Fundstücke
1

Von der Arbeit in einem Sexshop: Der Junkie

Unser schönes Trier gilt zwar mit seinen krampfhaft zusammengescharrten 100.000 Einwohnern als Großstadt, aber ein gewisses dörfliches Flair verbreitet es trotzdem. Und das nicht nur aufgrund des kleinen Stadtkerns und des unscheinbaren Umlands mit seinen vielen Weinbergen, Wanderwegen und rustikalen Gaststätten. Auch der Drogenkonsum kann nicht mit Los Angeles oder Neu-Köln mithalten. Nichtsdestotrotz schaffen es einige Junkies sogar zu uns in den Laden und dann entstehen skurrile Situationen wie folgende:

Ein durchschnittlich aussehender junger Mann um die 20 kommt herein und ich sage wie immer freundlich “guten Tag”. Er dagegen schaut sich plötzlich irritiert um, als hätte ihm ein Geist in den Hintern getreten, und antwortet mit glasigem Blick: “Tag? Ist denn schon Tag?” Ich atme tief ein, hebe ein Augenbraue und erwidere mit einem Seitenblick auf die Uhr: “Guter Mann, wir haben 17Uhr”, was er wiederum nur mit einem Nicken und einem Sabberfaden aus seinem scheinbar nicht mehr schließbaren Mund registriert.

Was zum Teufel hat der sich denn bitte reingepfiffen? Dieser Gedanke geht mir allerdings nur kurz durch den Kopf, denn der geistig abwesende Mitbürger nimmt die Beine in die Hand und saust einmal quer durch den Laden, dass ich Schwierigkeiten habe auf den Überwachungsmonitoren mitzuhalten. Er bleibt dann vor dem Schaukasten, in welchem die DVD-Cover unseres Kabinenprogramms eingeschlossen sind, stehen und versucht durch die Glasscheibe zu greifen. Mehrmals. Und nicht gerade zart. Bevor also etwas schlimmeres passiert, gehe ich entschlossen – und inzwischen leicht angesäuert – auf ihn zu: “Sag mal, geht’s noch, du Schwachkopf? Was soll das?!” Sobald er mich hört, dreht er sich um und schaut mich so angsterfüllt an, als stünde ein grausam dreinblickender und mordlüsternder Killer und kein grausam dreinblickender und mordlüsternder Sexshopverkäufer vor ihm.

Die Szene dauert keine Sekunde, da zischt er wie aus der Pistole geschossen aus dem Laden heraus. Dass er dabei nicht geschrien hat, war alles…

 
5

Von der Arbeit in einem Sexshop: Der Telefonterrorist

Als ich damals meinen Nebenjob im Sexshop/-Kino angefangen habe, rechnete ich damit, auf nicht wenige Scherzanrufe reagieren zu müssen. Kinder kommen ja auf die dümmlichsten Ideen und Telefonstreiche gehörten auch in meinen Jugendjahren zu einer netten Freizeitbeschäftigung.

Doch war und bin ich überrascht, dass so gut wie nie solche Anrufe bei uns eingehen. Kindlicher Schabernack zeichnet sich wohl heute anders aus als über Telefon- oder Klingelstreiche. Das abendliche Bild pubertierender Halbstarke, die an irgendwelchen Bushaltestellen herumlungern und Bier trinken, spricht wohl für sich.

Das ist aber nicht das eigentliche Thema: Ich bekomme nämlich hin und wieder durchaus sowas wie Scherzanrufe, die bei näherer Betrachtung allerdings jeden Kinderstreich in die Tasche stecken, denn bei dem Anrufer handelt es sich um einen ca. 35jährigen Mann, der sich jedesmal (!) mit einem anderen Vornamen meldet und dabei stets auf dieselbe monotone Art und Weise fragt, was denn gerade im Kino los sei. Nein, es ist nicht so amüsant, wie es sich anhört, vor allem nicht dann, wenn sich die Anrufe in regelmäßigen Abständen wiederholen. Da reagiert man als genervter Angestellter schon mal über (in Klammern stehen – gottseidank – nur Gedanken):

*ring*

Ja, hallo, hier ist der Mike. Ich wollte mal fragen was so los ist im Kino…

Wie immer um die Uhrzeit. Durchschnitt.

