Neue Gefahr: WHO lässt Impfstoff gegen Luftverschmutzung entwickeln

In den letzten drei Jahren sind laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als sieben Millionen Menschen an den Folgen verschmutzter Luft gestorben. Luftverschmutzung sei inzwischen die größte Gesundheitsgefahr weltweit, sagte die Direktorin der WHO-Abteilung für öffentliche Gesundheit, Helga Meinersteht.

ImpfstoffAus diesem Grund soll es rechtzeitig vor dem Hochsommer, wenn die Umweltbelastung am stärksten ist, einen zuverlässigen Impfstoff geben. Das Mittel, bestehend aus abgeschwächtem Feinstaub und künstlich mutierten Ozonpartikel, ist laut WHO die einzige Hoffnung im Kampf gegen eine mögliche Pandemie. Vor einer Freigabe müssten aber erst alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt sein, sagte Meinersteht. Bislang habe der Impfstoff zwar keine nennenswerten Nebenwirkungen gezeigt, doch man werde die Entwicklung weiter aufmerksam beobachten müssen. Erste Tierversuche ergaben zudem, dass Luftverschmutzung aufgrund der gefährlichen Tröpfcheninfektion, also der direkten Verbreitung über die Luft, noch gefährlicher als Sonnenbrand ist.

Der Impfstoff wird spätestens ab Mai oder Juni nach und nach zur Verfügung gestellt. Dabei würden wohl die reichen Staaten, die bereits Verträge mit führenden Pharmakonzernen geschlossen haben, zuerst bedient. Die WHO setze aber darauf, dass auch die ärmeren Länder ausreichend versorgt werden.

Die inzwischen 37 Hersteller weltweit könnten etwa acht Milliarden Dosierungen im Jahr zur Verfügung stellen. Die WHO hatte mit einer Produktion von fünf Milliarden gerechnet. Erste Tests hätten aber gezeigt, dass, anders als bei der gefürchteten Schweinegrippe beispielsweise, in den allermeisten Fällen eine Impfung nicht ausreiche und auch nicht schade.

Die Bundesregierung kündigte unterdessen an, Impfstoff im Wert von 950 Millionen Euro einzukaufen.

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