Sarrazin, das neue Superbakterium

Wir erinnern uns: Die letztes Jahr so gefürchtete Schweinegrippe, die von der Regierung mit impfträchtiger Aufmerksamkeit bedacht wurde, hatte auf die Bevölkerung kaum eine Auswirkung. Mit schwerwiegenden Folgen. Denn wenn uns die Geschichte von dem Jungen, der immer „Hilfe, Wölfe!“ ruft, eins gelehrt hat, dann dass Menschen sich nicht mehrmals hintereinander veralbern lassen wollen.

Und so kommt es, dass dieses Jahr ausnahmsweise eine echte hochansteckende Krankheit grassiert und kaum jemand etwas dagegen unternimmt. Die Rede ist vom bis dato unterschätzten, aber sehr gefährlichen Thilo-Sarrazin-Bakterium, das sich seit Tagen unaufhaltsam ausbreitet und den Betroffenen das Gehirn zu einem nassen Brötchen mutieren lässt. Erste Symptome sind demzufolge in erster Linie schwere Verblödungserscheinungen, die jedoch nicht immer für eine schnelle Diagnose herhalten können, da das Bakterium mit Vorliebe bereits verblödete Menschen befällt. Das offensichtlichste Symptom ist allerdings, dass man den Islam plötzlich für alle vorhandenen Probleme verantwortlich macht und es anhand skurriler Statistiken und weniger Negativbeispiele schafft, alle Moslems gleichermaßen zu diffarmieren. Dass es Moslems sind, ist dabei ganz wichtig für die Krankheitserkennung, denn plötzlich von wenigen saufenden, unhöflichen, wild kopulierenden Ballermann-Proleten auf Millionen Deutsche zu schließen ist ebensowenig ein Symptom wie etwa anzunehmen, dass alle Katholiken perverse Pädophile seien, weil sich Priester regelmäßig an Kindern vergehen oder dass jeder in Irland Bomben auf Protestanten werfen möchte. Sollte man allerdings der Meinung sein, für die hohe Arbeitslosigkeit, den Bildungsrückgang und den kulturellen Niedergang wären Moslems und nicht etwa die lobbygeölte Politik oder RTL2 verantwortlich, dann ist eine Ansteckung mit dem Thilo-Sarrazin-Bakterium sehr wahrscheinlich.

book_959545Bin ich gefährdet?

Neben bereits verblödeten Frauen und Männern zählen auch folgende Menschen ebenfalls zu den Risikopatienten:

Alle, die schon seit längerer Zeit nicht mehr vor ihrer Haustür gekehrt haben und dies auch generell nicht gerne tun. Gerade im Eingangsbereich können Staubflusen zu einer extremen Verschmutzung der Stube (besonders im oberen Bereich) führen, wo sich das Bakterium besonders wohlfühlt.

Alle, die eine unerklärliche Vorliebe für das Vermessen verschiedener Dinge haben und dabei sogar mit zweierlei Maß vorgehen.

Alle, die keine Ordnung führen können, also beispielsweise nie alle Tassen griffbereit im Schrank haben oder denen immerzu Teile aus der Murmelsammlung abhanden kommen.

Alle, die Spliss haben. Das Bakterium liebt Haarspalterei.

Wie kann ich mich schützen?

Sollten Sie zu einer Risikogruppe gehören, dann so gut wie gar nicht. Ansonsten hilft es ab und zu das Fernsehgerät auszuschalten, die BILD-Zeitung nur dann zu kaufen, wenn Sie kein Klopapier mehr im Haus haben, mehr Vitamine zu essen und öfters mal einen Roman zu lesen, wobei die Fernsehzeitung nicht als solcher zählt.

Viel Glück.

Das Thilo-Sarrazin-Bakterium im Web: Weissgarnix. Sockenblog. Atheist Media Blog.

Grafik: Copyright by Hayati Boyacioglu. Alle Rechte vorbehalten.

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