Fundstücke
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Post an Wagner: Homo-Ehe

Liebe Homo-Ehe,

der Gesetzentwurf des Justizministeriums will, dass Ihr gleichgestellt werdet mit der „Papa-Mama-Baby-Ehe“. Homo-Ehe vs. Mann-&-Frau-Ehe.

Ich fühle mich dabei nicht wohl. Homosexuelle kriegen biologisch keine Kinder.

Früher wurden Homosexuelle in Deutschland zu Gefängnis verurteilt.

Was für eine glorreiche Zeit für Euch. Niemand steckt Euch ins Gefängnis, Ihr liebt Eure Partner, Ihr dürft sie lieben. Ihr seid deutsche Ehepartner. Eingetragen im Buch der Standesbeamten.

Wir sind ein besseres Deutschland geworden.

Herzlichst,

Ihr F.J. Wagner

Lieber Herr Wagner,

der Axel-Springer-Verlag will, dass Sie tagtäglich Ihr Erbrochenes über ein aktuelles Thema streuen. Toilettenjournalismus vs. Zeitungsjournalismus.

Ich fühle mich dabei nicht wohl. Unterbelichtete Schmierenredakteure vermitteln keine wichtigen Informationen.

Früher wurden Schmierenredakteure in Deutschland zu Gefängnis verurteilt.

Was für eine glorreiche Zeit für Euch. Niemand steckt Euch ins Gefängnis, Ihr verbreitet Euren Müll, Ihr dürft ihn verbreiten. Ihr seid deutsche Kackbratzen. Eingetragen im Archiv der Bildzeitung.

Wir sind ein besseres Deutschland geworden.

Herzlichst,

Ihre Homo-Ehe

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Von der Arbeit in einem Sexshop: Kontaktanzeigen #1

Liebe Freunde der bizarr-erotischen Unterhaltung, an dieser Stelle hatte ich schon einmal eine, gelinde gesagt, merkwürdige Kontaktanzeige vorgestellt. Da suchte ein “sadistischer Sadomann” Menschen, die “ihren gesamten Besitz und sich selbst kostenlos und schuldenfrei übergeben” wollten. Traurigerweise, oder für diese Website glücklicherweise, sind solche Anzeigen in Sexmagazinen keine Seltenheit. Mit der Zeit konnte ich in langweiligen Stunden bei der Arbeit, wenn ich mal wieder meinen Roman zu Hause vergessen habe, jede Menge verrückte, lustige und verstörende Anzeigen ausfindig machen. Und die möchte ich gerne mit euch teilen, liebe Freunde. Wer weiß, vielleicht wird dadurch sogar das eine oder andere Sexleben bereichert.

Fangen wir mit etwas harmlosem an:

In diesem Sinne: Nur Mut.

 
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Kommentar zum Weltbestseller “Shades Of Grey”

*räusper*

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel, via toonpool.de. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Buchtipp: Carlton Mellick III. – Die Kannibalen von Candyland

BIZARRO FICTION

Endlich. Bizarro Fiction vom Meister des Genres in deutscher Sprache. Der Festa Verlag hat sich vorgenommen, das ganze Programm von Carlton Mellick III. zu veröffentlichen, was ein mutiges Unterfangen darstellt, da Bizarro Fiction in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Das wollen wir hiermit ändern:

Bei diesem Genre werden Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Motive mit Elementen der Satire, Surrealität und Groteske vermengt, um ein möglichst verstörendes und im wahrsten Sinne des Wortes bizarres Werk zu kreieren. Eine komplexe oder hintergründige Geschichte ist meist nicht vorhanden, es gibt oft nur einen groben roten Faden, der als Aufhänger für die skurrilen und teils absurden Ereignisse dient, die dieses Genre bestimmen.

Ein großartiges Beispiel dafür stellt „Die Kannibalen von Candyland“ dar: Franklin ist Mitte Dreißig und lebt mit Frau und Schwiegermutter in einer kleinen, heruntergekommenen Wohnung. Er ist ein stiller Einzelgänger und muss sich tagtäglich den Hass der beiden Frauen gefallen lassen, weil er ihrer Meinung nach zu wenig Geld verdient.

