Von der Arbeit in einem Sexshop: Kein Bier da?

Bei uns bekommt jeder Kunde beim Erwerb einer Kinokarte ein Gratisgetränk dazu. Es gibt frischen Kaffee und die üblichen Softdrinks aus dem Hause Coca Cola. Dass viele eher ein kühles Bier trinken wollen, ist legitim. Wie jedoch manche reagieren, wenn sie keins vorfinden, ist schlicht und ergreifend bescheuert. So auch neulich:

Ein Mann um die 40, gepflegt, in einem beigen Anzug, betritt den Laden, schaut sich lange um, stöbert in allen Regalen und schielt des öfteren zum Kinoeingang herüber. Insbesondere dann, wenn die Tür aufgemacht wird und jemand hinein- oder hinausgeht. Dann tut er, was alle tun: Er kommt zu mir rüber, legt den Eintrittspreis von 10 Euro auf den Tisch und wünscht ins Kino zu gehen. Ich kassiere und weise dabei auf das Getränk hin:

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Sie bekommen noch ein Freigetränk dabei.
Ein Bier.
Tut mir Leid. Haben wir nicht.
Was? Kein Bier da? Er verzieht das Gesicht.
Ähm, nein. Wir haben Kaffee und diverse Softdrinks. Ich zeige auf die Kaffeemaschine und den Getränkeschrank mit der Glastür neben der Kasse.
Na gut, dann eben nicht…
Alles klar, dann können Sie sich einfach bedienen, wenn sie wollen.
Nein, ich will mein Geld zurück.
Ähm… Ich schaue ihn etwas ungläubig an.
Ja, jetzt gib mir schon meinen Zehner wieder. Und zwar dalli. In seiner Stimme und in seinem Blick liegt plötzlich eine unglaubliche Arroganz.
Sie wollten also im Grunde nicht ins Kino, sondern nur 10 Euro für ein Bier bezahlen? Währenddessen mache ich die Kasse auf und drücke ihm den Schein in die Hand.
Geht dich doch nix an, was ich will. Ich denke du willst mich verarschen,  geht mir nur noch durch den Kopf.
Ist ja gut, mit Verrückten soll man eh nicht diskutieren. Ich atme einmal tief ein und aus und verdrehe die Augen.
Was hast du gesagt? Er legt seine Stirn in Falten. Habe ich ihn etwa verärgert? Gut, treiben wir’s auf die Spitze. Ich lächle ihn freundlich an und sage:
Nix, ich hab nur gehustet.

Daraufhin geht er. Wahrscheinlich irgendwo ein Bier trinken.