Von der Arbeit in einem Sexshop: Nackte Erfahrungen

Es ist zwar schwer zu glauben, aber in einem Pornokino lässt für gewöhnlich jeder nach kurzer Zeit die Hosen runter. Ähnlich wie auf der Toilette, nur mit anderen Absichten. Im Idealfall. Obwohl das Wehklagen der Putzkolonne am nächsten Morgen schon etwas für sich haben kann. Doch darum soll es (diesmal) nicht gehen.

Vielmehr möchte ich die Vorliebe mancher Kunden, nicht nur die Hose, sondern gleich alles auszuziehen, zur Sprache bringen. Nudistisch veranlagte Menschen also, die es lieben so herumzulaufen, wie irgendein geschmacksverirrter Gott sie geschaffen hat.

Nicht schlimm, sagt ihr? Stimmt. Sollen die Kunden doch im schummrigen Kino machen, was sie wollen. Anders verhält es sich jedoch, wenn das Geschehen aus dem Kino nach draußen verlagert wird. Das Wort „schlimm“ ist dann sogar noch untertrieben. Glücklicherweise spielten sich die zwei nachfolgenden Situationen in der Schicht eines Kollegen. Bei Kasimir dem Großen, nämlich. Leser der ersten Stunde werden sich bestimmt noch an ihn erinnern.

Kasimir war noch relativ neu bei uns, als eines Abends zu später Stunde ein splitterfaser nackter Kunde aus dem Kino heraustrat. Kasimir wusste nicht wie ihm geschah, denn auf solche Situationen hatte ihn niemand vorbereitet. Aber vielleicht war das ja normal in solch einem Laden, wer weiß. Schließlich tat er instinktiv das Falsche: Nichts. Sprachlos sah Kasimir zu, wie der Kunde gut gelaunt auf ihn zukam, ihm ein Eurostück auf die Theke legte und ein Getränk aus dem auch für Kunden zugänglichen Kühlschrank entnahm. Auf dem Weg zurück ins Kino ließ sich der Nackedei dann auch noch reichlich Zeit, schaute sich am Gemächt kratzend im Laden um und lächelte vergnügt, vielleicht mit dem Gedanken, Kasimir damit einen Gefallen zu tun.

Als besonders schlimm kann man dieses Erlebnis natürlich nicht bezeichnen. Höchstens als illegal, denn Sexshop hin oder her, es handelt sich trotz Eintrittsverbot für Minderjährige immer noch um ein öffentliches Geschäft. Und wie das mit dem Nacktsein in der Öffentlichkeit aussieht, sollte wohl jeder wissen.

Wie dem auch sei, Kasimir war zu dem Zeitpunkt alleine im Geschäft, sodass andere Personen sich nicht belästigt fühlen konnten. Also haben wir Kollegen lediglich herzhaft gelacht, als wir die Geschichte hörten.

Irgendwann sollte Kasimir es jedoch erneut mit einem Nackten zu tu haben. Nur dieses mal konnte und musste er viel drastischer reagieren:

Plötzlich ging eines Abends der Feueralarm los. Der Ton signaliserte, dass der Notausgang im Kino geöffnet wurde. Da dies zu einer Lieblingsbeschäftigung zahlreicher Idioten, die zu uns ins Kino gehen, gehört, rief Kasimir natürlich nicht sofort die Feuerwehr, sondern schaute erst nach, warum die Tür zum Notausgang überhaupt offen war. Dafür ging er hinaus auf die Straße, denn besagter Notausgang befindet sich nur knappe fünf Meter vom Geschäftseingang entfernt. Als Kasimir jedoch auf die Straße trat, meinte er gleich Amok laufen zu müssen, wie er es später schilderte. In der Tür stand ein nackter Mann und onanierte. Zur Straße hin wohlgemerkt, während Passanten angewidert einen Bogen um die Stelle machten. Kasimir schrie den Mann an, er solle „verdammt noch mal wieder ins Kino reingehen und die beschissene Notausgangstür zumachen.“ Dieser sehr forschen Aufforderung kam der Nackte augenblicklich nach und Kasimir ging wieder in den Laden hinein, um mit einem kühlen Getränk seine Nerven zu beruhigen.

Der Alarm war inzwischen wieder verstummt, doch keine 10 Minuten später ging er wieder an. Es folgte das gleiche Spiel: Kasimir rannte nach draußen und sah, wie befürchtet, denselben Mann erneut im Notausgang stehen. Nackt, versteht sich. Und, wie sollte es anders sein, mit seinem besten Stück in der Hand. Ein äußerst wütender Kasimir stürmte nun auf den Nackten zu, der jedoch widererwarten schnell reagierte, indem er sich ins Kino begab und die Notausgangstür vor Kasimir zuknallte. Diesem reichte es jetzt. Er betrat den Laden, ging durch den normalen Eingang ins Kino und es dauerte nicht lange, bis er den Exhibitionisten entdeckte. Dieser war gerade dabei sich eilig anzuziehen. Kasimir ging auf ihn zu und sagte nur ein einziges Wort: „Raus!“ Der Kunde stammelte noch überflüssigerweise „…aber ich habe doch gar nichts gemacht“, bevor Kasimir ihn endgültig packte und unsanft auf die Straße beförderte.

Durch den dafür vorgesehenen Ausgang, natürlich. Und nicht ohne ein Hausverbot zu erteilen.

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