Von der Arbeit in einem Sexshop: Bizarre Fetische

Achtung, jetzt wird es gleich ein wenig pervers. Wobei, was ist schon pervers? Liegt doch immer nur im Auge des Betrachters – oder? Ach und keine Sorge, ich bleibe jugendfrei. Mehr oder weniger.

Wenn man in einem Sexshop arbeitet, bekommt man mit der Zeit einen Einblick in die bizarrsten sexuellen Vorlieben und abgefahrensten Fetische, die man vorher niemals für möglich gehalten hätte. Ich jedenfalls habe bei meiner Arbeit folgendes gelernt:

Stelle dir das ekligste und irrsinnigste vor, was Menschen (legal) tun können oder brauchen um sexuelle Erregung zu empfinden und sei dir sicher, dass es irgendwo irgendjemanden gibt, der eine Vorliebe dafür hat. Garantiert.

Eines der skurrilsten Fetische überhaupt ist in meinen Augen der sog. Klinik-Fetisch, bei dem Menschen – meist Männer – Befriedigung darin finden, wenn sie sich in die Hände von Ärztinnen und Krankenschwestern begeben. Damit ist jedoch kein harmloses Rollenspiel im klassischen Sinne gemeint, bei dem die Frau lediglich ein erotisches Kostüm anzieht. Bei diesem Fetisch sind die Begriffe tatsächlich wörtlich zu nehmen: In den enstprechenden Studios arbeitet nämlich medizinisches Personal, das die freiwilligen „Patienten“ fachgerecht untersucht und „behandelt“. Es ist also zwar immer noch eine Art Rollenspiel, aber ein durchaus äußerst realistisches.

Wie das Ganze aussieht? Nun, das will ich eigentlich gar nicht genau wissen, aber  ein wenig Fantasie reicht auf jeden Fall aus um sich ungefähr etwas vorstellen zu können. Dabei kann es entweder passieren, dass man angewidert das Gesicht verzieht, in schallendes Gelächter ausbricht, beides zusammen oder – das mag es ja sicherlich auch geben – wohlwollend überlegt wo in der Nähe man sowas erleben könnte.

Auf mich persönlich trat meistens der zweite Fall zu. Die Dinge sind viel zu abgefahren um nicht darüber lachen zu können. (Nicht persönlich nehmen, meine  lieben kleinen Perveslinge)

Neugierig?

Nachfolgend einige bizarre Auszüge aus der Angebotsvielfalt verschiedener „Kliniken“, die ich beim Blättern in diversen Fachmagazinen gefunden habe:

– […] In diesem Behandlungszimmer werden kompromisslose Rosettenmanipulationen sowie tiefgreifende und fachgerechtte Darmbehandlungen durchgeführt.


– Nadelungen, Nähspiele, Dauerkatheter


– Unterspritzungen mit NACL-Infusionen


Bewusstseinsreduktion, Meatomie, Sonden-Anlagen, Magensonden, Inzisionen, Circumcisionen


– Peinliche Untersuchungen, strenge Musterungsuntersuchungen, Reizstrom-Belastungstherapie


– Menstruationsfütterungen, Zwangsejakulationen


– Inszenierte Schlachtungsrituale von der Aufzucht, Mast, bis hin zur Entsamungsstation


– Japanische Tanzhöschen

Na?

Ganz ehrlich, mit einigen Begriffen konnte ich absolut nichts anfangen, doch brachte die recherchierte Auflösung durchaus den einen oder anderen erschrockenen Gesichtsausdruck mit sich. Man kann ja selbst ein wenig seine Lieblings-Suchmaschine bemühen, auf direkte Links habe ich nämlich bewusst verzichtet.

Was es nicht alles gibt… Aber jedem das seine, nicht wahr?