Fundstücke
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“Il Mio Papa”: Erstes Papst-Magazin mit Gimmicks

Der italienische Verlag Mondadori bringt mit “Il Mio Papa” das weltweit erste Magazin auf den Markt, das ganz der Persönlichkeit von Papst Franziskus gewidmet ist. Das Magazin erscheint wöchentlich und wird sich vor allem mit religiösen und moralischen Themen befassen, soll aber auch den persönlichen Alltag im Vatikan “auf eine unvergleichliche Weise” beleuchten, hieß es. Was liest Franziskus beispielsweise auf der Toilette? Nimmt er lieber eine Dusche oder ein Bad? Alles Themen, die den Pontifex noch menschlicher machen sollen.

Um auch Kinder und Jugendliche für die Zeitschrift und den Katholizismus zu begeistern, wird jede Ausgabe ein sogenanntes Gimmick enthalten, ganz im Stil der beliebten Micky-Maus- und Yps-Hefte. Reliquien wie Nägel vom echten Kreuz Christi, Knochensplitter diverser Heiliger oder auch Sticker vergangener Päpste sollen die Sammelleidenschaft junger Katholiken anregen. Aber auch Bastelkrippen, Zucker-Rosenkränze, Scherzhostien und Stimmverzerrer, um wie Gott zu klingen, sind als Beilagen geplant.

“Ein geschultes Kreativ-Team sorgt dafür, dass uns die Ideen nicht ausgehen und jede Woche ein neues Geschenk die frommen Leser beglückt”, sagt Chefredakteur Mario Nette. Das Magazin, das mit einem Preis von 50 Cents startet, wird zudem regelmäßig ein Poster umfassen. Vorgesehen ist weiterhin ein Starschnitt von Papst Franziskus, mit einer oder zwei Seiten zum Sammeln und Ausschneiden. Die Teile sollen nach dem Zusammenkleben ein lebensgroßes Poster des Pontifex ergeben.

Il Mio Papa

 
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Türkei: Erdogan lässt aus Versehen Korruption verbieten

Nachdem die türkische Regierung den Zugang zu Twitter und Youtube sperren ließ, stellte sie auch nach den Kommunalwahlen weitere Verbote in Aussicht. Nicht nur von Kritikern wurden die Sperren jedoch als reine Willkür verurteilt, die lediglich eine Machtdemonstration darstellen sollen. Keine abwegige Theorie, wie es scheint, denn in seinem Verbotswahn ließ Ministerpräsident Recep Erdogan nun versehntlich die Korruption verbieten.

Laut Regierungssprecher Izmir Übül wurden beim letzten Brainstorming über mögliche Verbote auch Scherzbegriffe wie Folter, Diskriminierung oder eben Korruption in den Raum geworfen. “So ist es dazu gekommen, dass unglücklicherweise der Verbotsantrag gegen die Korruption auf Erdogans Schreibtisch gelandet ist”.

Erdogan selbst ist sich indessen keiner Schuld bewusst. “Es war tatsächlich bloß ein dummes Versehen”, beteuert er. Im vollsten Vertrauen zu seinem Regierungskabinett habe er natürlich das Dokument unterschrieben, ohne es sich genau durchzulesen. Dennoch werden nun immer mehr Demokratievorwürfe gegen ihn laut. Angeblich waren im Internet in den vergangenen Wochen mehrere Mitschnitte von mutmaßlichen Telefonaten Erdogans aufgetaucht, in denen der islamisch-konservative Ministerpräsident seinen Sohn dem Anschein nach dazu auffordert, unbestechlich zu bleiben. Die Echtheit eines solchen Telefonats hat Erdogan aber bislang nicht bestätigt.

Der Schock in Beamtenkreisen sitzt tief. Besonders Richter und Polizisten sehen ihre Ideale betrogen. “Autoritäres Gehabe hat es in der Türkei schon immer gegeben, aber jetzt macht sich Erdogan weltweit lächerlich”, wird ein Istanbuler Poliziekommissar zitiert. Zudem hat bisher keiner der Verantwortlichen aus diesem Vorfall Konsequenzen gezogen, was selbst regierungsfreundliche Zeitungen dazu bringt, satirische Karikaturen zu veröffentlichen. Das Blatt “Sözcü” druckte zum Beispiel auf ihrer Titelseite eine Zeichnung ab, die Erdogan als Sultan zeigt, der einem personifiziertem Geldsack den Zutritt zum Palast verwehrt.

Die Bevölkerung reagiert allerdings erstaunlich gelassen. Ungeachtet des Skandals, ist nach derzeitigen Umfragen die Position Erdogans und die seiner Partei als stärkste politische Kraft des Landes nicht gefährdet.

twitter erdogan

 
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Putin zieht Truppen ab: Krim-Annexion war nur ein Aprilscherz

Ganz überraschend sind in der Nacht vom 31. März auf den 1. April alle russischen Truppen von der Krim abgezogen worden. Laut Zeugenaussagen war noch vor Sonnenaufgang nichts mehr von der russischen Präsenz zu spüren. Als hätte das Militär nie einen Fuß auf die Krim gesetzt.

