Uran im Trinkwasser: Im Auftrag der Regierung

Das Geschrei war und ist noch groß: Hilfe, unser Leitungswasser enthält zuviel Uran. Seit wann ist das so? Wurden wir alle, die regelmäßig Leitungswasser trinken, jahrelang vergiftet? Müssen wir gar bald einen grausamen Tod sterben?

Keineswegs. Der Skandal ist nämlich überhaupt keiner. Er entpuppt sich als unfreiwillige Enthüllung eines geheimen Regierungsprogramms zum Schutz der Bevölkerung. Aufgrund des steigenden Drucks von Seiten der Presse, fühlte sich Kanzlerin Merkel dazu veranlasst, Stellung zu beziehen und die Deutschen über die Hintergründe des Uranvorkommens im Trinkwasser aufzuklären:

Die Uran-Werte im deutschen Trinkwasser sind sehr hoch, doch sind sie für den Konsumenten nicht tödlich. Im Gegenteil. Die Werte wurden – im Auftrag der Regierung – im September 2006 in allen Wasserwerken Deutschlands auf die durchschnittliche Uran-Verträglichkeit des menschlichen Immunsystems abgestimmt und seitdem stetig erhöht. Damit wollen wir den Körper unserer Bundesbürgerinnen und Bundesbürger langzeitlich resistent gegen Uran bzw. von Uran verursachte Strahlung werden lassen. Mit anderen Worten: Die Regierung möchte, dass die Deutschen im Falle eines atomaren Anschlags eine höhere Überlebenschance haben. Zudem muss man auch noch die erhöhte Unfallgefahr in deutschen Kernkraftwerken berücksichtigen, wenn die Verabschiedung von der Atomenergie bald wieder rückgängig gemacht wird.

In diesem Sinne, meine lieben Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, trinken Sie weiterhin Leitungswasser, auf dass Sie resistent und im Fall der Fälle nicht krank werden oder gar grässlich mutieren. Vielen Dank. Ich liebe Sie.

Welch Erleichterung.

Vor diesem Hintergrund wirken auch Thilo Sarrazins Äußerungen, gegen zu hohe Heizkosten würde am besten ein dicker Pullover helfen, überhaupt nicht mehr schlimm. Sarrazin hatte sich vielleicht umständlich ausgedrückt, aber im Grunde wollte er uns nur indirekt auf den atomaren Winter nach einem möglichen Atomschlag vorbereiten. Wer schließlich am besten mit der Kälte zurecht kommt und sich frühzeitig mit warmer Kleidung eindeckt, hat später die besseren Überlebenschancen.

Sind sie nicht toll, unsere Politiker?