Fundstücke
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Niko? Laus!

Na, wart ihr auch alle brav? Nein? Gut. Daher gibt’s heute nur einen Kalauer (respektive Schenkelklopfer).

Sehen Sie auch, wie es aussieht, wenn der Nikolaus (diesmal der echte) dem Bankenviertel einen Besuch abstattet… Und: Das Nikolausgedicht zur Wirtschaftskrise – Von drinn’ von der Börse komm ich her, ich muss euch sagen, es kriselt sehr.

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel, via toonpool.de.

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Comeback: Islamisten planen Anschlag mit Todesstern

Der Nazi-Terror in Deutschland ist nachwievor ein dominierendes Thema in den Medien, Kein Tag vergeht, an dem sie nicht über die unterschätzte rechte Gefahr berichten, während gleichzeitig eine neue Diskussion um ein mögliches NPD-Verbot geführt wird.

Von soviel Aufmerksamkeit können islamistische Terroristen zur Zeit nur träumen. Schon länger haben sie den Eindruck, überhaupt nicht mehr wahrgenommen zu werden und sind daher zurecht verärgert. Der rechte Terror hat die Islamisten völlig in den Hintergrund gerückt. “Scheiß Nazis!”, heißt es deswegen nicht nur aus einschlägigen Terrorzellen. “NPD-Verbot hier, NPD-Verbot da”, ärgert sich ein wütender Als-Kaida-Fan, “ihr Deutschen solltet lieber über ein Guttenberg-Verbot nachdenken!” Und ein sichtlich enttäuschter Schläfer sagt: “Letztes Jahr sah man wegen uns auf allen Weihnachtsmärkten Polizisten mit Maschinengewehren patroullieren. Dieses Jahr ist unser Hass auf den degenerierten Kapitalismus aber plötzlich nicht mehr gut genug.”

Was viele Terroristen jedoch übersehen, ist die Tatsache, dass sie zum größten Teil selbst Schuld an ihrer Misere sind. Zahlreiche, in der jüngsten Vergangenheit angekündigte, aber nicht durchgeführte Anschläge haben das Vertrauen in den islamistischen Terror arg geschmälert. Gleichzeitig haben sie bei der Bevölkerung einen Eindruck von notorischer Unzuverlässigkeit entstehen lassen. Man denke allein an die Meldungen von der Frauenfußball-WM, als die ganze Welt mit einem nuklearen Anschlag gerechnet hatte – und dann bitter enttäuscht wurde.

Der Zentralrat der Islamisten in Deutschland (FDP) gelobte jedoch Besserung und kündigte für nächstes Jahr ein fulminantes Comeback an. Um die Nazi-Terroristen auf die Plätze zu verweisen und vor allen Dingen die eigene Gefährlichkeit wieder deutlich unter Beweis zu stellen, sei für kommenden Sommer ein Anschlag mit einem Todesstern geplant. Die galaktische Kampfstation, die von weitem leicht mit einem Himmelskörper, wie zum Beispiel einem Mond oder Rainer Calmund, verwechselt werden kann, befindet sich zur Zeit noch in der Bauphase, soll aber rechtzeitig zur Urlaubssaison fertiggestellt werden.

Große Pläne, die definitiv neugierig machen. Man darf gespannt sein, ob die Islamisten es damit erneut ins Rampenlicht schaffen werden.

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Vorerst gescheitert: Die gefälschte Erektion

Karl-Theodor zu Guttenberg verändert die deutsche Sprache. Sein Name wird immer mehr zur Quelle neuer Wortschöpfungen, die den deutschen Wortschatz inzwischen um viele neue Begriffe erweitern konnten.

“Frau Schmitt, machen Sie mir bitte ein Dutzend Guttenbergs von dieser Akte. Und legen Sie in den Guttenberger direkt nochmal Papier nach.” Sätze dieser Art sind nicht nur in deutschen Büroräumen bereits alltäglich geworden. Die größte Verbreitung hat Guttenberg allerdings als Verb gefunden. Fremde Unterschriften werden geguttenbergt, in der Schule wird nicht mehr abgeschrieben, sondern abgeguttenbergt, einen illegalen Musikdownload hat man sich heruntergeguttenbergt, geht man seinem Partner fremd, dann hat man ihn beguttenbergt, und als Opfer eines Diebs wurde man natürlich ausgeguttenbergt und nicht etwa ausgeraubt. Letzteres sagen sowieso nur noch Leute, die bei den Bundestagswahlen FDP gewählt haben.

Und inzwischen heißt es sogar in deutschen Betten: “Schatz, ich muss gestehen, ich hab dir nur was vorgeguttenbergt.”

 

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel, via toonpool.de.

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Post an Wagner: Karl-Theodor zu Guttenberg

Lieber Karl-Theodor zu Guttenberg,

Sie waren „in“, Sie waren „out“, jetzt werden Sie anscheinend wieder „in“. Die Staatsanwaltschaft hat gestern das Plagiatsverfahren gegen Sie eingestellt.

