Studie beweist: Handykonsum steigert Gewaltpotential

Erhöht der Handy-Konsum das Gewalt-Risiko? Experten sind sich uneinig. Zahlreiche Studien haben bislang kein endgültiges Ergebnis zugelassen. Eine neue Studie aus Deutschland zeigt jedoch abermals,  dass es einen Zusammenhang zwischen massivem Handy-Gebrauch und einem gesteigerten Gewaltpotential gibt. Und zwar bei allen Mithörern.

Das Urteil: Entscheidend ist, wie man telefoniert. Alle Teilnehmer der Studie führten verschiedene Gespräche, die teilweise erschreckende Reaktionen hervorriefen. Menschen, die besonders laut mit dem Handy telefonierten hatten ein erhöhtes Risiko, von umstehenden Personen einen Tritt ins Gesicht zu bekommen. Als massive Handynutzer und damit gefährdet gelten demnach vor allem Personen, die mit erhöhter Lautstärke über Nichtigkeiten telefonieren. Je höher die Zahl der Mithörer, desto höher die Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Doch auch die Art und Weise des Telefonats ist entscheidend. Handynutzer, die über die neuste Klatschmeldung aus der Bild-Zeitung sprachen oder während des Gesprächs Ausdrücke wie „Yolo“ oder „Lol“ benutzten, erhöhte bei umstehenden Personen sehr viel häufiger die Gewaltbereitschaft.

Am stärksten gefährdet sind jedoch Menschen, die ihr Handy gar nicht zum telefonieren, sondern zum lauten Abspielen von Musik verwenden. Diese Art der Handynutzung führte selbst bei besonders toleranten Mithörern mindestens zu verbalen Gewaltausbrüchen, bis hin zu Mordgedanken.

Insofern birgt die neue Studie einige Brisanz. Die Forscher betonen aber auch, dass Menschen, die Handys in normalem Umfang nutzen, also um kurze Informationen zu tauschen, kein erhöhtes Risiko haben gegenüber Menschen, die gar nicht mit Handys telefonierten. Denn auch wer beispielsweise als erwachsene Person bei jeder Gelegenheit wie ein albernes Schulmädchen kichert oder an der Supermarktkasse einen Aufstand wegen einem 50-Cent-Schokoriegel macht, kann das Gewaltpotential im Umfeld erhöhen.

Handy-Konsum