Die Erklärung dafür folgte heute Morgen in einer E-Mail, die gleichzeitig an alle westlichen Regierungen verschickt wurde. Wladimir Putin höchstpersönlich erklärt darin, dass die Annexion der Krim lediglich ein lang geplanter, aufwendiger Aprilscherz gewesen sei. Damit wollte man zeigen, dass Russland trotz Menschenrechtsverletzungen zu den witzigsten Ländern der Welt gehört.

Die Idee dafür kam ihm eines Nachts auf der Toilette, als er in der Zeitung über Janukowitschs Flucht aus der Ukraine las, sagte Putin. Dem Westen einen ordentlichen Streich zu spielen, war schon lange ein Wunsch von ihm und die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Nachbarland boten auf einmal die perfekte Kulisse, um sich mir der NATO und der EU endlich einen überfälligen Scherz zu erlauben. Auch beim Militär kam dieser Plan am besten an, denn für seinen groß angelegten Aprilscherz standen mehrere Vorschläge zur Wahl. “Es wäre auch toll gewesen, Kuba zu besetzen oder das Zarentum wieder einzuführen”, erklärte Putin, “aber dafür fehlte die Zustimmung. Vielleicht nächstes Jahr”.

russland lacht

Als Erinnerung an diesen “größten Aprilscherz aller Zeiten”, wie russische Zeitungen heute titeln, bekommen die westlichen Regierungschefs im Laufe der Woche ein Fotoalbum mit den “schrägsten Gesichtsausdrücken von Obama, Merkel und Co während der Krise” geschenkt.

Angela Merkel reagierte sportlich. “Ein gelungener Streich. Chapeau, Herr Putin”.Auf die Frage, ob sie dem russischen Präsidenten nun ebenfalls einen Streich spielen möchte, antwortete sie gelassen: “Wer weiß, vielleicht bekommt er in den nächsten Tagen mehrere Pizzen geliefert, die er nie bestellt hat, hihi”.

Foto: D. Sharon Pruitt, piqs.de, some rights reserved.

 
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Eilmeldung: Suche nach vermisstem Flug MH370 eingestellt

mh370Die malaysischen Behörden gaben heute bekannt, dass sie die Suche nach der vermissten Passagiermaschine vorübergehend einstellen werden. Gleichzeitig baten sie die internationalen Helfer, dies ebenfalls mit sofortiger Wirkung zu tun. Die Suche soll erst am Morgen des 2. April fortgesetzt werden.

Als Grund für diese Pause wurde die Brisanz des 1. April angegeben. Falls man nämlich Flug MH370 ausgerechnet an diesem Tag finden würde, bestünde die Gefahr, dass man die Meldung für einen Aprilscherz hält. “Wir wollen auf Nummer sicher gehen, dass die Suche auch weiterhin mit dem nötigen Ernst behandelt wird”, hieß es. Daher wäre es wichtig zu vermeiden, dass die Suche am 1. April erfolgreich sein könnte.

“Die Lage ist viel zu angespannt, um die trauernden Angehörigen mit einer möglichen Scherzmeldung zu brüskieren”, erklärten die Behörden.

Sollte die Suche länger dauern, wird diese Maßnahme jedes Jahr wiederholt.

 
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Brockhaus: Relaunch mit Beiträgen im Twitter-Stil

Mitte 2013 gab Bertelsmann bekannt, dass die Brockhaus-Enzyklopädie, die Mutter aller Nachschlagewerke, komplett eingestellt wird. Der Verlag gab damit seine Lexikonsparte auf und verzichtete angesichts der Online-Konkurrenz notgedrungen auf seine Traditionsmarke. Das Geschäft mit dem Buchhandel reichte nicht mehr zum wirtschaftlichen Überleben aus, hieß es.

brockhausDoch nun soll der Brockhaus einen Neustart bekommen, und zwar mit dem Vorhaben, besonders junge Menschen wieder vom gedruckten Lexikon zu überzeugen. Dafür wird die Reihe ordentlich umgekrempelt, um hip und modern zu wirken. Das wichtigste Merkmal neben neuen Einträgen über DSDS-Teilnehmer, Youtube-Stars und YOLO, ist die Länge der Einträge. Ganz im Stil von Twitter wird nämlich kein einziger Artikel länger als 140 Zeichen sein. Dadurch sinkt auch die Anzahl der Gesamtbände von 24 auf 4, wovon sich Bertelsmann eine höhere Auflage verspricht.

“Natürlich mussten wir ein wenig kürzen”, lässt der Verlag verlauten, “aber 140 Zeichen über Sokrates oder den ersten Weltkrieg sind doch besser als gar keine”. Darüber hinaus werden die Lexikon-Einträge, sofern möglich, kräftig entstaubt und in einer leicht verständlichen Sprache verfasst. Damit soll der geringen Aufmerksamkeitsspanne heutiger Jugendlicher entgegengekommen werden.

Beispiel “Albrecht Dürer”:

1471 – 1528, deutscher Starkünstler des Humanismus, krasse Holzschnitte + Kupferstiche, berühmt für Selfies, erster Maler mit Autogrammkarte

 
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