Fundstücke
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Flat-Screen und Whirlpool: Ursula von der Leyen modernisiert Soldatenunterkünfte

Wohlfühl-Bundeswehr?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will in den kommenden Jahren 100 Milliarden Euro investieren, um die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu machen. Dabei geht es in erster Linie um zahlreiche neue Anschaffungen zur Modernisierung bestehender Wohneinrichtungen.

3D-Flat-Screen-TV mit Wandhalter, Stehlampen, begehbare Kleiderschränke: Ist das alles nötig? Kritiker sagen nein. Sie befürchten eine Wohlfühl-Bundeswehr, doch Ursula von der Leyen steht zu ihren Plänen. „Es ist an der Zeit, sich auch in der Bundeswehr uneingeschränktem Luxus, legendärer deutscher Bequemlichkeit und der Aussicht auf eine unvergessliche Erinnerung hinzugeben“, erklärte die Verteidigungsministerin.

Neue Rekruten sollen sich dadurch willkommen fühlen und nach einem harten Tag entspannen sowie auch “mal ihre Seele baumeln lassen” können. „Damit sie ein Teil der Geschichte werden, in einem Umfeld, wo Dynamik und Mystik zu einem wahrhaft magischen Erlebnis verschmelzen“, heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

Goldene Verzierungen, feine Seide und Kristall-Kronleuchter vervollständigen das unvergessliche Wohnerlebnis. Die Liebe zum Detail spiegelt sich in Architektur und Design der neuen Unterkünfte wider und garantiert ein unvergessliches Heimatgefühl. Opulente Annehmlichkeiten und eine topmoderne Technologie sowie atemberaubende Ausblicke auf den unberührten Truppenübungsplatz erwarten die Soldaten. Alle Stuben verfügen über einen großen Lounge-Bereich, ein Schlafzimmer, eine private Terrasse und ein luxuriöses Superior-Bad mit Whirlpool und Fußbodenheizung. Die Licht und TV/Audiosysteme können per Touchscreen-Fernbedienung kontrolliert werden. Außerdem in allen Zimmern: Täglich frisches Obst, kostenfreier WLAN-Internetzugang und ein Massagesessel.

 

 
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Katholische Kirche beklagt zu wenig Satire in öffentlich-rechtlichen Medien

Laut Kolpingwerk, dem internationalen katholischen Sozialverband, würden die christlichen Kirchen in öffentlich-rechtlichen Medien immer weniger Spott ausgesetzt. Besonders hart treffe es die katholische Kirche, die trotz „großartiger Steilvorlagen“ kaum Beachtung bekäme. Jetzt fordert der Verband mehr Fairness.

In einem offenen Brief hat das Kolpingwerk die Kontrollgremien von ARD und ZDF gebeten, einen “aufmerksamen Blick” auf die Darstellung von Religion und Kirche in ihren Programmen zu werfen.

“Wir registrieren mit Sorge, dass die öffentlich-rechtlichen Medien immer weniger Beiträge ausstrahlen, in denen die christlichen Kirchen im Allgemeinen und die katholische Kirche im Besonderen durch den Kakao gezogen würden”, so der Kolping-Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger. Man habe schließlich „so viel mehr zu bieten, als nur Anspielungen auf Pädophilie und Witze über Tebartz-van Elst. Das kabarettistische Potential ist riesig.“

Ob die Kritik ankommt, ist fraglich. Viele Experten sehen nämlich die Schuld für mangelnde Satire bei der Kirche selbst. „Gerade die katholische Kirche ist berüchtigt für seine Realsatire“, erklärt Satire-Experte Peer Verser. „Wer das Zöllibat hochhält, in Aids-Hochburgen Kondome verteufelt, Mitarbeiter feuert, weil sie geschieden wurden oder vergewaltigten Frauen die Pille danach verweigert, der gibt sich ganz alleine der Lächerlichkeit preis. Da braucht es keine zusätzliche Satire mehr“.

Das Kolpingwerk zeigt sich jedoch kompromissbereit. Als Alternative zur ungenügenden Satire, sollen ARD und ZDF mindestens jeden Sonntag Monty Python‘s „Das Leben des Brian“ senden.

Priester

Grafik: Copyright by Marian Kamensky. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Studie beweist: Handykonsum steigert Gewaltpotential

Erhöht der Handy-Konsum das Gewalt-Risiko? Experten sind sich uneinig. Zahlreiche Studien haben bislang kein endgültiges Ergebnis zugelassen. Eine neue Studie aus Deutschland zeigt jedoch abermals,  dass es einen Zusammenhang zwischen massivem Handy-Gebrauch und einem gesteigerten Gewaltpotential gibt. Und zwar bei allen Mithörern.

