Fundstücke
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Missverstandenes Nordkorea

Kim Yong Il, der sympathische Diktator von über dem Meer, ließ vor kurzem verlauten, dass sein Land sich vom Kernwaffenprogramm verabschieden und er alle Technologien und Baupläne offen legen will. Zum Zeichen seiner Bereitschaft sprengte er auch mal gleich einen Atomreaktor in die Luft. Einen im eigenen Land natürlich. Und erst nachdem niemand mehr drin und drumherum verweilte.

So ist er, der Kim. Im Herzen eben doch ein liebenswürdiger Schöngeist und darüber hinaus noch ein waschechter Ökofritze. Oder?

Wenn es nach den USA geht, dann ja. Nordkoreas “anhyong-higaseyo” (koreanisch für “du kannst mich mal kreuzweise und spiralförmig”) zum Nuklearprogramm veranlasste George W. Bush (amerikanisch für “halbes Pfund getrockener Eselkot”) dazu, Kims Kommunistenfürstentum von der Liste der Schurkenstaaten zu streichen. “Die Gefahr einer atomaren Bedrohung ist nicht mehr gegeben”, sagte das Weiße Haus dazu. So wurde aus einem blutroten Nordkorea über Nacht ein rosenrotes Nichtsüdkorea. Aus dem schlechten Korea ein nicht ganz so gutes Korea.

Ist das asiatische Land vielleicht auf dem Kuschelweg in die schwitzigen Arme der Demokratie? Kim Yon Il selber sieht das ganz anders: “Geht’s noch?! Diese Liste hat mir so viel bedeutet. Wie können die uns einfach so wegstreichen?! Die Demokratische Volksrepublik Korea ist, nach Kanada, der schurkischste Schurkenstaat auf diesem Planeten! “

Also alles nur ein ungeheueres Missverständnis? “Wir haben inzwischen genug A-Bomben, um den weinerlichen Demokraten aus dem Westen endlich erlauben zu können bei mir herumzuschnüffeln. Sonst hören die ja nie auf mich zu nerven. Ich bin eben einfach zu alt für diesen Stress”, sagte der Diktator. “Und die Bomben bleiben mir ja erhalten, hehe.”

Damit wäre zumindest so einiges klargestellt. Eine Sache wäre da allerdings noch: Was sollte eigentlich die Erwähnung Kanadas in Verbindung mit der Schurkenliste? Kim Yong Il dazu: “Wer niedliche Babyrobben totschlägt, verdient es die Nummer Eins unter den Schurken zu sein!”

 
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Berlusconi: “Ich habe mich mit Sex bezahlen lassen”

Wir erinnern uns: Das Weiße Haus erstellte eine Informationsmappe über Italiens Staatschef Silvio Berlusconi, die voller Fehler und Halbwahrheiten steckte. Die Presse bekam Wind davon und der diplomatische Skandal war perfekt.

berlusconiDabei ist alles halb so schlimm. Es heißt über Berlusconi lediglich, er werde von vielen in seinem Land gehasst und als „politischer Dilettant“ angesehen, er habe als Kind früh eine „Leidenschaft fürs Geld“ entwickelt und sich mit Puppenspiele einiges dazuverdient, als Student gegen eine Gebühr für andere Studenten Seminararbeiten geschrieben, Staubsauger verkauft, als Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet und sei später in Korruptionsprozessen verwickelt gewesen.

Der Betroffene meldete sich nun persönlich zu Wort und stellte klar, dass die genannten Punkte natürlich nicht ganz stimmen. So werde er nicht von vielen in seinem Land gehasst, sondern von allen. Daher sei er nicht als politischer Dilettant, sondern vielmehr als politische Nemesis angesehen, wie Umfragen regelmäßig ergeben. Des weiteren entwickelte sich seine Leidenschaft für Geld nicht durch Puppenspiele. Es war eher die geniale Idee, die er mit acht Jahren hatte, von seinen Freunden und Bekannten Geld dafür zu verlangen, dass sie seiner geistig zurückgebliebenen Schwester unter den Rock schauen durften. Und als Student habe er zwar tatsächlich für andere Studenten Seminararbeiten geschrieben, doch tat er dies ausschließlich für seine Kommilitoninnen und ließ sich dafür nicht mit Geld, sondern mit Sex entlohnen.

Staubsauger habe Berlusconi in der Tat verkauft, aber auf einem Kreuzfahrtschiff sei er nie als Sänger eingestellt worden. Dies sei ein Gerücht, für dessen Verbreitung er selbst verantwortlich war. Mit 27 Jahren ging Berlusconi nämlich auf einem Kreuzfahrtschiff (soweit stimmt die Geschichte zumindest) dem lukrativen Gewerbe des Taschendiebstahls nach. Um danach seinen plötzlich prall gefüllten Geldbeutel zu erklären, erzählte er herum, er hätte einen Job als Sänger angenommen. “Damals kam ich übrigens auf die Idee in die Politik zu gehen”, warf Berlusconi an dieser Stelle ein. “Ich wollte lieber den nicht ganz so illegalen Weg gehen, um Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.”

