Syriens Assad neidisch auf Gaddafi

Seit gut drei Monaten bombardieren westliche Truppen nun schon wichtige Militärstützpunkte in Libyen, um den Rebellen bei ihrem Aufstand gegen Gaddafi unter die Arme zu greifen. Dabei war der Einsatz der NATO nicht unumstritten. Letztendlich fiel die Entscheidung jedoch darauf, dass der Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung mit allen Mitteln unterstützt und damit Gaddafis Regime ein für alle Mal gestürzt werden müsse. Seitdem werden täglich Einsätze geflogen, deren Erwähnungen regelmäßig zu Titelschlagzeilen erhoben werden.

bashar-assadSyriens Machthaber Assad kann von soviel Aufmerksamkeit dagegen nur träumen. Und das obwohl er ein blutrünstiger Tyrann ist und in den letzten Wochen alles Unmenschenmögliche unternommen hat, um dem Westen gute Gründe zu liefern, auch ihm den Kampf anzusagen. So lässt er beispielsweise auf Demonstranten mit scharfer Munition schießen, lässt wahllos Regimegegner hinrichten, gibt dem Militär freie Hand, um Jagd auf Flüchtlinge und Deserteure zu machen und sieht zu, wie die Städte Syriens in willkürliche Gewalt versinken. Alles vergebens. Aus dem Westen kam nicht einmal eine Drohung, von Anstalten irgendetwas zu unternehmen natürlich ganz zu schweigen. Alle Blicke sind nachwievor nur auf Libyen gerichtet.

Assad macht das schwer zu schaffen. Verständlich, denn während Gaddafis Truppen gegen bewaffnete Rebellen kämpfen, sich also in einem Bürgerkrieg befinden, werden in Syrien unbewaffnete Flüchtlinge getötet und ganze Dörfer dem Erdboden gleichmacht. „Was soll ich denn noch alles tun, damit der Westen uns die verdiente Aufmerksamkeit schenkt?“, beklagt sich Assad. „Muss ich Kinder in siedendes Öl baden? Gefangenen bei lebendigem Leibe die Haut abziehen?“. Syriens Staatschef ist ratlos. Eine Standart-Terrorherrschaft reicht anscheinend nicht mehr aus, um in den Genuss westlicher Bombardierung zu kommen. Doch was hat Gaddafi, das Assad nicht hat?

Die erste Antwort darauf lautet wohl: Ölfelder. Und zwar viele davon. Eine Möglichkeit sich bei der NATO beliebt zu machen, wäre also schnellstmöglich nach Öl zu suchen und natürlich auch welches zu finden. Unter zwei Dutzend Quellen rührt der Westen aber nicht einmal eine Flugdrohne an. Da muss sich Assad etwas einfallen lassen, wenn er Gaddafi nacheifern möchte. Doch es gibt Hoffnung. Wir finden es nämlich ebenfalls unfair, dass der Westen Syrien keine Beachtung schenkt und möchten Assad ein paar westliche Insider-Tipps geben, die es ihm ermöglichen sollen, die Aufmerksamkeit der NATO doch noch auf sich lenken zu können:

– Ölquellen wurden bereits angesprochen. Der Westen liebt nichts mehr als das schwarze Gold und spielt daher am liebsten mit den Ländern, die ganz viel davon haben.

– Westlichen Ländern Waffen abkaufen. Und zwar viel mehr als bisher. Wer wie Gaddafi oder früher Saddam Hussein oder noch früher das Taliba-Regime Waffengeschäfte mit der kompletten westlichen Hemisphäre macht, wird früher oder später zum Ehrenschurken.

– So oft wie möglich Staatsbesuche im Westen machen und vor der Presse die Freundschaft und die tollen Geschäftsbeziehungen untereinander erwähnen. NATO-Mitglieder fallen nämlich mit Vorliebe alten Freunden und Geschäftspartnern in den Rücken.

– Keine Anzüge mehr tragen. Solch ein anständiger Kleidungsstil wirkt viel zu zivilisiert. Und die NATO legt sich lieber mit Staatschefs an, die von westlichen Medien als verrückt oder barbarisch dargestellt werden können, weil sie immerzu Militäruniformen tragen oder wie Gaddafi sich mit Fantasieorden schmücken.

Weitere Tipps bitte ins Kommentarfeld, sofern Sie ebenfalls der Meinung sind, dass Assad der eindeutig bessere Diktator ist.

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