Von drinn‘ von der Börse komm ich her, und muss euch sagen, es kriselt sehr.

Frei nach Theodor Storms „Knecht Ruprecht“ (Von drauß‘ vom Walde komm ich her) und ganz im Zeichen der aktuellen Wirtschaftskrise:

Von drinn‘, von der Börse komm ich her,
und muss euch sagen, es kriselt sehr.
Allüberall auf den Managersitzen,
sah ich zitternde Hintern schwitzen,
und droben aus dem Reichstagstor,
sah mit kleinen Augen das Merkel hervor.

Und wie ich so strolcht durch die finstere Tann,
da rief’s mich mit ostdeutscher Stimme an:
„Paramantus“, rief es, „alter Gesell,
leer‘ deine Taschen und spute dich schnell,
die Steuern fangen zu wachsen an,
die Rezession ist aufgetan.

Und Alt und Jung, die sollen nun,
mir bald was richtig gutes tun,
denn nächstes Jahr flieg ich zur Erde,
dann soll ich wiedergewählt werden“.

Ich sprach: „Liebes Merkel,
nerv nicht, sei kein Ferkel.
Ich geh jetzt erstmal in die Stadt,
wo’s geldgierige Banker hat.“

„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier,
und auch das Seil und auch der Knebel,
sowie für schwere Fäll‘ der Säbel.

Das Merkel sprach: „So ist es Recht,
so geh mit Gott, du toller Hecht.“

Von drinn‘, von der Börse komm ich her,
ich muss euch sagen, es kriselt sehr!

Nun sprecht, wie ich’s hier innen find:
Sind’s böse Kind?
Sind’s sehr böse Kind?

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