Fundstücke
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Hilfe, die Rentner sind los!

Im hohen Alter werden die Menschen absolut unberechenbar. Je näher der Tod rückt, desto verrückter werden ihre Vorstellungen einer gelungenen Freizeitbeschäftigung. Einige gehen vermehrt Wandern, Bergsteigen, Jagen, Kanu fahren, arbeiten das Kamasutra schrittweise ab oder werden Telefonisten im Erotik-Call-Center. Andere wiederum nehmen an illegalen Straßenrennen teil, treten Söldnertruppen in Krisengebieten bei, befestigen sich falsche Haarteile an noch nie behaart gewesenen Körperstellen oder fangen damit an, grundsätzlich nur noch bei Rot über die Straße zu gehen. Kurzum: Sie drehen durch!

Senioren sind die einzigen wahren Rebellen unserer geschundenen Zivilisation, weil sie sich den Luxus leisten können nichts mehr verlieren zu können. Das führt in manchen Fällen sogar so weit, dass “Rentner” in gewissen Gegenden ein Synonym für “Gesetzlose” oder “wildgewordene Schrecken” geworden ist.

Folgende Meldung spricht für sich:

Beim Stechen in Autoreifen ist eine 88 Jahre alte Frau in Rockenhausen in der Pfalz von der Polizei erwischt worden. Die Rentnerin soll insgesamt 70 Autoreifen zerstochen haben. Die Polizei: “Über ihr Motiv schweigt sie.” (Quelle: abendblatt.de)

In Anbetracht der Tatsache, dass unser Gesundheitssystem zumindest in der Hinsicht so gut ist, dass die Lebenserwartung immer größer wird, sehe ich einen Grund in Panik zu geraten.

Hilfe.

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Der Selbstmord-Automat

Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht: Ein Hamburger Politiker hat vor kurzem einen Apparat vorgestellt, der todkranken Menschen den Suizid ermöglicht. Dies soll eine Alternative zur Sterbehilfe darstellen, die in Deutschland (noch) verboten ist.

[...] Per Knopfdruck wird der Motor der grünen Maschine in Gang gesetzt, der dann aus zwei Spritzen ein Narkotikum und Kaliumchlorid in die Venen presst. [...] Ein Arzt muss zuvor lediglich eine Kanüle legen. Bevor der Patient auf diese Weise sterbe, müsse ein Arzt ein Gutachten erstellen. Dieser müsse feststellen, dass der Patient unheilbar krank ist, der Sterbewunsch bei vollem Bewusstsein geäußert wurde und dass sich der Sterbewillige ausreichend mit Alternativen zum Suizid beschäftigt hat. [...]
(Quelle: welt.de)

Eine Selbstmord-Maschine also. Warum entwickelt jemand sowas, wenn es doch bereits einen solchen Apparat gibt: Den guten alten Fön. Gut, ich gebe zu, man braucht neben dem Fön noch eine volle Badewanne und die nötige Überwindungskraft mit Getöse aus der Welt zu scheiden, aber dafür versprüht das Ganze einen Hauch von Dramatik.
Andererseits ist ein bettlegeriger Mensch u.U. nicht mal mehr in der Lage den Fön anzuschließen, sodass diese neuentwickelte Maschine wohl in der Tat ein Segen darstellen könnte.

Wie auch immer, ich erkenne in dieser Erfindung aber hauptsächlich was anderes: Wenn man die Maschine in ihrer tödlichen Funktion etwas einschränken und dann  serienmäßig für den freien Markt produzieren würde, wäre sie durch ihre symbolische Aussage das perfekte Geschenk für unliebsame Zeitgenossen.

Aufgepasst:

Man hat von seiner Freundin genug und weiß nicht wie man ihr begreiflich machen soll, dass sie sich zu einer dummen Ziege entwickelt hat und sie sich zum Teufel scheren kann?
Sag es mit einer Selbstmord-Maschine. “Schatz, ich habe ein Geschenk für dich, das all das ausdrückt, was ich für dich empfinde”.

Der Ur-Ur-Opa ist schon 126, steckt mit einem Bein bereits im Grab, liegt nur noch auf der Tasche, treibt einen mit seiner Schwärmerei für die NSDAP in den Wahnsinn und weigert sich in ein Altersheim zu gehen, man traut sich aber nicht ihm zu sagen, dass man seine Anwesenheit nicht mehr erträgt?
“Adolf, wir haben alle für dich zusammengelegt um dir dieses Geschenk kaufen zu können.”

