft, kann der einzelne Leser für sich selbst beurteilen.

Ein Kunde kommt eines Abends aus dem Kino heraus. Etwa 40 Jahre alt, groß und übergewichtig. Er hat die Ärmel seins Hemdes hochgekrempelt und scheint wohl ein kleines Problem zu haben.

Hallo? Entschuldigung? Schon beim Öffnen der Kinotür buhlt er um meine Aufmerksamkeit. Die soll er bekommen.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Habt ihr irgendwo Handschuhe?
Handschuhe? Der Groschen fällt…
Ja, so Latexhandschuhe, die auch Ärzte benutzen. Der Groschen fällt weiter…
Ah… Und weiter…
Ja, ist fürs Fisten viel praktischer, weißt du? Ist gefallen.
Ja, denke ich mir.
Und an dieser Stelle hätte der Dialog langsam ausklingen können. Ich würde ihm sagen, dass wir keine Handschuhe zur Verfügung haben, aber meinem Chef diesen Kundenwunsch gerne zutragen werde. Aber es kommt anders.
Ich hab da drin zwei Jungs gefistet und jetzt hab ich so Zeug unter den Fingernägeln. Siehst du? Er streckt seine Hand in meine Richtung. Ich bevorzuge es allerdings, nicht genau hinzuschauen. Vielmehr kann ich es nicht fassen, was da gerade passiert. Wo zum Teufel bin ich hier?
Ja, was auch immer.
Hast du vielleicht etwas, womit ich das rauspulen kann? Ne Nagelschere oder sowas?
Nein, tut mir Leid.
Mist. Und die Handschuhe?
Nein, haben wir leider nicht.
OK. Na dann versuch‘ ich’s nochmal mit Waschen.
Alles klar. Viel Glück.
Und damit dreht er sich um und verschwindet wieder ins Kino. Witzigerweise verließ er es erst nach 3 bis 4 Stunden. Und ich bezweifle, dass er in der Zeit lediglich seine Finger gesäubert hat. Ob es ihm allerdings gelungen ist, sagte er beim Gehen nicht mehr.

Danke.

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