Verstehe. Aber keine Frauen oder Pärchen?

Nein.

Kommen denn noch welche heute?

(Idiot, woher soll ich das wissen?) Keine Ahnung, das kann man nicht so sagen. Ist immer unterschiedlich.

Immer unterschiedlich, verstehe… Vielleicht so gegen 10? Oder eher früher?

(Schwachkopf.) Das kann ich Ihnen wirklich nicht sagen. Die kündigen sich ja nicht an.

Verstehe… Ich schau dann vielleicht später mal vorbei.

*klick*

*ring*

Ja, hallo, hier ist der Frank. Wollt mal fragen was so los ist bei euch.

(Hast du kein Leben, du Schmock?) Inwiefern?

Sind Pärchen im Kino?

Nein.

Kommen vielleicht noch welche?

Nein. Ich denke nicht.

Weißt du das ganz sicher?

Nein, ich bin kein Hellseher, aber es ist unwahrscheinlich.

Also wäre es theoretisch möglich?

Ähm… Ja.

Na dann schau ich vielleicht mal gleich vorbei.

(Idiot. Machst du doch eh nicht.)

*klick*

*ring*

(Nicht schon wieder…)

Hehe, hallo, hier ist der Jamal, ich wollte -

(Aaaaargh!!!) Nein, sind keine Frauen da und es kommen auch keine mehr. Nie wieder.

*klick*

*ring*

(Du verdammter…) Ja?!

Ähm, ja, ich bin’s nochmal. Wollte -

Ja, was für ein Glück. Da sind gerade vier Pärchen nacheinander ins Kino gegangen. Mitte 20, tolles Aussehen. Scheint so eine Art Swingerausflug zu sein.

Ähm… Im Ernst?

(Hehe. Trottel.) Nein.

*klick*

*ring*

Affenkotsammelstelle?

Ähm… Hehe… Ja… Also…

*klick*

*ring*

*klick*

 
0

SOS

Man stelle sich folgende Situation vor: Zwei nicht ganz helle Köpfchen, nennen wir sie einfach mal Kevin und Pascal, treffen aufeinander und fangen folgende Diskission an:

Kevin: Ey, sag mal, wie geht SOS?

Pascal: SOS? Das Lied von ABBA?

Hä? Aber was?

Nicht “aber”. ABBA, Mann.

Was’n das denn? Kenn ich nich’.

So ‘ne Schlagergruppe von damals.

Ey, du hörst Schlager? Alter, bist du schwul oder was?

Hallo? Wat is’ dann mit dir?

Wat is’ dann mit diiir?

Ne, wat is’ dann mit diiiiiiir? Du hast doch mit dem scheiß SOS angefangen!

Hab aber den scheiß Notruf gemeint und kein scheiß Lied von so ‘ner scheiß Schlagerscheiße!

Oh. Sag das doch gleich, du Depp.

Und?

Und was?

Na wie geht’n dieses SOS jetzt?

Wie meinst’n das eigentlich? Na einfach “SOS”.

Einfach so?

Na, was glaubste warum das so heißt, du Spast? Man ruft einfach “SOS” wenn man in Not ist. Notruf und so. Ist doch ganz leicht.

Warum ruft man denn nicht einfach um Hilfe?

Na dann würds doch “Hilferuf” und nicht “Notruf” heißen.

Nee, warte mal, dann müsst man doch beim Notruf “Not” rufen und nicht “SOS”.

Äh, keine Ahnung, irgendwie… Jetzt kapier ich gar nix mehr. Ist SOS dann vielelicht ‘ne Abkürzung oder so?

Jo, könnt’ sein. Für was aber?

Boah… Hm… Äh… Vielleicht für “Stecke bis zu den Ohren in der Scheiße”.

Geil. Das könnt’s sein. Würd’ voll passen. Is’ ja auch viel zu lang um’s auszusprechen. Ich mein, stell dir mal vor, du sitzt auf’m Klo und die halbe Decke fällt dir auf’n Kopp -

Hä? Wart mal. Alter, das ist voll unrealistisch.

Mann, war doch nur’n Beispiel.

Ein scheiß Beispiel.

Dann sag ein besseres.