Nur über die Erwähnung in Korruptionsprozessen verwickelt gewesen zu sein, reagierte Berlusconi leicht verärgert: “Was heißt denn bitte >verwickelt<? Das klingt ja so, als hätte ich mir mal was nebenbei eingesteckt. Dabei war ich es, der die Korruption in Italien wieder groß gemacht und ihr ermöglicht hat sich überall zu etablieren.”

Trotzdem nahm er unterm Strich alles sehr entspannt auf. “In den USA kennt man sich eben noch nicht so gut mit Korruption aus”, sagte Berlusconi spöttisch. “Da sind solche kleinen Fehler durchaus verzeihlich.”

Netter Typ, dieser Silvio.

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Mehr zu Berlusconi gibt es auch beim Postillon.

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Das Wal-Prinzip

Letzte Woche waren überall in der Stadt diese Werbeplakate für eine Reptilienschau zu sehen, doch irgendwas hat mich jedesmal gestört, wenn sie mir mal wieder ins Auge sprangen…

Na, wer findet den Fehler? Was stimmt auf dem Bild nicht?

Genau: Echsen, Schildkröten, Schlangen und Amphibien sind keine Spinnentiere. Und der Titel ist demzufolge auch falsch.

Aber vielleicht ist ja auch alles nur eine Frage der Perspektive und es greift hier das sog. Wal-Prinzip: Es schwimmt im Meer? Also ist es ein Fisch. Wuselt es auf dem Boden? Also ist es ein Reptil.

In der heutigen Zeit scheint man es ja allgemein nicht mehr so eng zu sehen, was irgendwo hingehört oder nicht.

So darf z.B. die Türkei bei Europameisterschaften mitmachen, in Deutschland kann sich die NPD neben demokratischen Parteien zur Wahl stellen, in Musikgeschäften findet der Kunde ein Genre namens Hip Hip, Soap-Darsteller werden mitunter als Schauspieler bezeichnet und sogar die BILD darf sich dreisterweise Zeitung nennen.

Man sieht, es ist im Grunde alles Ansichtssache, ob jemand oder etwas es verdient, Teil einer übergeordneten Bezeichnung zu sein.

Insofern können auch Spinnen unter der Überschrift “Reptilien” geführt werden, wenn man mit “Reptilien” schlichtweg “exotisches Ekelviech, das kreucht und fleucht” meint. Immerhin ist “Europa” heutzutage auch nur noch eine Bezeichnung für “durchgequirlter, kulturloser Multi-Kulti-Haufen”. Da können die Osmanen eben ruhig dazugehören. Demnächst wird ja auch noch die Mongolei in die EU aufgenommen, also was soll’s?

Und die NPD? Natürlich kann sich diese lächerliche Pseudo-Partei, deren Mitglieder und Wähler einen niedrigeren Durchschnitts-IQ als mittelscharfer Senf haben, zur Wahl stellen lassen, schließlich leben wir doch sowieso bloß in einer Scheindemokratie. Ich frage mich eigentlich nur wann jemand die SED reanimiert.

Ähnliches gilt für Hip Hop: Zwar könnten diese auf CD gepressten Beweise für Evolutionsbremsen auch bei IKEA als hässliche Tassenuntersetzer verkauft werden, aber es soll ja auch Leute geben, die finden, dass das, was Dieter Bohlen macht, Musik ist. Natürlich haben Dieter Bohlen und selbst ein kaputter Dampfwalzenmotor mehr mit Musik zu tun als Hip Hop es je haben könnte, doch man ist ja für alles offen.

Sogar für Soap-Darsteller, die man in Verbindung mit der Schauspielerei bringt, obwohl Eisbär Knut oder Kurt Beck (nicht ein und dieselbe Person) mehr schauspielerisches Talent in sich vereinen, als alle Soap-Darsteller dieser Welt zusammen…

Nur wie man die BILD “Zeitung” nennen darf, kann ich weder verstehen noch tolerieren. Bedrucktes Klopapier heißt doch auch nicht Rollbuch oder Hygienezeitschrift

Die Welt ist eben einfach schlecht.

 
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Was haben Lesben und Neandertaler gemeinsam?