Das Urteil: Entscheidend ist, wie man telefoniert. Alle Teilnehmer der Studie führten verschiedene Gespräche, die teilweise erschreckende Reaktionen hervorriefen. Menschen, die besonders laut mit dem Handy telefonierten hatten ein erhöhtes Risiko, von umstehenden Personen einen Tritt ins Gesicht zu bekommen. Als massive Handynutzer und damit gefährdet gelten demnach vor allem Personen, die mit erhöhter Lautstärke über Nichtigkeiten telefonieren. Je höher die Zahl der Mithörer, desto höher die Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Doch auch die Art und Weise des Telefonats ist entscheidend. Handynutzer, die über die neuste Klatschmeldung aus der Bild-Zeitung sprachen oder während des Gesprächs Ausdrücke wie „Yolo“ oder „Lol“ benutzten, erhöhte bei umstehenden Personen sehr viel häufiger die Gewaltbereitschaft.

Am stärksten gefährdet sind jedoch Menschen, die ihr Handy gar nicht zum telefonieren, sondern zum lauten Abspielen von Musik verwenden. Diese Art der Handynutzung führte selbst bei besonders toleranten Mithörern mindestens zu verbalen Gewaltausbrüchen, bis hin zu Mordgedanken.

Insofern birgt die neue Studie einige Brisanz. Die Forscher betonen aber auch, dass Menschen, die Handys in normalem Umfang nutzen, also um kurze Informationen zu tauschen, kein erhöhtes Risiko haben gegenüber Menschen, die gar nicht mit Handys telefonierten. Denn auch wer beispielsweise als erwachsene Person bei jeder Gelegenheit wie ein albernes Schulmädchen kichert oder an der Supermarktkasse einen Aufstand wegen einem 50-Cent-Schokoriegel macht, kann das Gewaltpotential im Umfeld erhöhen.

Handy-Konsum

 
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Der wilde Putin, Kinderschreck

Wladimir Putin wird in letzter Zeit immer häufiger als Teufel beschrieben, der kleine Kinder aus dem Westen entführt, wenn diese unartig waren. Nachts schleicht er sich in die Häuser dieser Kinder, die wegen ihrer Aufsässigkeit nicht mehr von der Nato beschützt werden, steckt sie in einen großen Sack und verschleppt sie. Und auf die Erwachsenen hetzt er seine Hunde und Soldaten.

Ein Beitrag von Ludwig Tieck.

Der wilde Putin bei dunkeler Nacht
im wildesten Dickicht Sibiriens erwacht,
er hört die Sanktionen und erhebt sich im Zorn,
er nimmt seine Hunde, sein goldenes Horn.

Besteigt seinen Rappen, mit Blitzesgewalt
durchfährt er schnaubend den zitternden Wald,
es wiehert sein Ross, tönt das Horn in die Runde,
er hetzt die Soldaten, es bellen die Hunde.

Wohlauf in den Westen! Wohlauf in den Westen!
Ukraine ist unsers, denn wir sind die besten!
Von tobenden Russen wird gerne gehetzt,
wer sich vor Geheul und Gewehre entsetzt.

Der wilde Putin

Grafik: Copyright by Marian Kamensky. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Bootsflüchtlinge werden von Lampedusa nach Rügen umgeleitet

RügenNach den verheerenden Bootsunglücken vor der Küste Lampedusas, bei denen immer wieder zahlreiche Flüchtlinge ertrinken, hat die italienische Regierung endlich die geforderte Hilfe bekommen. Und zwar aus Deutschland.

Um die Flüchtlingsströme vor Lampedusa einzudämmen, willigte die Bundesregierung ein, die überfüllten Boote auch an den eigenen Küsten kentern zu lassen. “So sieht erfolgreiche, EU-konforme Flüchtlingspolitik aus”, ließ Bundesinnenminister Thomas de Mazière stolz verlauten. Im Klartext bedeutet das: Flüchtlinge, die Lampedusa ansteuern, werden von nun an weiter nach Rügen geleitet.

“Wir sind froh, den italienischen Kollegen unter die Arme greifen zu können”, heißt es von der deutschen Küstenwache vor Ort. “Rügen ist der ideale Ort, um Flüchtlinge zu beherbergen, besonders weil sie von hier aus irgendwann von alleine wieder zurück wollen”. Einen entscheidenden Vorteil für die Umleitung würde auch die Ostsee selbst spielen: Aufgrund der starken Strömung und den eiskalten Temperaturen, müssten ertrinkende Flüchtlinge nicht lange leiden, sollte ein Boot wie erwartet kentern.

“Im warmen Mittelmeer zu ertrinken, kann ziemlich unangenehm sein”, erklärt Rainer Hohn, Experte für Ertrinkungsopfer. “Bei Rügen geht allerdings alles sehr schnell, zumal die spitzen Kreidefelsen den Rest erledigen”.

Doch so weit muss es natürlich nicht kommen. Die Bundesregierung rechnet nämlich damit, dass nur etwa 10 Prozent der Flüchtlingsboote Rügen überhaupt erreichen werden.

Foto: (C) pixabay.com

 
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