Fundstücke
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Adé FDP

Oh weh, FDP. Der liberalen Partei steht der Pudding bis zu den Nippeln. Ein Abgesang von Luise Egloff:

In lebloser Stille ruht das Land,
Es schmückt kein Gelb die graue Wand.
Die Wirtschaft ist ihrer Liebsten beraubt,
Die zarte Hauptstadt matt und entlaubt.
Keine Lobby hör ich freudig mehr singen,
Nicht süß die Stimme des Guido erklingen.

Die FDP verhüllt ihr Phrasen-Gesicht,
Ihr schmachtender Blick beträufelt uns nicht,
Mit trauerndem Auge schaut sie umher,
Der Bundestag ist freudenleer.
Wer nie im Busen die Spenden gefunden,
Der bebt vor den prachtlosen, schwarzroten Stunden.

Der schüchterne Wähler, durch Wahrheit geschreckt,
Wenn jedes Profil sich in Elend erstreckt,
Flieht ängstlich der schützenden Mutter zu,
Und klammert das D zwischen C und dem U.
Die Hoffnung ermüdet, man erinnert sich gerne,
Es schimmern die Wahlen aus heiterer Ferne.

FDP Adé

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel. Alle Rechte vorbehalten.

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Von der Arbeit in einem Sexshop: Windelfetisch

Heute geht es mal wieder um bizarre Fetische. Diesmal: Windelfetisch. Windelfetisch? Windelfetisch. So selbstverständlich wie Eiscreme. Zumindest wenn man Angebot und Nachfrage betrachtet.

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Wie süß.

 
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Demokratie, ein Samenfleck an der Wand

Aus dem Tagebuch eines Bundestagsabgeordneten. Über die Liebe zur Demokratie und den Stolz diese vertreten zu dürfen. Magisch.

Als zärtlich lieblicher Besuch,
Kommt durch das Fenster der Penisgeruch;
Geht mitten unter die Tagssorgen,
Und zeigt auf die Politiker im Morgen.
Mir ruht die Arbeit kurz still in der Hand,
Die Demokratie erscheint als Fleck an der Wand,
Und ich fühle mein Blut so lieblich versüßt,
als ob mich meine große Liebe grüßt.

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Kardinal Meisner ersetzt 3x Kotzen

Der Kölner Joachim Kardinal Meisner hatte neulich bei einer Veranstaltung Eheleute aus der geistlichen Gemeinschaft dafür gelobt, große Familien zu gründen. Dabei sagte er: „Eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien.“ Für diesen Satz erntete er viel Kritik, wobei der Erzbischof jedoch lediglich auf die lange Tradition der Ersatzvergleiche anspielte, die außerhalb der katholischen Kirche fast in Vergessenheit geraten ist.

Aus diesem Grund möchten wir hier einige Beispiele präsentieren, um Meisners Aussage etwas mehr Verständnis zukommen zu lassen:

  • Ein katholischer Priester ersetzt drei nichtkatholische Pädophile.
  • Drei katholische Priester ersetzen ein Dutzend Eimer Taubenkot.
  • Ein Gottesdienst ersetzt drei Tage Hautausschlag.
  • Eine Predigt ersetzt drei Stunden lang das Geräusch einer Toilettenspülung.

Kardinal Meisner

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel. Alle Rechte vorbehalten.

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Buchtipp: K.W. Jeter – Dr. Adder

CYBERPUNK

Jeter Dr AdderJeter war seinerzeit sehr von Philip K. Dick angetan, betrachtete ihn als Vorbild und orientierte sich in seinen Werken demenstprechend spürbar an den großen SF-Autor. So auch bei “Doctor Adder”, das stark an die Welt bei Dicks Kurzgeschichte erinnert, die später als “Blade Runner” verfilmt und zum Kult wurde. Wie bei “Blade Runner” haben wir auch hier eine degenerierte, gespaltene Gesellschaft, die von kriminellen Strukturen und individuumfeindlichen Aspekten dominiert wird. Ein zutiefst pessimistischer Roman, der die scheinheilige Realität unserer Zivilisation in seinen krankhaftesten Zügen darstellt. Alles in allem ist “Doctor Adder” ein Grundstein des Cyberpunk, das in einem Atemzug mit Daniel Galouyes “Simulacron-3″ und William Gibsons “Neuromancer” genannt werden darf.

Jeter führt uns mit “Doctor Adder” vor Augen, wie leicht der Mensch seine Menschlichkeit verliert, wenn in seinem Umfeld diese Menschlichkeit überhaupt keinen Wert mehr besitzt. Geld, Macht und die Befriedigung der eigenen Triebe sind das höchste Gut. Dr. Adder, Protagonist und Antagonist zugleich in diesem Buch, ist ein Arzt, der mit Hilfe neuentwickelter Drogen und chirurgischer Eingriffe diverse körperliche Modifikationen anbietet. Und zwar in erster Linie Prostituierten, die sich von ihm auf unerdenkliche Weise “anpassen” lassen, um den perversen Wünschen ihrer Kunden gerecht zu werden. Was Jeter hier ausführt kratzt an die Grenzen der Vorstellungskraft, so dass man angewidert und fasziniert zugleich ist. Adder gegenüber steht ein fanatischer Fernsehprediger, der dieser um sich greifenden Perversion ein Ende bereiten möchte. Und zwar mit allen Mitteln, was in Jeters düsterer Welt bedeutet, dass auch bei Adders Gegenspieler keine Menschlichkeit zu erwarten ist, sondern lediglich skrupelloser Egoismus. Zwischen den Fronten, inmitten dieser kaputten Gesellschaft, gerät eines Tages der junge Zuhälter Limmit, der naiv alles akzeptiert und mitmacht, was nötig ist, um in der Großstadt voranzukommen. Bis er anfängt hinter die Fassaden zu blicken und sich bei ihm so etwas wie ein Gewissen regt. So hofft man zumindest…

“Doctor Adder” ist unterm Strich wirklich nichts für schwache Gemüter. Die Geschichte ist grausam, unendlich pessimistisch und immer wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, packt Jeter eine weitere Abscheulichkeit oben drauf. Es fällt mir schwer dieses Buch als “gut” zu bezeichnen. Dafür unterhält es nicht wirklich. Wie könnte es auch, wenn Ekel, Trauer, Wut, aber auch eine Art angsteinflößende Lust die Gefühle sind, die hauptsächlich angesprochen werden? “Doctor Adder” ist kein Buch zum genießen. Doch es hallt lange nach und man kommt zu dem Schluss, dass es wohl gar nicht unterhalten will oder soll. Es soll schockieren. Und das tut es auch. Denn so verrückt und phantastisch die hier dargestellte Zukunft auch sein mag, genauso realistisch erscheint sie auch.

Ein Klassiker und Meilenstein des Cyberpunk-Genres, den Fans unbedingt mal gelesen haben sollten.

Taschenbuch (broschiert), 254 Seiten
Euro 15,90

 
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