Von der Arbeit in einem Sexshop: Der imaginäre Freund

Es war mal wieder soweit: Ein weiteres Kapitel im Buch der Trottel wurde aufgeschlagen…

Ich stehe bei der Arbeit hinter meinem Tresen, als ein unscheinbarer Kunde mittleren Alters hereinkommt und nachdem er freundlich gegrüßt hat, sagt er, er möchte gerne ins Kino. „Das macht 10 Euro“, erwidere ich und warte darauf, dass er sein Geld aus der Brieftasche herauskramt. Tut er aber nicht. Stattdessen beugt er sich leicht vor und sagt mit einem schiefen Grinsen: „Ich bin aber nicht alleine“, was mich wiederum etwas verwirrt. Also beuge ich mich ebenfalls vor und schaue nach links in die Tiefe des Ladens hinein, um zu sehen ob ich eine zweite Person aus den Augen verloren hatte. Fehlanzeige. Da ist niemand. Ich schaue dann nach rechts, um zu beobachten, ob vielleicht noch jemand im Eingang steht bzw. gerade nachkommt. Auch hier: Fehlanzeige.

Daraufhin schaue ich den immer noch schief grinsenden Kunden an und frage mit einem äußerst irritierten Blick: „Mit wem sind Sie denn hier?“ Er jedoch sagt kein Wort, sondern grinst mich einfach nur an. Ab diesem Moment wird mir das Ganze zu dumm. ich hebe eine Augenbraue und wiederhole kalt: „Das macht 10 Euro“.

Der Kunde zahlt und verschwindet im Kino.

Was sollte das Theater? War das mal wieder ein absolut bekackter Annäherungsversuch? Oder hatte der Idiot vielleicht einen imaginären Freund? Verdammt, ich hätte einfach doppelt kassieren sollen.