Und so verbringt Franklin seine Zeit damit, kindermordende Zuckermenschen aufzuspüren, um deren Existenz zu beweisen. Als kleines Kind musste er nämlich mit ansehen, wie eine Zuckerfrau seine Geschwister getötet und gegessen hat. Doch niemand glaubte ihm und so hat er es sich zum Lebensziel gemacht, die Welt vor den Zuckermenschen zu warnen. Eines Tages gelingt es Franklin tatsächlich einen Zuckermenschen bis in dessen Zuckerwelt unter der Kanalisation zu folgen, wo er jedoch von einer verführerischen Zuckerfrau gefangen genommen wird. Und ab hier nimmt schließlich das Unheil seinen Lauf, denn die Zuckerfrau verliebt sich in ihn und lässt ihn nicht mehr gehen…

Das Ganze liest sich wie eine Mischung aus Lewis Carrols „Alice im Wunderland“ und Stephen Kings „Es“. Dazu eine Prise Roald Dahl und ein Schuss Franz Kafka. Stellt man sich diese Autoren dann noch auf einen schrägen Drogentrip vor, dann hat man ungefähr einen guten Eindruck von Mellicks Gesamtwerk. Oder um es visuell zu umschreiben: eine Symbiose aus Quentin Tarantino und Tim Burton!

Carlton Mellick III. darf man zu Recht als Meister des Bizarro Fiction bezeichnen. “Die Kannibalen von Candyland” ist Horror, Thriller, Satire, Erotik und bietet jede Menge verrückte, bizarre Storyelemente. Dazu ist das Buch komplett auf rosa Seiten gedruckt und das Cover duftet nach Erdbeerbonbons!

Ein etwas anderer Geheimtipp!

Gebunden, 16o Seiten
Euro 16,80

 
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Buchtipp: Fritz Leiber – Hexenvolk

HORROR

Die Neuauflage eines wunderbaren Klassikers! In den USA ist das Buch unter dem Titel “Conjure Wife” in den vierziger Jahren aus zwei Novellen zusammengesetzt worden, die vorher einzeln in verschiedenen Magazinen erschienen sind. Edition Phantasia hat das Gesamtwerk nun erstmals ungekürzt in Deutschland veröffentlicht, nachdem es bereits in den siebziger Jahren unter dem Namen „Spielball der Hexen“ gekürzt erhältlich war.

Die Geschichte spielt in den vierziger Jahren in Amerika. Norman Saylor ist erfolgreicher Ethnologie-Professor und lebt glücklich und zufrieden mit seiner Ehefrau in einem idyllischen Vorort. Bis er eines Tages herausfindet, dass seine Frau sich für Zauberei interessiert und sich sogar für eine Hexe hält, die magische Rituale praktiziert. Ein klärendes Gespräch führt schließlich dazu, dass er sie überreden kann diesen “Unsinn” aufzugeben. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Zuerst passieren Norman nur kleine nervige Missgeschicke, die jedoch mit der Zeit immer schlimmer werden. Die Unglücke steigern sich, bis das Ganze lebensbedrohliche Ausmaße annimmt… Ist Hexerei im Spiel? Ist Norman verflucht?

Leiber gelingt es mit dieser Geschichte auf fantastische Weise, die Attribute des klassischen Horrors in den Alltag einzubauen, wobei er dabei gekonnt mit den Vorstellungen modernen Aberglaubens spielt. Mit diesem Roman ist damals der Horror in die Mitte der Gesellschaft angekommen. Das Grauen findet plötzlich nicht mehr nur auf typischen Spukschauplätzen statt, wie auf Friedhöfen und verlassenen Schlössern, sondern ist bedrohlich nah, unberechenbar und vor allem unsichtbar.

Gleichzeitig ist Leibers Roman aber auch eine bissige Satire auf das scheinbar friedliche Vorstadtleben der Amerikaner. Es ist schier großartig, wie der Autor diese nahezu heilige Vorstellung demontiert und als brüchige Fassade bloßstellt. Gerade mit diesem Buch zeigt sich sehr gut, warum Fritz Leiber zu den ganz Großen der modernen Phantastik gehört und mindestens auf die gleiche Stufe zu stellen ist wie H.P. Lovecraft.

„Hexenvolk” ist ein richtig unheimliches Stück Horrorliteratur – gruselig, schaurig, schweißtreibend. Klassischer Grusel mit literarischem Anspruch! Für Horrorfans ein absolutes Muss!

Der SPIEGEL hat Fritz Leiber sogar einen ausführlichen Artikel gewidmet: klick

Taschenbuch (broschiert), 251 Seiten
Euro 15,90

 
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