Äh… Ok. Du hockst auf’m Klo, hast grad ‘nen richtig fetten Haufen gemacht und du merkst, dass das scheiß Scheißpapier alle ist.

Scheiße!

Du sagst es! Dann ruft man “SOS” und jeder der’s hört, weiß dann Bescheid.

Geil. Das macht Sinn. Das geht schnell und man muss auch nicht laut nach Scheißpapier verlangen, was voll peinlich wär’.

Jo.

Ob so ein Gespräch jemals stattgefunden hat oder mal stattfinden wird, kann ich nicht sagen, aber ich halte es zumindest für mehr als wahrscheinlich. In Zeiten von Bushido, Handysolarien und Shirts für Dreizehnjährige mit dem Aufdruck “69 Slut 4 Life!” wohl auch sehr nachvollziehbar.

Wie dem auch sei, mein eigentlicher Gedanke drehte sich aber dabei tatsächlich um SOS. Und zwar um den Notruf, nicht um den ABBA-Song. Aus dem einfachen Grund, weil ich es für ziemlich wichtig halte, dass man den SOS-Morsecode – drei mal kurz, drei mal lang, drei mal kurz – kennen sollte, wenn tatsächlich mal ein Notfall eintreten sollte.

Sicher, In der Handy- und GPS-Ära scheint das Ganze lachhaft, aber man stelle sich vor, man ist irgendwo abseits einer Straße mit dem Auto verunglückt, vollständig eingeklemmt und nicht mehr in der Lage um Hilfe zu rufen. Das einzige, was man noch tun kann, ist mit ein paar Fingern die Hupe zu betätigen. Hupt man jetzt wie verrückt vor sich hin, um die nötige Aufmerksamkeit zu erregen oder hupt man doch lieber den SOS-Code? Ich persönlich würde SOS hupen, auch wenn, realistisch betrachtet, wohl jedes energische Hupen irgendwelche Neugierige anlocken würde. Aber vielleicht nur nach einer Weile, nachdem bereits viele lebensentscheidende Minuten verstrichen sind. Würde aber jeder wissen, dass es sich bei dem rhythmischen Hupen um ein SOS-Ruf handelt, käme die Hilfe sofort.

Dasselbe gilt auch für sonstige Notsituationen, in denen man auf sich aufmerksam machen muss, weil das Handy nicht greifbar ist und auch die Kraft zum lauten Rufen fehlt. Da kann ein SOS in Form von Klopfgeräuschen oder Lichtsignalen sehr entscheidend sein. Voraussgesetzt natürlich das SOS wird als solches erkannt.

Mir ist dieser Gedanke neulich gekommen, als ich tatsächlich außerhalb der Stadt unregelmäßige Hupgeräusche wahrgenommen und dann gelauscht habe, ob es  SOS-Signale sind. Das war aber nicht der Fall und ich habe mich auch nicht weiter darum gekümmert, vor allem weil das Hupen nach einer Weile aufhörte.

Wer weiß, vielleicht ist da gerade jemand verendet, aber da sage ich mir lediglich: Hätte er mal besser gewusst wie man SOS meldet…

Also, nicht vergessen: SOS = drei mal kurz, drei mal lang, drei mal kurz

 
1

Von der Arbeit in einem Sexshop: Zwölf

Zwölf. Ein Dutzend. So viel wie eine Uhr Stunden anzeigt, so viel wie Jesus Jünger hatte, so viel wie unser Horoskop Tierkreiszeichen kennt: So viele Tage hintereinander hatte ich Dienst… Verrückt. Selbst Gott ruhte am siebten Tag.

Und wer ältere Berichte über meine pornöse Nebenbeschäftigung gelesen hat, kann sich unter Umständen vorstellen wie sich eine geballte Ladung realitätsferner Unterhaltungsmedien mit dazugehörigen Nervkunden, die sich über zwölf Tage lang hinziehen, auswirkt. Allgemein sollte jedoch folgende Erklärung die Situation beschreiben: Als Arbeitnehmer in einem Sexshop, der auch noch ein großes Kino beherbergt, dreht man in der Regel nach sieben bis acht Tagen durch, wenn man keinen Tag dazwischen frei hatte. Die schmuddelige Umgebung bekommt der menschlichen Seele auf Dauer einfach nicht. Ich dachte natürlich dies sei ein Mythos, doch  wurde ich am eigenen Leib eines besseren belehrt:

