Fundstücke
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Klinsmann, Buddha und der Papst

Jürgen Klinsmann greift als neuer Bayern-Trainer rigoros durch; ließ sogar mehrere Buddha-Statuen ins und ums sportliche Leistungszentrum aufstellen. An und für sich eine nette Idee, doch gibt es einen kleinen Schönheitsfehler: Ein fröhlicher dicker Buddha verträgt sich einfach nicht mit dem erzkatholischen Bayern, das griesgrämige und weltfremde Menschen wie Adolf Beckstein oder Luzifer Ratzinger hervorgebracht hat. Öffentlich scheint der Buddha-Trend als bloße Modeerscheinng und daher als unbedeutend angesehen zu werden, doch besonders in kleineren Gemeinden hört der Spaß bei der Religion auf. So sollen in vereinzelten abglegenen Orten (z.B. Marktl am Inn), deren einziger Kontakt zur Zivilisation die wöchentliche Bekanntgabe der Fußballergebnisse mit dazugehörigen Spielberichten darstellt, sich wütende Mobs gebildet haben, die bewaffnet mit Fackeln und Mistgabeln durch die Straßen marschieren und neben der Einäscherung der Buddha-Statuen auch Klinsmanns Tod und die Rückkehr zur Monarchie fordern.

Glücklicherweise hat sich nun der ehemalige bayerische Ureinwohner Ratzinger IV., der heute als Beelzebub XVI. die Herrschaft über das dunkle Imperium innehat, eingeschaltet, um schlimmeres zu verhindern. Feuer mit Feuer bekämpfen, lautet die Devise. So gab der Vatikan bekannt, dass man Klinsmann leider nicht zwingen kann sein heidnisches Walten zu unterbinden, ohne selbst mit großem Imageverlust rechnen zu müssen; In den USA wäre es was anderes gewesen, aber in Europa ist Folter nicht mehr so gut angesehen. Stattdessen holt man zum Gegenschlag aus, indem man mit dem Sponsoring einer Fußballmannschaft unter Beweis stellt, dass der direkte Draht zum Christentum bessere Ergebnisse mit sich bringt, als der Draht zum Buddhismus. Klinsmann und sein komplettes heidnisches Gehabe sollen dadurch bloßgestellt werden, damit unter den Fußballbegeisterten eine Rückkehr zur katholischen Kirche bewirkt wird.

Die Mannschaft, die der Vatikan ab der nächsten Saison nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch mit klerikalen Ausschmückungen des Stadions bereichern wird, ist der FC St. Pauli. Ein Fussballvereinen, der nach dem heiligen Paulus benannt wurde, kann sicherlich mit einer tiefreligiösen Lebenseinstellung aufwarten, sagte ein Sprecher des Vatikans. Sogar das Logo, der Schädel Adams, der respektvollerweise mit einer Augenklappe versehen wurde, spräche für die innige Bindung zum Christentum und dessen moralischen Wurzeln.

Für die kommenden Monate seien mehrere Treffen arrangiert worden, um weitere Details über die Trikotgestaltung, Rasenfarbe, den geplannten kolossalen Bronze-Jesus und natürlich zukünftige Spieler und Trainer zu besprechen. Dann wird sich zeigen, welche Zukunft die katholische Kirche in der deutschen Fußballbundesliga weiter haben wird.

Die Gerüchte, dass der Zentralrat der Muslime in Deutschland (CSU) beim 1. FC Köln mitmischen möchte, haben sich übrigens nicht bestätigt.

 
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Uran im Trinkwasser: Im Auftrag der Regierung

Das Geschrei war und ist noch groß: Hilfe, unser Leitungswasser enthält zuviel Uran. Seit wann ist das so? Wurden wir alle, die regelmäßig Leitungswasser trinken, jahrelang vergiftet? Müssen wir gar bald einen grausamen Tod sterben?

