USA: Republikaner punkten mit Ehrlichkeit

Der Wahlkampf in den USA nimmt eine unerwartete Wendung. Weil Barack Obama nachwievor bei Umfragen in Führung liegt, sehen sich die Republikaner um Mitt Romney gezwungen, eine neue, bisher noch nie angewandte Taktik auszuprobieren: sie sagen die Wahrheit.

Besonders in der Diskussion um den absoluten Abtreibungsverbot ließ Romney über einen Sprecher seines Wahlkampfbüros verlauten, dass man durchaus zu Kompromissen bereit wäre. So sei eine Abtreibung in gewissen Fällen, wie etwa nach einer Vergewaltigung durch einen Schwarzen selbstverständlich erlaubt.

Ein klares Nein zur Abtreibung gibt es jedoch nachwievor in Fällen von Inzest. Doch auch dafür liefern die Republikaner ehrliche Gründe: “Wir müssen schließlich unsere Wählergruppe sichern”, sagte Romneys Vize Paul Ryan zu diesem umstrittenen Punkt. “Man muss schließlich auch an die eigene politische Zukunft denken. Inzestgeschädigte Hillbillies sind nun mal unsere größten Befürworter.”

Die Wahrheit als neue Wahklampftatktik kommt jedoch nicht überall gut an. Während die einen von politischem Selbstmord sprechen und die Republikaner für ihre neue Taktik belächeln, werfen ihnen viele andere Politiker jedoch Betrug am Wähler vor. “Wenn Romney plötzlich Wahrheiten verbreitet, dann denken die Menschen doch, dass wir alle die Wahrheit sagen”, empört sich Al Kickuras, demokratischer Abgeordneter im US-Senat. “Der Wähler wird dadurch bewusst in die Irre geführt.”

Wie unsere Fotos zeigen, unterstützen viele republikanische Wähler jedoch den Richtungswechsel ihrer Partei und machen es ihr sogar nach. Kommende Umfragen werden allerdings zeigen müssen, wie der Vorstoß der Republikaner letztendlich insgesamt angenommen wird.

Oben: Junge Republikaner gehen mit ihrer Sexualität ehrlicher um als vorher. Unten: Beim Wahlkampf in South Dakota appeliert man an die Mutterinstinkte.

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