Von der Arbeit in einem Sexshop: Eine weitere dumme Frage

Dumme Fragen sind in einem Sexshop nichts besonderes, wie aufmerksame Leser hier schon des öfteren miterleben konnten. Meistens komme ich ganz gut damit klar, vor allem weil ich mir Mühe gebe stets eine (gemeine) Antwort parat zu haben. Am letzten Wochenende jedoch stellte man mir eine Frage, auf der ich spontan nur mir einem verwirrten Kopfschütteln reagieren konnte. Unfassbar.

Ein durchschnittlicher Kunde wünscht einen Kaffee mit in unser Kino zu nehmen. Dass er mich dabei die ganze Zeit angrinst, ignoriere ich routiniert, indem ich außerordentlich aufmerksam die Ladendecke inspiziere. Als sein Kaffee fertig ist und er bezahlt, sagt er: „Entschuldigen Sie, sind Sie homosexuell?“ (Nein, das ist nicht die besagte Frage). Die sexuelle Orientierung wird durchaus öfters erfragt, also antworte ich freundlich: „Nein, bin ich nicht“, und denke, es ist alles gesagt worden. Tja, falsch gedacht… Die Frage aller Fragen stellte er unmittelbar danach: „Warum denn nicht?“

Warum denn nicht… Warum ich nicht schwul bin? Vielleicht aus den gleichen Gründen, warum ich kein Fakir bin: Lasse mich nun mal nicht gerne nageln. Doch egal, was ich gesagt hätte, ich befürchtete, er würde mit derselben Gegenfrage kontern: Aber warum denn nicht? Zumindest sein Grinsen verriet mir, dass ich womöglich Recht behalten würde, also behielt ich die möglichen Antworten für mich.

Warum denn nicht… Was zur Hölle ist das denn bitte für eine Frage? Ich hebe eine Augenbraue hoch, bei gleichzeitigem Stirnrunzeln und tiefem Luftholen, schüttele den Kopf und frage ebenfalls zurück: „Sagen Sie, wollen Sie mich verarschen?“ Wirklich, ich hätte mit einem „Ja“ gut leben können, stattdessen verzieht er nur das Gesicht und sagt in einem äußerst beleidigtem Tonfall: „War ja nur ’ne Fraaageee!“

Von mir doch auch. Seltsam.