Fundstücke
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Angela Merkel auf Bierdeckeln

Die Politik meint es nicht gerade gut mit unseren Nachwuchs-Alkoholikern:

20 000 Jugendliche landen in Deutschland jedes Jahr mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Die Polizei setzt jetzt auf eine Schock-Kampagne mit Ekel-Bildern auf Bierdeckeln. Über eine Million werden in diesen Tagen unters trinkende Jungvolk gebracht und sollen so vor Promille-Exzessen warnen.

Diese Kampagne scheint auf den ersten Blick eine tolle Idee zu sein, aber müssen unbedingt Fotos von Angela Merkel, Dirk Bach oder Bill Kaulitz (Sängerin von Tokio Hotel) darunter sein?

Unterstützt werden diese Ekel-Bilder zudem noch mit aussagekräftigen Sprüchen, die besonders bei Jugendlichen zusätzlichen Schrecken verbreiten sollen. So steht unter dem Foto unserer Bundeskanzlerin: „Alkohol trieb mich in die CDU“. Bei Bill Kaulitz (Maskottchen von Tokio Hotel) heißt es in großen Lettern: „Das ist kein Haarspray – Meine Haare sind das Resultat von Tequila“. Und das Bild von Dirk Bach wird begleitet von: „Ich war mal mehrere Jahre lang Rettungsschwimmer, durchtrainiert, 1,90m groß und hetero – bis ich anfing zu trinken“.

Aber auch weniger furchtbare Darstellungen zieren die Bierdeckel. Dafür sind die dazugehörigen Texte umso schockierender. So steht unter dem Foto Adolf Hitlers: „Alkohol hat mich den Endsieg gekostet“. Und bei Osama bin Laden heißt es tragisch: „Alkoholkonsum hält mich immer wieder davon ab, neue Anschläge zu planen“. Etwas aus der Reihe fällt dagegen das Bild von Bambi, welches aber nicht weniger schocken dürfte. Der Text dazu lautet nämlich: „Der Jäger ist unschuldig. Meine Mutter hat sich totgesoffen“.

Viele Trinkexperten kritisieren jedoch die Aktion. Das Ziel, junge Menschen vor einem übermäßigen Alkoholkonsum zu warnen, könnte einen folgenschweren Nebeneffekt verursachen. Aufgrund der ekelhaften Fotos bestehe nämlich das Risiko, dass die Lust am Alkohol nicht nur eingedämmt, sondern für immer genommen wird. Denn wer will schon wie Dirk Bach enden oder, noch schlimmer, CDU-Parteimitglied werden?

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Von drinn‘ von der Börse komm ich her, und muss euch sagen, es kriselt sehr.

Frei nach Theodor Storms „Knecht Ruprecht“ (Von drauß‘ vom Walde komm ich her) und ganz im Zeichen der aktuellen Wirtschaftskrise:

Von drinn‘, von der Börse komm ich her,
und muss euch sagen, es kriselt sehr.
Allüberall auf den Managersitzen,
sah ich zitternde Hintern schwitzen,
und droben aus dem Reichstagstor,
sah mit kleinen Augen das Merkel hervor.

Und wie ich so strolcht durch die finstere Tann,
da rief’s mich mit ostdeutscher Stimme an:
„Paramantus“, rief es, „alter Gesell,
leer‘ deine Taschen und spute dich schnell,
die Steuern fangen zu wachsen an,
die Rezession ist aufgetan.

Und Alt und Jung, die sollen nun,
mir bald was richtig gutes tun,
denn nächstes Jahr flieg ich zur Erde,
dann soll ich wiedergewählt werden“.

Ich sprach: „Liebes Merkel,
nerv nicht, sei kein Ferkel.
Ich geh jetzt erstmal in die Stadt,
wo’s geldgierige Banker hat.“

„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier,
und auch das Seil und auch der Knebel,
sowie für schwere Fäll‘ der Säbel.

Das Merkel sprach: „So ist es Recht,
so geh mit Gott, du toller Hecht.“

Von drinn‘, von der Börse komm ich her,
ich muss euch sagen, es kriselt sehr!

Nun sprecht, wie ich’s hier innen find:
Sind’s böse Kind?
Sind’s sehr böse Kind?