Man kündigt endlich die langweilige Arbeitsstelle, weil man eine neue Anstellung gefunden hat und will seinem Chef nochmal so richtig die Meinung geigen, hat aber vielleicht nicht den Mut dazu?
Lass den Selbstmord-Automat sprechen. “Chef, ich habe ein Geschenk für Sie… Als Zeichen meiner Dankbarkeit für Sie gearbeitet haben zu dürfen.”

Na? Wäre doch eine feine Sache.

 
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Immer weniger Deutsche haben einen Vogel

Bitte was? Das ist ja wohl ein Witz. Ich könnte tagtäglich mindestens ein Dutzend Gegenbeweise erbringen.

Zum Beispiel der Kerl, der mich neulich nachts am Bahnhof angesprochen hatte, ob ich ihm “was klar machen” könnte und auf mein schnippisches “verpiss dich” beinahe rückwärts hingefallen wäre.

Oder die Frau, die vor einigen Wochen bei meiner Arbeit angetanzt kam – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie fing tatsächlich mitten im Sexshop an zu tanzen, nur um mich dann zu fragen ob meine Kravatte mir meine Mama gekauft hätte und darauf kichernd wieder den Laden zu verlassen.

Oder die andere Frau, die öfters an der Straßenecke grundlos auf vorbeifahrende Radfahrer schimpft.

Oder der Depp, der mir letzten Monat im Zeitschriftenladen ein Magazin vors Gesicht hielt und laut “Boah, geile Titten oder?!” in meine Richtung hustete und nachdem ich ihm forsch gesagt hatte er solle sich um seinen eigenen Scheiss kümmern, anfing Walgeräusche von sich zu geben. Das sollte wohl mir gelten, doch ich hab’s nicht verstanden.

Oder all die Jugendlichen, die immer ganz hinten im Bus sitzen und sich gegenseitig ihre bekackten Klingeltöne vorspielen während sie dabei debil grunzen und lachen.

Oder das ganze asoziale Pack, das überall seinen Müll in der Stadt verteilt, in größeren Gruppen öffentliche Plätze besetzt, Bier trinkt und die Luft in einem 150-Meter-Radius mit seinem Dunst aus Schweiß, Urin und Alkohol verpestet.

Aber was ist das? …Stop. Halt.

Die Überschrift bezog sich nämlich gar nicht auf Leute mit einem Dachschaden, sondern meinte tatsächlich, dass immer weniger Deutsche einen Vogel zum Haustier haben… Na toll.

Wellensittich, Kanarienvogel und Co. sind in Deutschland als Haustiere im steten Sinkflug. Die Zahl der Ziervögel ging in zehn Jahren von fünf Millionen auf zuletzt 3,4 Millionen im Jahr 2007 zurück. “Die Ursache ist noch nicht erforscht. Wir vermuten, dass sich vor allem Kinder heute lieber ein Tier zum Schmusen wünschen”, sagte ein Sprecher des Industrieverbands Heimtierbedarf in Düsseldorf.

Die großen Gewinner bei den Haustieren (in jeder dritten deutschen Familie lebt ein Tier) sind Katzen, Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen. Die Zahl der Katzen stieg von 6,3 Millionen (1997) auf 7,9 Millionen.

(Quelle: abendblatt.de)

Kinder wollen also ein Tier zum schmusen? Und neben Katzen sind Hamster und Kaninchen die beliebtesten Haustiere? Ich kann mir nicht helfen, aber ich erkenne da einen kleinen Widerspruch. Wie kann man bitte mit einem Nagetier schmusen? Ein Hamster ist doch im Grunde nur ein lebender Knautschball mit Fell, der zudem noch stinkt und gefüttert werden muss. Des weiteren ist es kein Tier, das frei herumlaufen sollte, da man es jederzeit platt treten könnte.

Und Kaninchen? Die Zeit, als jeder einen Bugs Bunny haben wollte, ist doch schon längst vorbei. Was wollen also die Leute mit einem Kaninchen? Etwa auch schmusen? Also bitte…

Da bin ich doch froh, dass wenigstens die Katze auf Platz 1 gelandet ist. Der Hund – das wunderbarste Haustier überhaupt – liegt übrigens auf Platz 3 hinter den Nagetieren. Danach kommen die Fische und zuletzt die Vögel…

Auch wenn ich Nagetiere nicht sonderlich mag (von denen die meisten für mich nur lästiges Ungeziefer darstellen), bin ich froh, dass wenigstens Spinnen und Schlangen keinen Boom erleben. Ich hasse diese Viecher und es reicht mir, dass bereits zwei meiner Freunde solche dämonischen Bestien bei sich zu Hause beherbergen…

Da sind mir fast die Menschen mit einem Vogel lieber… Im doppelten Sinne.

