Schade: Anschlag auf Regierung gescheitert

Neuruppin (Brandenburg): Ein Flyer, den die Bundeswehr zur Zeit in der Region verteilt, sorgt für Aufregung. Auf dem Titelbild des Faltblattes ist ein riesiges Logo zu sehen: Explosionsgefahr. Dazu in großen roten Lettern die Warnung: „Achtung Lebensgefahr!“ Weiterhin ist eine Karte der Region abgedruckt, darin in knalligem Rot ein riesiges Areal abgedeckt, mit dem Hinweis: „Im markierten Gebiet befinden sich über 1,5 Millionen nur schwer erkennbare Blindgänger – Bomben, Granaten und Minen.

Verteilt wird das Papier in den Orten rund um die Gefahrenzone. Doch bei Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde hat der Flyer für großes Entsetzen gesorgt. Das Papier öffentlich auszulegen, kommt für ihn nicht in Frage. Obwohl sein Protest zu spät erscheint: „Das ist eine Schweinerei. Ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut, um hohe Regierungsvertreter bei uns als Gäste begrüßen zu dürfen und jetzt macht die Bundeswehr alles zunichte.“

Golde hatte vor, die Politiker einen Spaziergang in das Sperrgebiet machen zu lassen, um die Minen auf einfachste – und vor allem sinnvollste – Art und Weise zu beseitigen. Aufgrund der Bundeswehr-Flyer scheint dieses Vorhaben nun nicht mehr machbar. Mehrere Politiker haben ihre Zusagen für den Besuch in Neuruppin bereits zurückgenommen.

Abgesehen von Ursula von der Leyen wollte sich kein Regierungsmitglied zu den Anschlagsplänen äußern. Die Noch-Familienministerin ließ verlauten, dass sie sich nicht von ein paar Minen abschrecken lässt. Im Gegenteil, sie möchte im Sperrgebiet Stoppschilder aufstellen, die den Blindgängern das Explodieren verbieten soll.

Immerhin.

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