Neuer Zwischenfall bei Madame Tussauds

Das Wachsfigurenkabinett kommt nicht zur Ruhe: Nachdem vor einigen Wochen Hitler der Kopf abgerissen wurde und sich die Medien daraufhin ein Rennen lieferten, wer zuerst mit der genialen Schlagzeile auftrumpfen würde, dass endlich ein erfolgreiches „Hitler-Attentat“ zu Stande kam, ereignete sich gestern im Berliner „Madame Tussauds“ erneut ein unschöner Zwischenfall.

Im Abschnitt für Menschen der aktuellen deutschen Zeitgeschichte fühlte sich ein scheinbar geistig verwirrter junger Mann zu einer Nachahmungstat bewogen und riss Günther Beckstein mit den Worten „Ich bin kein Killerspieler“ den Kopf ab.

Glücklicherweise handelte es sich dabei um den echten Günther Beckstein, der dort in der Nähe gerade als Besucher unterwegs war, sodass die Wachsfigur unbeschadet blieb. Dem Täter droht nun lebenslanges Hausverbot im Museum, weil er laut seiner Aussage nicht den echten, sondern durchaus den künstlichen Beckstein beschädigen wollte. Zudem muss er sämtliche Reinigungskosten tragen, die durch das besonders dickflüssige und überraschend ätzende Blut des (ehemaligen) bayerischen Ministerpräsidenten entstanden.

„Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass Herr Beckstein zufällig in unserem Hause verweilte; eine weitere kaputte Figur hätte uns nicht gut getan“, sagte ein Sprecher von Madame Tussauds gegenüber der Presse, bewies aber auch Sinn für Humor, als er scherzend hinzufügte: „Es ist bloß ärgerlich, dass die Figur nun umgesetzt weden muss. Tote können ja nicht bei den lebenden Personen herumstehen.“

Unterm Strich kann dieser Zwischenfall nur positiv gewertet werden, da eine bessere Werbung für die unfassbar echt aussehenden Figuren kaum möglich gewesen wäre. Kritiker sprechen sogar von einer Inszenierung des Vorfalls. Doch egal ob inszeniert oder nicht, Madame Tussauds ist erneut in der Presse und das ist das einzige, das von Seiten des Museums wohl zählt.