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Heesters und Hitler: Die ganze Wahrheit

Kurz vor seinem gefühlten 490. Geburtstag soll Johannes Heesters in einem Interview, auf die Frage ob Hitler ein netter Bursche gewesen sei, geantwortet haben: „Ich kenn den Mann wenig. Ein Kerl, weißt du, das war er, ein guter Kerl.“ Heesters beteuerte jedoch hinterher, man habe ihm die Antworten gewissermaßen in den Mund gelegt. Es sei alles ganz anders:

Als Heesters sagte, Hitler sei ein guter Kerl, bezog er sich nicht auf dessen Person, sondern auf dessen Leistungen im Bett. In den frühen 30er Jahren habe Heesters nämlich eine Affäre mit dem späteren Diktator gehabt. Im Interview sei er daran erinnert worden und ins Schwelgen geraten. Daher habe er nicht mehr so genau auf den Inhalt der Frage geachtet, was dann zu einem Missverständnis führte.
Doch dann folgte die Sensation. Heesters fügte hinzu, wenn er schon dabei wäre alles richtig zu stellen, dann wolle er auch die Gelegenheit nutzen, etwas zu beichten, das ihm schon lange auf der Seele brennt:

„Was die Beziehung zu Hitler betrifft, so ging das Verhältnis nach kurzer Zeit in die Brüche, als ich anfing, mich mit einem jüdischen Freund zu treffen. Aus lauter Eifersucht begann Hitler einen Hass gegen Juden zu entwickeln und flüchtete sich zur Ablenkung in Gewaltfantasien. Aber das war mir egal. Niemals hätte ich gedacht, dass der Adi irgendetwas davon wahr werden lässt. Ich fühle mich schuldig und es ist einfach an der Zeit dazu zu stehen, denn ich möchte dieses Geheimnis nicht mit ins Grab nehmen… Ja, ich habe durch meine Untreue den zweiten Weltkrieg verursacht. Der Holocaust geht allein auf meine Kappe. Dafür möchte ich mich von ganzem Herzen entschuldigen. Wenn ich kann, werde ich jedem Juden, dem ich begegne, als kleine Wiedergutmachung einen Kaffee spendieren.“

Ruhe in Frieden.

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Selbstmord vor Webcam: Nachahmung erwünscht

Es ist schier unfassbar:

Vor laufender Webcam nahm sich der junge Mann in Florida das Leben, zwölf Stunden lang konnten Internet-User ihm dabei zusehen. Erst dann wurde die Polizei alarmiert. (Quelle: tagesspiegel.de)

Zwölf Stunden. Wahsninn. So lange wurden Internetuser zuletzt an ihren Bildschirmen gefesselt, als sie im WWW verzweifelt nach dem Gina-Lisa-Sexvideo gesucht haben. Daher ist es nur verständlich, dass Werbestrategen aus aller Welt nun verstärkt versuchen potentielle Selbstmörder ausfindig zu machen, um ihnen durch den Abschluss eines Werbevertrags die Chance zu geben, aus ihren letzten Stunden auf Erden noch ein wenig Kapital zu schlagen. Vorausgesetzt der Selbstmord findet live vor einer Webcam statt und wird einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt.

Der Selbstmörder kann dabei wahlweise ein Shirt oder eine Mütze mit einem entsprechenden Werbeaufdruck tragen oder im Hintergrund ein Plakat des betreffenden Produkts anbringen.

Eine wundervolle Idee. Unterhaltung für die Massen auf der einen und ein Geldsegen für die Hinterbliebenen auf der anderen Seite. Alternativ kann man das verdiente Geld natürlich auch einem wohltätigen Verein spenden, um ein paar Pluspunkte auf das suizidverschmutzte Seelenkonto zu packen. Man kann ja nie wissen.

Falls nun ein Suizidgefährdeter mitliest und mit dem Gedanken spielt, solch einen Werbevertrag abschließen zu wollen, aber die Vorstellung unangenehm findet, sich im Dolce&Gabbana-Hemd die Ferrari-Mütze vom Kopf zu schießen: Wir bieten jedem Selbstmörder Zwanzig Euro, wenn er während der Übertragung unsere Website mitsamt Adresse erwähnt. Es ist nicht viel Geld, aber man könnte sich vor dem Tod immerhin noch ein Los der „Aktion Manager“-Lotterie kaufen.

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Weihnachten: Schlimmer als Anglizismen

wsale

Yeah. Ein Weihnachtssale mit ganz vielen Sonderofferings. Habe aber nichts gekauft, da meine Briefbag zur Zeit nicht so viel hergibt. Stattdessen ging ich lieber noch in die Innencity, um ein Glühwine zu trinken und um mich mal im Vorout nach einem Tannentree umzuschauen.

Dann musste ich auch schon nach Hause fahren, denn es war Zeit fürs Abendfood. Und ich wollte zudem noch meinen Staubsucker reparieren, da ich gestern endlich daran gedacht hatte mir von meinem alten Schulfriend einen Schraubenpuller zu leihen.

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