Odenwaldschule weist erneute Missbrauchsvorwürfe zurück: „Wir haben doch erst Mai“

Die Odenwaldschule ist erneut ins Visier der Staatsanwälte geraten. Sie prüfen, ob ein Kinderarzt sich Schülern unangemessen genähert hat. Die Schule weist die Missbrauchsvorwürfe zurück. Es habe bisher noch keine sexuellen Übergriffe gegeben, teilte die Schulleitung mit.

Odenwaldschule„Wir haben doch erst Mai“, äußerte sich Internatsleiterin Juliana Volkmar. „Das ist nicht die Hochsaison für Kindesmissbrauch.“

Volkmar würde zwar die Anschuldigungen verstehen – an der Odenwaldschule wurden vor Jahrzehnten mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht – doch man sei ja schließlich keine katholische Einrichtung. „Bei uns dauert es eben ein bisschen länger, bis jemand zum Täter wird“, erklärte die Internatsleiterin. „Hier leben Schüler und Lehrer in einer Art Familienverband, da muss sich niemand beeilen.“

Außerdem führe die Staatsanwaltschaft bereits ein Ermittlungsverfahren gegen einen inzwischen entlassenen Lehrer, der gestanden hat, Kinderpornografie aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Das macht die Schulleitung zuversichtlich: „Bis der nächste Lehrer den heißen Versuchungen an unserer Schule erliegt, vergeht vielleicht noch etwas Zeit“, versicherte Volkmar.

Für alle Fälle haben die Lehrkräfte bereits Geld gesammelt, um dem kommenden Opfer und dessen Familie schnellstmöglich eine Entschädigung auszahlen zu können.

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