 
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Mensch und Technik

Zunächst einmal ein kleiner Bericht zur Einstimmung:

Die Ansage des Navigationsgeräts lautete: An der nächsten Möglichkeit rechts abbiegen. Doch die Autofahrerin hatte keine Geduld – die 37-Jährige fuhr nicht in die nächste Straße hinter dem Bahnübergang, sondern bog direkt rechts ab. Damit landete sie im Gleisbett. [...] Die Fahrerin wurde laut Polizei nicht verletzt. Die Strecke bleib rund 20 Minuten gesperrt, vier Züge kamen verspätet.
(Quelle: spiegel.de)

Nein, ich werde keine Witze über Frauen am Steuer machen, denn diese Nachricht hat mich eher daran erinnert, wie abhängig der Mensch heutzutage von der Technik geworden ist. Auf der anderen Seite ist es erschreckend wie unfähig er ist ohne sie auszukommen. Technischer Schnick-Schnack scheint komplett das selbständige Denken zu ersetzen. Wo soll das bitte hinführen?

Mann springt aus dem 38. Stock – wegen defektem Kühlschrank.
Weil die Festplatte im High-Tech-Kühlschrank von Wilfried W. einen Defekt hatte, meldete die Stimme der Nahrungserkennungs-Software immerzu, dass sich keine Lebensmittel mehr im Kühlschrank befinden würden, obwohl eindeutig das Gegenteil der Fall war. Wilfried W. war mit der Situation überfordert, da aufgrund der Osterfeiertage die Geschäfte geschlossen waren und er der Forderung der Kühlschrankstimme nicht nachkommen konnte. In seiner Verzweiflung schrieb er einen Abschiedsbrief, in dem er seine Angst vorm Verhungern und seinen Willen, den Tod zu überlisten, festhielt. Dann sprang er aus dem Fenster. Ironischerweise befestigte er den Brief an der Kühlschranktür.

Und auf diese Meldung warte ich auch noch:

Frau gerät in Schuldenfalle – wegen ihrer Toilette.
Nichtsahnend verrichtete Adelheid P. ihr Geschäft auf der Toilette und folgte in diesem Fall wie immer den individuellen Anweisungen der Stimme ihres auf sie abgestimmten WC-4000A.L/1-Systems (kurz: WCS): Abwischen, Spülen, Händewaschen, Abtrocknen, Handtuch wieder aufhängen, usw..
Das WCS ist heutzutage kaum mehr aus deutschen Badezimmern wegzudenken, doch auch Computer können Fehler machen: Als Adelheid P. das Badezimmer verlassen wollte, vermeldete die Stimme ihres WCS aufgeregt “Achtung, Sie haben noch nicht gespült”. Adelheid P. hatte es zwar getan, aber sie vertraute ihrem WCS und spülte erneut.
Leider war ihr System kaputt, wie sich später herausstellte, sodass es immerzu meldete die Toilettenspülung sei noch nicht betätigt worden. Und Adelheid P. befolgte jedesmal die Anweisung. Sieben Tage am Stück, bis nach einem zufälligen Kurzschluss sich das WCS abschaltete. Am Ende des Monats belief sich ihre Wasserrechnung auf 47.869 Euro. Die Kosten werden ihr nicht erstattet.

Warum muss ich jetzt stark an diesen Song denken:

In The Year 2525

 
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Stoiber und der Transrapid

Eine der besten animierten Versionen von Stoibers berühmter Transrapid-Rede… Einfach urkomisch.

Und gerade jetzt ist sie wieder mehr oder weniger aktuell, da nun feststeht, dass in Bayern doch kein Transrapid gebaut wird:

Sollte der Magnetzug vom Hauptbahnhof zum Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt laut Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2002 noch 1,86 Milliarden Euro kosten, so beläuft sich die Kalkulation mittlerweile auf drei Milliarden. Bundesregierung, bayerische Landesregierung und Industrie haben beschlossen, die Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen nicht zu bauen.

(Quelle: abendblatt.de)

Schade?

 
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