Fundstücke
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Joachim Gauck darf Spinner als Spinner bezeichnen: Bundespräsident kündigt weitere Spinner-Benennungen an

Spinner

Das Verfassungsgericht hat entschieden: Das Staatsoberhaupt muss nicht immer neutral bleiben. Joachim Gauck habe somit seine Kompetenzen nicht überschritten, als er NPD-Anhänger als Spinner bezeichnete. Das bedeutet also, Spinner dürfe man ungestraft Spinner nennen.

Gauck begrüßt das Urteil: „Wir wussten schon immer, dass die Welt voller Spinner ist“, sagte der Bundespräsident erleichtert, „und es zeugt von Fortschritt in unserem Land, wenn wir diese Spinner auch als solche bloßstellen können.“

Aus diesem Grund kündigte Gauck an, er werde die nächsten sechs Wochen regelmäßig Menschen und Gruppierungen als Spinner bezeichnen, damit „es endlich mal einer sagt“. Auf der Liste stehen unter anderem:

BILD-Abonnenten.

Zeugen Jehovas.

Menschen, die in Gesellschaft nur auf ihre Smartphones blicken.

Menschen, die weiße Socken in Sandalen tragen.

Menschen, die im Stau hupen.

Kim Jong-un.

Urlauber, die Sonnenliegen mit dem Handtuch reservieren.

Scientology-Anhänger.

AfD-Chef Bernd Lucke.

Ex-Bundeswulff Christian. “In seiner Position ein Buch schreiben, das suggeriert er wäre “ganz unten” gewesen, weil die Medien auf ihn eingeprügelt haben… Was für ein Spinner”, so Gauck wörtlich.

Grafik: (C) Christiane Lokar, kittyhawk.de. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

 
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Altenheime überlastet: Viele Rentner werden in den Ferien ausgesetzt

Tragoedie

Die Sommermonate sind für die meisten Menschen die schönen des Jahres. Urlaub, Sonne und Erholung sind jetzt angesagt. Ganz anders sieht es da bei Rentnern aus: Mit der Ferienzeit beginnt für viele Senioren ein trauriges Schicksal. Sie sind lästig und unerwünscht, werden am Straßenrand oder in Parks ausgesetzt und einer ungewissen Zukunft überlassen.

Zum Ferienbeginn werden in Deutschland jedes Jahr rund 30.000 Senioren ausgesetzt. Darunter sind nicht nur Großeltern, sondern auch entfernte Verwandte, die vermeintlich nur kurz zu Besuch waren. Die Altenheime platzen in dieser Zeit aus allen Nähten.

Wenn zwischen Kindern und Koffern kein Platz mehr im Auto ist, wissen viele Menschen nicht wohin mit ihren Alten. An Mülltonnen gebunden, an Raststätten zurückgelassen oder vor einem Altenheim angestellt: Die gefundenen Senioren haben schon einiges erlebt. Die meisten werden in dem Zeitraum entdeckt, in dem sich die Ferientage der Bundesländer überschneiden. Viele seien auch sog. „Weihnachts-Opfer“. Denn der Opa, der unterm Weihnachtsbaum noch dem Enkel tolle Geschichten vorlas, ist plötzlich nicht mehr stubenrein und macht Arbeit.

Für die Heime ist es schwer sich auf den Ansturm im Sommer vorzubereiten. Viele verzichten darauf, Senioren über die Ferien in Pension zu nehmen, um genug Platz zu schaffen, damit alle Findlinge aufgenommen werden können. „Alte Menschen können in der freien Natur nicht überleben“, sagt Heiner Groblowski vom Deutschen Seniorenschutzbund.

Wer einen ausgesetzten Rentner findet, sollte also eingreifen und ihn in ein Heim bringen. Wer dabei Hilfe braucht, kann die Polizei verständigen. Die schicke dann die zuständige Seniorenrettung.

Grafik: Copyright by André Sedlaczek, bissiges.de. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Flat-Screen und Whirlpool: Ursula von der Leyen modernisiert Soldatenunterkünfte

Wohlfühl-Bundeswehr?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will in den kommenden Jahren 100 Milliarden Euro investieren, um die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu machen. Dabei geht es in erster Linie um zahlreiche neue Anschaffungen zur Modernisierung bestehender Wohneinrichtungen.

3D-Flat-Screen-TV mit Wandhalter, Stehlampen, begehbare Kleiderschränke: Ist das alles nötig? Kritiker sagen nein. Sie befürchten eine Wohlfühl-Bundeswehr, doch Ursula von der Leyen steht zu ihren Plänen. „Es ist an der Zeit, sich auch in der Bundeswehr uneingeschränktem Luxus, legendärer deutscher Bequemlichkeit und der Aussicht auf eine unvergessliche Erinnerung hinzugeben“, erklärte die Verteidigungsministerin.

