„Ich bin verstrahlt, holt mich hier raus!“ – Dschungelcamp im Atommüllendlager

Wie ein neues Gutachten ergab, weist das deutsche Atommüllendlager Asse gravierende Mängel auf. Sogar von Einsturzgefahr ist die Rede, was bedeutet, dass die nötige Sicherheit der fragilen Giftmüllfässer auf Dauer nicht mehr gewährleistet werden kann. Doch wohin mit dem Müll? Bis jetzt hat sich noch niemand bereit erklärt den vielen Fässern Asyl zu gewähren. Kein Wunder, hat Giftmüll in Deutschland doch schon immer ein Außenseiterdasein geführt, das sogar hin und wieder Gewalttätigkeiten nach sich zog. Man denke da nur an die schrecklichen Bilder von wütenden Demonstranten, die auf offener Bahnstrecke unbescholtene Atom-Container überfallen. Da werden mitunter schon mal Erinnerungen an den Nationalsozialismus wach, schließlich müssen Giftfässer sogar nachwievor ein Erkennungszeichen tragen. Und aufgrund dieser gesellschaftlichen Ausgrenzung werden wohl auch dieses mal wieder Tausende Fässer Giftmüll auf der Straße landen.

Doch es gibt Hoffnung: Privatsender RTL hat nun angekündigt, das Lager kaufen und die Mängel beheben zu wollen, sodass der Müll nicht ausgesetzt werden müsse. Doch was möchte ein Privatsender mit einem Atommüllendlager? Ganz einfach: In dem stillgelegten Bergwerk soll nämlich die nächste Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ gedreht werden. Nur wird die Sendung diesmal passenderweise „Ich bin verstrahlt, holt mich hier raus!“ heißen. Dschungelprüfungen werden zu Atomprüfungen und man kämpft nicht um Nahrung sondern um Mutationsblocker.

Und damit die Show auch garantiert wieder ein Erfolg wird, hat sich RTL bei der Auswahl der Teilnehmer nochmal mächtig ins Zeug gelegt: Als ersten Prominenten konnte man bis jetzt Heribert Gündelmur verpflichten; den Bruder des Fleischers, bei dem mal jemand eine Blutwurst kaufte, der so aussah wie der Kellner in dem Restaurant, vor dem Boris Becker sich mal die Nase putzte. Wahnsinn. Weitere ähnliche Großkaliber werden folgen, verspricht der Sender.

Fernsehunterhaltung der nächsten Generation. Wir dürfen gespannt sein.

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