Kreative Selbstmorde nehmen zu

suicideEine Badewanne voll heißen Wassers, eine Rasierklinge und eine Mozart-Sonate im Hintergrund waren früher alles, was man für einen stilvollen Abgang aus dem Leben benötigte, um sich von unkultivierten Brückenspringern und langweiligen Schlaftablettenschluckern abzuheben. Inzwischen scheint dies jedoch nicht mehr auszureichen. Wer heute Eindruck hinterlassen möchte, muss sich schon etwas ganz besonderes einfallen lassen. Batteriesäure rauchen. Anfang März als Babyrobbe verkleidet Urlaub in Kanada machen. Nonstop Casting-Shows gucken. Oder den Selbstmord als Mord tarnen, um sich mit der Nachwelt einen letzten Spaß zu erlauben.

Wie Letzteres funktionieren soll, zeigt ein aktueller Fall aus Berlin: Laut Polizei kam der 42 Jahre alte Andreas G. ums Leben, indem dieser zunächst einen Drogenhändler anzeigte, die Reifen seines eigenen Autos zerstach, Berufsschläger beauftragte ihn mit dem Tode zu bedrohen, bis er sich dann schließlich selbst die Kehle durchschnitt und zu guter Letzt noch ein großes Messer in die Brust rammte.

So sieht der klassische moderne Selbstmord aus. Dass einige Ewiggestrige dies natürlich nicht einsehen wollen und trotz aller Eindeutigkeit des Falls von Mord und Ermittlungspanne der Polizei sprechen, ist lediglich ein weiterer Beweis für die geniale Kreativität des freiwillig aus dem Leben Geschiedenen.

Da kann höchstens noch der Suizid des Mannes mithalten, der an Händen und Füßen gefesselt und mit 76 Messerstichen im Rücken tot im Bodensee treibend aufgefunden wurde.

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