Panama Papers? Kutzdorf Papers offenbaren einen noch größeren Skandal

Die Panama Papers sorgen derzeit weltweit für Aufsehen. Doch nur die wenigsten wissen, dass die Enthüllungen rund um Steueroasen und Briefkastenfirmen lediglich eine Ablenkung für einen noch größeren Skandal darstellten. Bis jetzt.

Die Rede ist von den Kutzdorf Papers. Ein Fall von unerträglicher Korruption, mit immensen Schulden, festgehalten auf einem Bierdeckel der Kneipe „Wunde Backen“ im sächsischen Kutzdorf.

„Wir sprechen hierbei von Beträgen im hohen neunstelligen Bereich“, erklärt Oberkommissar Maik Langenbach, der die Ermittlungen in diesem Fall leitet. „So wie es aussieht, wurden im „Wunde Backen“ in den letzten 20 Jahren mehrere Tausend Güterwaggons Schnaps konsumiert, offiziell abgerechnet wurden jedoch nur ein paar Kisten.“

Das bedeutet, Stammgäste – zu denen scheinbar auch der Oberbürgermeister gehört – haben jahrelang an der Steuer vorbeigetrunken, Gelegenheitstrinker und Touristen Durchreisende dagegen mussten für ihre Getränke stets bezahlen.

Der Schock sitzt tief im 900-Seelen-Dorf.

„Das macht mich traurig und wütend“, sagt Arnulf G., Busfahrer im benachbarten Bollstedt. „Wir einfachen Leute müssen für den Feierabendschnaps jeden Cent zweimal umdrehen, während die Säufer umsonst trinken!“ Und Doris K., Fleischereifachverkäuferin aus Leidenschaft und bereits in der neunten Generationen in Kutzdorf, stellt fest: „Kein Wunder, dass die Jugendlichen nicht arbeiten wollen, wenn sie sehen wie gut es die Trinker bei uns haben!“

Ersten Schätzungen zufolge, hätte Kutzdorf fast so viele Steuern einnehmen können wie die Städte Chemnitz und Zwickau zusammen, wäre der Schnaps nur ordnungsgemäß bezahlt worden.

Panama Papers