Keineswegs. Der Skandal ist nämlich überhaupt keiner. Er entpuppt sich als unfreiwillige Enthüllung eines geheimen Regierungsprogramms zum Schutz der Bevölkerung. Aufgrund des steigenden Drucks von Seiten der Presse, fühlte sich Kanzlerin Merkel dazu veranlasst, Stellung zu beziehen und die Deutschen über die Hintergründe des Uranvorkommens im Trinkwasser aufzuklären:

Die Uran-Werte im deutschen Trinkwasser sind sehr hoch, doch sind sie für den Konsumenten nicht tödlich. Im Gegenteil. Die Werte wurden – im Auftrag der Regierung – im September 2006 in allen Wasserwerken Deutschlands auf die durchschnittliche Uran-Verträglichkeit des menschlichen Immunsystems abgestimmt und seitdem stetig erhöht. Damit wollen wir den Körper unserer Bundesbürgerinnen und Bundesbürger langzeitlich resistent gegen Uran bzw. von Uran verursachte Strahlung werden lassen. Mit anderen Worten: Die Regierung möchte, dass die Deutschen im Falle eines atomaren Anschlags eine höhere Überlebenschance haben. Zudem muss man auch noch die erhöhte Unfallgefahr in deutschen Kernkraftwerken berücksichtigen, wenn die Verabschiedung von der Atomenergie bald wieder rückgängig gemacht wird.

In diesem Sinne, meine lieben Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, trinken Sie weiterhin Leitungswasser, auf dass Sie resistent und im Fall der Fälle nicht krank werden oder gar grässlich mutieren. Vielen Dank. Ich liebe Sie.

Welch Erleichterung.

Vor diesem Hintergrund wirken auch Thilo Sarrazins Äußerungen, gegen zu hohe Heizkosten würde am besten ein dicker Pullover helfen, überhaupt nicht mehr schlimm. Sarrazin hatte sich vielleicht umständlich ausgedrückt, aber im Grunde wollte er uns nur indirekt auf den atomaren Winter nach einem möglichen Atomschlag vorbereiten. Wer schließlich am besten mit der Kälte zurecht kommt und sich frühzeitig mit warmer Kleidung eindeckt, hat später die besseren Überlebenschancen.

Sind sie nicht toll, unsere Politiker?

 
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Übermüdung

Wenn man, wohlgemerkt nüchtern, spät nachts nach Hause kommt und ganz automatisch Schuhe und Hose auszieht, weil man so schnell wie möglich ins Bett möchte, dann aber unbewusst und aus unerfindlichen Gründen die Schuhe wieder anzieht, nur um sich daraufhin plötzlich bewusst zu fragen, wie zum Teufel man es geschafft hat die Hose auszuziehen, ohne sich dafür der Schuhe entledigt zu haben, dann, liebe Freunde, ist das ein eindeutiges Anzeichen für Übermüdung.

Ja, am nächsten morgen fand ich das Ganze auch lustig.

 
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Der Bibel-Erlebnispark

Die schweizer Firma Genesis-Land AG, die eng mit dem kreationistischen Verein ProGenesis zusammenarbeitet, möchte nahe Heidelberg einen Bibel-Erlebnispark bauen. Damit soll den Besuchern auf eine vergnügliche Art und Weise ermöglicht werden, einen Einblick in die wunderbare Weltsicht des Kreationismus zu bekommen.

Laut Gian Luca Carigiet, dem Vorsitzenden des Vereins, wird es neben den typischen Achterbahnen selbstverständlich auch verschiedene Attraktionen und Themengebiete geben, die in einer biblischen Atmosphäre die richtigen Wertvorstellungen vermitteln sollen. Einiges sei bereits ausführlich geplant und in Arbeit:

So wird man im “Garten Eden” nicht nur einen Streichelzoo, sondern auch einen Nudistenstrand sowie natürlich den verbotenen Baum vorfinden. Dieser soll ein genetisch veränderter Apfelbaum sein, dessen Früchte nach dem Verzehr wie eine Überdosis LSD wirken. Damit soll den Besuchern die Auswirkungen des Sündenfalls nähergebracht werden.