Am siebten Tag veränderte sich die Tonlage meiner Stimme, so als wäre ich zeitweise von Steve Urkel oder Freddy Krüger besessen. Oder beiden gleichzeitig. Dazu begann ich wirres Zeug zu reden, war sehr leicht reizbar, machte niveaulose Scherze und infantile Wortwitze, wie man sie höchstens noch im Fernsehen von Nulpen wie Oliver Pocher zu hören bekommt. Freunde, mit denen ich an diesem kritischen siebten Tag telefonierte, meinten, ich würde mich irgendwie irre anhören. Und zwar im beängstigenden Sinne. Doch immerhin hatte ich keine Mordgelüste, also nahm ich mir die sorgenden Bemerkungen nicht so zu Herzen. Was wissen die schon? Die sind doch die Verrückten, nicht ich. Jawohl.

Am achten Tag befürchtete ich das schlimmste, aber es kam alles ganz anders: Ich war
die Ruhe selbst. Entspannt und gelassen saß ich meine Schicht ab und ließ es mir dabei gut gehen. Ich machte sogar wieder Smalltalk mit unseren Kunden, lachte viel und war die Freundlichkeit in Person. Hatte ich vielleicht unbewusst irgendwelche Drogen genommen? Eigentlich unwahrscheinlich, es sei denn Kamillentee fällt seit neustem unter das Rauschmittelgesetz. Die gute Laune beruhte wohl tatsächlich darauf, dass ich den verflixten siebten Tag überlebt habe und mich mein Hirn nun mit ein wenig Juchu-Hormonen belohnte.

Richtig schlimm wurde es am neunten Tag. Nicht nur, dass die komplette Gelassenheit vom Vortag wie weggeblasen schien, nun kamen auch noch die anfangs befürchteten Mordgelüste hinzu, die sich mit wilden Zerstörungsfantasien um die Vorherrschaft meiner Gedanken balgten. Ein typisches Beispiel: Der Stift in meiner Hand. Ramme ich ihn dem Kunden da ins Auge, der es wagt mich zu fragen ob die neuste Augsabe der “Happy Weekend” schon da ist? Oder zersteche ich damit lieber alle Bücher und Zeitschriften? Oder kombiniere ich alles? Ich könnte alle Zeitschriften zerstechen, den Kunden zwingen sie zu essen und ihm erst danach den Stift ins Auge rammen. Dann wüsste er, was ich unter einem happy Weekend verstehe…

Nun ja, leider glücklicherweise bin ich ein vernünftiger Mensch und keiner von den abstrusen Gedanken wurde in die Tat umgesetzt. Stattdessen biss ich die Zähne zusammen und sagte lediglich: “Ja, die neue Ausgabe ist da. Gleich da vorne. Bitte sehr.” Nur in Gedanken fügte ich noch etwas hinterher: “Ich hoffe du erstickst daran!”.

Immerhin war der neunte Tag insgesamt sehr ruhig, also musste ich nicht sehr oft die Zähne zusammenbeissen und gedankliche Flüche aussprechen. Das wäre am Ende sonst eine teure Zahnarztrechnung geworden. Von den Kosten für den Psychiater ganz zu schweigen…

Am zehnten Tag konnte ich dann erneut einen Stimmungswandel wahrnehmen. Mein Kopf war nicht mehr voll mit Beleidigungen und auch konnte man nicht mehr davon sprechen, dass ich jederzeit jemanden mit einem Dildo erschlagen könnte. Stattdessen beherrschte mich nun eine ungeheure Lustlosigkeit und Gleichgültigkeit. Ich saß sehr viel auf meinem Hocker, lehnte mich halbtot an die Wand, drehte die Musik ganz laut auf und sang mit voller Inbrunst mit, schlawenzälte oft tänzelnd durch den Laden und ließ mir allgemein viel Zeit mit allem was ich tat. Selbst absoluten Idiotenkunden entgegnete ich nur noch mit einem tiefen Seufzer.

