Von der Arbeit in einem Sexshop: Alarmstufe Rot!

Preisfrage: Wie erwecke ich in Paramantus den Wunsch, mit einer Eisenstange auf mich einzudreschen, bis von mir nur noch ein blutiger Klumpen Brei übrig bleibt?

A: Ich gehe im Kino an mein klingelndes Handy ran und fange an zu telefonieren. B: Ich steige zum Diktator auf und verbiete das Tragen des Minirocks. C: Ich wähle NPD. D: Ich äußere Wünsche, die illegale Handlungen zum Gegenstand haben.

Na?

Ich lasse offen, ob mehrere Lösungsvorschläge richtig sind und picke die auf jeden Fall richtige Antwort D heraus:

Ein Mann kommt in den Laden, schaut sich ein paar Minuten lang bei den DVDs um, bis er mich schließlich um Rat fragt. Er wäre auf der Suche nach SM-Filmen mit Schwangeren. Ein ungewöhnlicher Wunsch, wie ich zugeben muss, jedoch kein Fetisch, den es so nicht gibt. Also zeige ich ihm nach kurzer Suche eine DVD, von der ich weiß, dass eine schwangere Frau darin vorkommt. Es handelt sich dabei um einen Bondage-Film mit leichten SM-Tendenzen. Fesselsspiele, Wachs, Schläge auf den Hintern.

Der Kunde schaut sich die Bilder auf dem DVD-Cover genau an, gibt sie mir jedoch leicht nörgelig mit den Worten zurück:

Neee, zu soft. Habt ihr nix, wo die Frau so richtig in den Bauch geschlagen wird? Also mit Fäusten und Gegenständen und so. Oder wo sie richtig getreten wird? Geschlagen? Getreten? In den Bauch? Geht’s noch?

Wie bitte? In meinen Worten spiegelt sich keine freundliche Nachfrage wider. Fetisch hin oder her, aber wenn dritte Personen – in diesem Fall ein ungeborenes Kind – unfreiwillig eingebunden sind, dann geht das über jegliche Toleranzgrenze hinaus.

Hab da mal im Internet so’n Video gesehen, wie eine zusammengeschlagen wurde, da ist sogar die Fruchtblase geplatzt. Dachte ihr hättet da was.

Sie wissen das sowas nicht legal ist?

Naja, in solchen Läden kann man doch alles kriegen, dachte ich. Dabei zwinkert er mir zu und ein verschmitztes Grinsen legt sich auf sein Gesicht, das in diesem Zusammenhang aber wie eine widerliche Grimasse erscheint. Mir platzt fast der Kragen. Von Null auf Hundert innerhalb weniger Herzschläge.

Raus. Ich beiße die Zähne zusammen und zeige mit dem Kopf in Richtung Ausgang.

Was? Sein Grinsen gefriert.

Ich sagte: Raus.

Oh, ähm, wollte nicht… Was? Dich daran aufgeilen, wie eine schwangere Frau getreten wird, du kranker Freak? Das Adrenalin sprudelt in mir wie eine Ölquelle und so kann ich mich lediglich wiederholen:

Raus. Er ist sichtlich nervös, seine Stirn ist plötzlich von Schweißperlen übersät.

Oh, äh, War echt nur ein Scherz. Mag sein. Es ist mir egal.

Ich sag’s nur noch ein einziges mal: Raus! Und dann geht er endlich. Mit erstaunlich schnellen Schritten.

Kunden, die mir mit purer Dummheit, plumper Dreistigkeit oder falschen Hygienevorstellungen entgegentreten, mögen zwar stressig und mehr als nur nervig sein, aber sowas hier geht zu weit. Egal, ob nun Scherz oder nicht.