Neue Rekruten sollen sich dadurch willkommen fühlen und nach einem harten Tag entspannen sowie auch “mal ihre Seele baumeln lassen” können. „Damit sie ein Teil der Geschichte werden, in einem Umfeld, wo Dynamik und Mystik zu einem wahrhaft magischen Erlebnis verschmelzen“, heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

Goldene Verzierungen, feine Seide und Kristall-Kronleuchter vervollständigen das unvergessliche Wohnerlebnis. Die Liebe zum Detail spiegelt sich in Architektur und Design der neuen Unterkünfte wider und garantiert ein unvergessliches Heimatgefühl. Opulente Annehmlichkeiten und eine topmoderne Technologie sowie atemberaubende Ausblicke auf den unberührten Truppenübungsplatz erwarten die Soldaten. Alle Stuben verfügen über einen großen Lounge-Bereich, ein Schlafzimmer, eine private Terrasse und ein luxuriöses Superior-Bad mit Whirlpool und Fußbodenheizung. Die Licht und TV/Audiosysteme können per Touchscreen-Fernbedienung kontrolliert werden. Außerdem in allen Zimmern: Täglich frisches Obst, kostenfreier WLAN-Internetzugang und ein Massagesessel.

 

 
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Katholische Kirche beklagt zu wenig Satire in öffentlich-rechtlichen Medien

Laut Kolpingwerk, dem internationalen katholischen Sozialverband, würden die christlichen Kirchen in öffentlich-rechtlichen Medien immer weniger Spott ausgesetzt. Besonders hart treffe es die katholische Kirche, die trotz „großartiger Steilvorlagen“ kaum Beachtung bekäme. Jetzt fordert der Verband mehr Fairness.

In einem offenen Brief hat das Kolpingwerk die Kontrollgremien von ARD und ZDF gebeten, einen “aufmerksamen Blick” auf die Darstellung von Religion und Kirche in ihren Programmen zu werfen.

“Wir registrieren mit Sorge, dass die öffentlich-rechtlichen Medien immer weniger Beiträge ausstrahlen, in denen die christlichen Kirchen im Allgemeinen und die katholische Kirche im Besonderen durch den Kakao gezogen würden”, so der Kolping-Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger. Man habe schließlich „so viel mehr zu bieten, als nur Anspielungen auf Pädophilie und Witze über Tebartz-van Elst. Das kabarettistische Potential ist riesig.“

Ob die Kritik ankommt, ist fraglich. Viele Experten sehen nämlich die Schuld für mangelnde Satire bei der Kirche selbst. „Gerade die katholische Kirche ist berüchtigt für seine Realsatire“, erklärt Satire-Experte Peer Verser. „Wer das Zöllibat hochhält, in Aids-Hochburgen Kondome verteufelt, Mitarbeiter feuert, weil sie geschieden wurden oder vergewaltigten Frauen die Pille danach verweigert, der gibt sich ganz alleine der Lächerlichkeit preis. Da braucht es keine zusätzliche Satire mehr“.

Das Kolpingwerk zeigt sich jedoch kompromissbereit. Als Alternative zur ungenügenden Satire, sollen ARD und ZDF mindestens jeden Sonntag Monty Python‘s „Das Leben des Brian“ senden.

Priester

Grafik: Copyright by Marian Kamensky. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Studie beweist: Handykonsum steigert Gewaltpotential

Erhöht der Handy-Konsum das Gewalt-Risiko? Experten sind sich uneinig. Zahlreiche Studien haben bislang kein endgültiges Ergebnis zugelassen. Eine neue Studie aus Deutschland zeigt jedoch abermals,  dass es einen Zusammenhang zwischen massivem Handy-Gebrauch und einem gesteigerten Gewaltpotential gibt. Und zwar bei allen Mithörern.

Das Urteil: Entscheidend ist, wie man telefoniert. Alle Teilnehmer der Studie führten verschiedene Gespräche, die teilweise erschreckende Reaktionen hervorriefen. Menschen, die besonders laut mit dem Handy telefonierten hatten ein erhöhtes Risiko, von umstehenden Personen einen Tritt ins Gesicht zu bekommen. Als massive Handynutzer und damit gefährdet gelten demnach vor allem Personen, die mit erhöhter Lautstärke über Nichtigkeiten telefonieren. Je höher die Zahl der Mithörer, desto höher die Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Doch auch die Art und Weise des Telefonats ist entscheidend. Handynutzer, die über die neuste Klatschmeldung aus der Bild-Zeitung sprachen oder während des Gesprächs Ausdrücke wie „Yolo“ oder „Lol“ benutzten, erhöhte bei umstehenden Personen sehr viel häufiger die Gewaltbereitschaft.

Am stärksten gefährdet sind jedoch Menschen, die ihr Handy gar nicht zum telefonieren, sondern zum lauten Abspielen von Musik verwenden. Diese Art der Handynutzung führte selbst bei besonders toleranten Mithörern mindestens zu verbalen Gewaltausbrüchen, bis hin zu Mordgedanken.

Insofern birgt die neue Studie einige Brisanz. Die Forscher betonen aber auch, dass Menschen, die Handys in normalem Umfang nutzen, also um kurze Informationen zu tauschen, kein erhöhtes Risiko haben gegenüber Menschen, die gar nicht mit Handys telefonierten. Denn auch wer beispielsweise als erwachsene Person bei jeder Gelegenheit wie ein albernes Schulmädchen kichert oder an der Supermarktkasse einen Aufstand wegen einem 50-Cent-Schokoriegel macht, kann das Gewaltpotential im Umfeld erhöhen.

Handy-Konsum

 
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