Der elfte Tag war sehr seltsam, denn er gestaltete sich wie eine Mischung aus den Tagen davor, was mich äußerst unberechenbar machte. Wie würde ich wohl auf den nächsten Trottelkunden reagieren? Ignoriere ich ihn? Verarsche ich ihn? Beschimpfe ich ihn? Trete ich ihn? Fragen über Fragen, deren mögliche Beantwortung jedoch für viele unterhaltsame Stunden sorgte…

Und dann endlich: Tag Zwölf. Der letzte Tag. Doch gab es ihn überhaupt? Ich weiß, ich musste arbeiten, aber ich habe keine wirkliche Erinnerung daran. Liegt wohl daran, dass ich mich gedanklich ganz woanders befand. Außerhalb des Ladens nämlich…

Freiheeeeeeeit.

 
2

Klinsmann, Buddha und der Papst

Jürgen Klinsmann greift als neuer Bayern-Trainer rigoros durch; ließ sogar mehrere Buddha-Statuen ins und ums sportliche Leistungszentrum aufstellen. An und für sich eine nette Idee, doch gibt es einen kleinen Schönheitsfehler: Ein fröhlicher dicker Buddha verträgt sich einfach nicht mit dem erzkatholischen Bayern, das griesgrämige und weltfremde Menschen wie Adolf Beckstein oder Luzifer Ratzinger hervorgebracht hat. Öffentlich scheint der Buddha-Trend als bloße Modeerscheinng und daher als unbedeutend angesehen zu werden, doch besonders in kleineren Gemeinden hört der Spaß bei der Religion auf. So sollen in vereinzelten abglegenen Orten (z.B. Marktl am Inn), deren einziger Kontakt zur Zivilisation die wöchentliche Bekanntgabe der Fußballergebnisse mit dazugehörigen Spielberichten darstellt, sich wütende Mobs gebildet haben, die bewaffnet mit Fackeln und Mistgabeln durch die Straßen marschieren und neben der Einäscherung der Buddha-Statuen auch Klinsmanns Tod und die Rückkehr zur Monarchie fordern.

Glücklicherweise hat sich nun der ehemalige bayerische Ureinwohner Ratzinger IV., der heute als Beelzebub XVI. die Herrschaft über das dunkle Imperium innehat, eingeschaltet, um schlimmeres zu verhindern. Feuer mit Feuer bekämpfen, lautet die Devise. So gab der Vatikan bekannt, dass man Klinsmann leider nicht zwingen kann sein heidnisches Walten zu unterbinden, ohne selbst mit großem Imageverlust rechnen zu müssen; In den USA wäre es was anderes gewesen, aber in Europa ist Folter nicht mehr so gut angesehen. Stattdessen holt man zum Gegenschlag aus, indem man mit dem Sponsoring einer Fußballmannschaft unter Beweis stellt, dass der direkte Draht zum Christentum bessere Ergebnisse mit sich bringt, als der Draht zum Buddhismus. Klinsmann und sein komplettes heidnisches Gehabe sollen dadurch bloßgestellt werden, damit unter den Fußballbegeisterten eine Rückkehr zur katholischen Kirche bewirkt wird.

Die Mannschaft, die der Vatikan ab der nächsten Saison nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch mit klerikalen Ausschmückungen des Stadions bereichern wird, ist der FC St. Pauli. Ein Fussballvereinen, der nach dem heiligen Paulus benannt wurde, kann sicherlich mit einer tiefreligiösen Lebenseinstellung aufwarten, sagte ein Sprecher des Vatikans. Sogar das Logo, der Schädel Adams, der respektvollerweise mit einer Augenklappe versehen wurde, spräche für die innige Bindung zum Christentum und dessen moralischen Wurzeln.

Für die kommenden Monate seien mehrere Treffen arrangiert worden, um weitere Details über die Trikotgestaltung, Rasenfarbe, den geplannten kolossalen Bronze-Jesus und natürlich zukünftige Spieler und Trainer zu besprechen. Dann wird sich zeigen, welche Zukunft die katholische Kirche in der deutschen Fußballbundesliga weiter haben wird.

Die Gerüchte, dass der Zentralrat der Muslime in Deutschland (CSU) beim 1. FC Köln mitmischen möchte, haben sich übrigens nicht bestätigt.

 
Seite 149 von 167« Erste...102030...147148149150151...160...Letzte »