Mit absurden Klagen die legislative Gewalt des Staates zu belästigen, scheint nachwievor ein angesagtes Hobby zu sein:

Eine Art Urheberrecht beanspruchen die Einwohner der Insel Lesbos auf den Namen ihrer Heimat, dessen Gebrauch zur Bezeichnung weiblicher Homosexueller sie verbieten möchten. Jetzt befasst sich die griechische Justiz mit der Klage mehrerer Einwohner, die die Benutzung des Namens als “beleidigende Anmaßung” empfinden.

Des weiteren wird ein Prozess angestrebt, in dem es darum gehen soll, den Begriff “griechisch” als Bezeichnung für anale Freuden verbieten zu lassen. Und nicht nur das. Überall auf der Welt melden sich Bürgerinitiativen zu Wort, die ähnliches im Sinn haben:  So möchten demnächst  Pariser Bürger den Duden verklagen, weil im deutschen Sprachgebrauch “Pariser” immer noch eine saloppe Bezeichnung für “Präservativ” darstellt. Mon Dieu! Und die Hawaiianer gehen womöglich bald vors Gericht, um zu bewirken, dass die typische Pizza Hawaii nicht mehr so genannt werden darf. Denn mit der Ananas würde man zwar selbstverständlich Hawaii assoziieren, doch reduziere man damit die schönen Inseln lediglich auf die stachelige Frucht. Eine Pizza mit triefendem Speck würde schließlich auch nicht Pizza USA heißen, argumentieren die Hawaiianer.

Sehr vorsehen müssen sich allerdings sämtliche historischen Gesellschaften dieser Welt, wenn ein paar muffige Rheinländer aus dem Neandertal auf die Idee kommen sollten gegen die Bezeichnung “Neandertaler” (für den gleichnamigen Urmenschen) zu klagen, weil die Namensgebung die Menschen im entsprechenden Talgebiet ins Lächerliche zieht. Obwohl natürlich dieser Name – besonders zur Karnevalszeit – im Grunde ganz gut passt.

Heiteres Klagen noch, alle zusammen.

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Hurra! Drogen werden billiger!

Gute Nachrichten: Wie die UN-Drogenbehörde bekannt gab, ist in Afghanistan die Herstellung von Opium im Vergleich zum letzten Jahr um 34 Prozent gestiegen und habe sich seit 2005 sogar verdoppelt. Der Chef der Behörde wörtlich: “Es gibt einen Überschuss bei der Produktion im Vergleich zum weltweiten Konsum.” (Quelle: focus.de)

Im Klartext heißt das: Die Preise für Opium und das darauf aufbauende Heroin werden bald unaufhaltsam fallen. Händler und Konsumenten frohlocken und hoffen endlich auf bessere Zeiten, fern von der nüchternen Realität des trostlosen Daseins am Anfang des dritten Jahrtausends.

Erstmal müsse der Markt auf diesen Überschuss reagieren, hieß es von Seiten der Drogenbehörde, doch wäre es nur eine Frage der Zeit, bis sich endlich jeder auf der Welt in den Drogenhimmel katapultieren kann. Der Pressesprecher des Drogenkartells in Hong Kong formulierte diesen Zustand so: “Es ist wie ein Traum. Alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen, von armen Arbeiterkindern, über  verwöhnte  halbstarke Jugendliche, bis hin zu gebrechlichen und pflegebedürftigen Senioren, werden in den Genuss nahrhaften Heroins kommen dürfen. Zum ersten mal schließt sich die Schere zwischen Arm und Reich ein wenig. Und das überall auf der Welt.”

Es ist in der Tat ein denkwürdiges Jahr. Krankheit, Hunger und Armut werden in Zukunft zu einer Illusion degradiert werden, was besonders im gebeutelten Afrika für Entspannung sorgen könnte. Und auch im Hinblick auf den Nahost-Konflikt wagt man zum ersten mal leicht aufzuatmen, denn wie die israelische Regierung verkündete, plant sie riesige Mengen Opium aufzukaufen, um sie kostenlos in den umkämpften Grenzgebieten zu verteilen. Sollte die beruhigende Wirkung der Drogen zur Beendigung des Konflikts beitragen, steht dem Weltfrieden nichts mehr im Wege.

“Opium fürs Volk” mal anders als Karl Marx und Lenin es im Sinn  hatten.

Doch wir sollten nicht vergessen, wem wir dies alles zu verdanken haben: Es waren die USA und ihre Verbündeten, die Afghanistan von den drogenhassenden Taliban befreiten und so den fruchtbaren Boden schafften, auf welchem die Millionen unterdrückten Mohnbauern nun Opium in Überschuss gedeihen lassen können.

Das genaue Datum ist noch nicht festgelegt, aber zukünftlich wird es anlässlich dieses Ereignisses einen internationalen Gedenktag geben, der ehrfurchtsvoll Eden-Tag getauft wurde.

In diesem Sinne: Einen fröhlichen Drogenrausch allerseits!

 
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