Bald erscheint Ihr Interviewbuch „Vorerst gescheitert“. Giovanni di Lorenzo, der „Zeit“-Chefredakteur, interviewte Sie drei Tage lang. „Die Zeit“ druckt heute Auszüge.

Das Interviewbuch erzählt, wie ein Mann sich wieder aufrappelt.

Ohne Ehre lag er vor acht Monaten da. Er könnte sich der Wonne des Vergessens hingeben.

Ich mag diesen Typen, der wieder aufsteht.

Herzlichst

F. J. Wagner

Lieber F.J. Wagner,

Danke für die Blumen. Ich mag Sie übrigens auch. Ich mag diesen Typen mit dem schiefen Lächeln, der immer zu mir gehalten hat (nicht so wie Seehofer, der Specksack). Doch ich muss Ihnen widersprechen: “Out” war ich noch nie, mein lieber Herr Wagner. Die Menschen lieben mich, sie haben mich immer geliebt und sie werden mich immer lieben. Einige glauben sogar, ich könnte über Wasser gehen. Da frage ich mich doch: Woher wissen die das? Kleiner Scherz. Ich hätte aber wahrscheinlich auch jemanden umbringen können und die Menschen hätten mich weiterhin geliebt – nein, vergöttert. Oder zumindest eine Facebook-Fanseite so manipuliert, dass man es denken könnte.

Sie, mein lieber Wagner, können das natürlich nachvollziehen, immerhin haben wir beide etwas gemeinsam. Ihre Fans sind gleichzeitig auch meine Fans. Umgekehrt trifft das zwar nicht hundertprozentig zu, da meine Fans natürlich insgesamt zahlreicher sind, doch Sie verstehen sicherlich, was ich sagen möchte.

Dass die Staatsanwaltschaft das Plagiatsverfahren eingestellt hat, ist erfreulich, aber selbstverständlich zu erwarten gewesen. Die eigentliche Überraschung dabei ist ja, dass mich das Ganze nur 20.000 Euro gekostet hat. Ich hatte mit mindestens 100.000 gerechnet. Ein Glück, dass die deutsche Kinderkrebshilfe so verzweifelt und die Justiz prominenten Menschen gegenüber so entgegenkommend ist.

Das Buch wird übrigens einschlagen wie eine Bombe. Wer möchte schließlich nicht nachlesen, wie sehr ich unter den Plagiatsvorwürfen gelitten habe? Auch wenn meine Kritiker, diese missgünstigen Neider, enttäuscht sein werden: Ich gebe nämlich auch im Interviewbuch nicht zu, die Möglichkeit eines Plagiats zumindest wissentlich in Kauf genommen zu haben. Wobei ich auf der anderen Seite gestehen muss, dass ich mir durchaus keiner Schuld bewusst bin.

Sicher, ich habe den einen oder anderen Fehler machen lassen, aber was das angeht, müssen die Menschen schon auf mein nächstes Buch warten. Sie, Herr Wagner, bekommen aber natürlich einen handsignierten Vordruck.

Herzlichst,

Karl-Theodor zu Guttenberg

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Comeback-Pläne: Politiker stehen hinter Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg (Abbildung ähnlich) ist zurück. Zumindest ein bisschen. Seine Rückkehr in die deutschen Medien ist – nicht überraschend – perfekt inszeniert. Zwar sieht der ehemalige Herr Doktor inzwischen aus wie Lothar Matthäus, doch im Herzen ist er immer noch der beliebte Plagiator und Vorbild aller BamS-Abonnenten. Und das bedeutet: Er kommt wieder.

Während ganz Deutschland nun spekuliert, wann Guttenberg den Fußmarsch über den Atlantik zurück nach Deutschland antritt, um hier zum König gekrönt zu werden, sind seine Comeback-Pläne bei heimischen Politikern schon seit längerer Zeit ein Thema. Und anders als erwartet, stehen alle hinter Guttenberg – mit geringen Unterschieden.

So heißt es aus der Koalition: “Natürlich stehen wir hinter Guttenberg – weit, weit, weit hinter Guttenberg, aber das ist ja auch eine Leistung.” CSU-Chef Horst Seehofer sieht das Ganze schon anders. Er kann sich eine nähere Zusammenarbeit mit Guttenberg durchaus vorstellen. “Ich stehe voll hinter Karl-Theodor. Er ist ein guter Mann, der mich immer in seinem Rücken wissen kann, egal welche steilen Abgründe sich vor seinen Füßen auch auftun mögen.” Und die Opposition? “Natürlich stehen auch wir hinter Guttenberg”, sagt Sigmar Gabriel. “Ob mit Dolch oder Klaviersaite muss jeder SPD-Agbeordnete jedoch für sich selbst entscheiden.”

Lesen Sie auch: Hosianna, Guttenberg!

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