Für viel Adrenalin wird das Themengebiet “Sodom und Gomorrha” sorgen, wo man Laiendarsteller bei ausschweifenden sexuellen Praktiken beobachten kann, nur um daraufhin in einer spektakulären Show mitzuerleben, wie ein künstlich erzeugtes Erdbeben und ein filmreifer Feuerregen die Sünder ins Verderben schickt. Carigiet betonte an dieser Stelle, er sei froh, dass sich besonders für diese Attraktion bereits unzählige Statisten beworben hätten. Er sei sehr glücklich, dass die Deutschen anscheinend viel Wert darauf legen, ihren Mitmenschen die schlechten Auswüchse der Sünde und deren sträfliche Folgen zu präsentieren.

Des weiteren versprach Carigiet, dass wohl auch Hartgesottene auf ihre Kosten kommen werden, denn es sei auf jeden Fall auch eine Passionsgeschichte zum Mitmachen geplant. Darüber, ob man in jede beliebige Rolle schlüpfen kann, schwieg sich Carigiet leider aus.

Das absolute Highlight des Parks soll jedoch eine Nachbildung der Arche Noah in Originalgröße werden, in welcher dann, historisch genau, alle Tierarten unserer bekannten Welt vorzufinden seien, inklusive Pokémons und Hippies.

Weitere Nachbildungen, wie jene des Turms zu Babel oder der Mauern von Jericho sowie regelmäßige Shows, Bühnenspiele und typische Parkmaskottchen wie Moses, Jesus oder König Salomon runden das ganze Erlebnis schließlich ab.

Übrigens: Unser Verusch, weitere Details aus Carigiet herauszukitzeln, scheiterte kläglich an der Humorlosigkeit des überzeugten Kreationisten. Das kurze Protokoll unserer Befragung spricht für sich selbst:

Herr Carigiet, Sie als Vorsitzender des ProGenesis-Vereins haben doch sicher eine vernünftige Antwort auf die größte Streitfrage der Menschheit: Peter Gabriel oder Phil Collins?

Also sowas…! Sie Schmock, Sie…! Auf wiedersehen!

Wir sehen uns im Bibel-Park.

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Übergewichtige Bevölkerung verursacht Erdbeben in Los Angeles

Kein Wunder, dass Seismologen das Erdbeben in Los Angeles, bei dem am Dienstag glücklicherweise niemand ums Leben kam, nicht rechtzeitig vorhersagen konnten. Das Beben hatte nämlich keine geologischen Ursachen, wie natürlich jeder aufgrund des gefährdeten Gebietes in Kalifornien vermutete, sondern war die Folge eines Wutanfalls mehrerer Hunderttausend übergewichtiger Stadtbewohner, die durch wiederholtes auf dem Boden Stampfen ihren Frust über ein kürzlich verabschiedetes Gesetz zur Bekämpfung der schlechten Ernährung rauslassen wollten:

Im Süden von Los Angeles dürfen in den kommenden zwölf Monaten keine neuen Fast-Food-Restaurants eröffnet werden. Davon betroffen wären rund 500.000 Menschen, die in ihrem Umkreis auf weitere Schnellimbisse verzichten müssen. Stadträtin Jan Perry hatte den Gesetzesvorschlag eingebracht, um einen Versuch zu starten die Bürger zu einer gesünderen Ernährung zu bewegen.

Natürlich stellt man sich nun die Frage, wer für die Erdbebenschäden aufkommen soll. Die Dicken, die das Beben verursacht haben oder der Stadtrat von Los Angeles, der eigentlich hätte wissen müssen, wozu die Bewohner fähig sind, wenn solch ein Gesetz verabschiedet wird. Man denke da schließlich nur an die schlimmen Rassenunruhen 1992, nachdem der Stadtrat die Einfuhrzölle für dunkle Schokolade erhöhte, die für helle jedoch nicht.

Wer letztendlich die Entschädigungen tragen wird, entscheidet sich demnächst vor dem Obersten Gerichtshof.

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