Mischwesen aus Mensch und Tier geschaffen

Zuerst dachte ich nur: Wieso „geschaffen“? NPD-Wähler, diese Mischung aus Mensch und Hornochse, gibt es doch schon länger. Und Mensch-Esel-Chimären treten sogar im Fernsehen auf… Aber ich gebe zu, ich habe auf so eine Meldung lange gewartet:

Britische Forscher haben zum ersten Mal ein Mischwesen aus Mensch und Tier gezüchtet: Dabei wurde menschliches Erbgut in die Eizellen von Kühen übertragen. Anders als in Deutschland ist in Großbritannien die Schaffung so genannter Chimären oder Hybriden, also Mischwesen aus Mensch und Tier, legal. Wie das Team um Professor John Burn von der Newcastle University in Newcastle upon Tyne berichtet, haben sie das Erbgut aus einer menschlichen Hautzelle entnommen. Dieses menschliche Erbgut haben sie dann in die Eizelle einer Kuh injiziert, deren eigene Erbinformation zuvor entfernt wurde. Das Ergebnis: Menschliche DNA in Kuhverpackung. […] Die Embryonen, die die Forscher drei Tage lang am Leben erhielten, könnten aber niemals außerhalb des Labors weiterleben. „Im nächsten Schritt“, so Burn, „wollen wir die Embryonen sechs Tage lang leben lassen. Erst ab diesem Alter können wir Stammzellen gewinnen.“ Burn betonte: „Es stand nie zur Debatte, die Hybriden austragen zu lassen.“

(Quelle: welt.de)

Der Zweck ist aus medizinischer Hinsicht klar: Massenproduktion von Stammzellen. So müssten für die Stammzellenforschung nicht mehr zwangsläufig Zellen von menschlichen Embryonen herhalten, was ja durchaus ethisch sehr bedenklich sein kann. Allerdings frage ich mich, ob diese Sache hier nicht mindestens genauso viele ethische Bedenken verursacht…

Wie dem auch sei, wenn man ein wenig weiterdenkt, dann kann man sich eine äußerst skurille Zukunft vorstellen: Man stelle sich nur mal eine Welt voller Chimären vor. Wunderbar!

Die Ehefrau ein Engel, die Geliebte eine Succubus, die Schwiegermutter eine Harpyie, die Nachbarn eine herde Kentauren, der Arbeitskollege ein Satyr, der Chef ein Minotaurus. Dazu geht man am Wochenende mit der Meerjungfrau schwimmen und lässt sein Haus von Security-Sphingen bewachen… Nicht schlecht.

Bis dahin ist es sicher noch ein weiter Weg, doch ich glaube fest daran, dass es mal Wirklichkeit wird. Jawohl. Und wenn schon die Gentechnik mal so weit sein wird, dass Chimären zum Alltag dazugehören, dann hoffe ich, dass ich zu meinen Lebzeiten noch die Chance bekomme mit einem Pegasus fliegen zu dürfen. Oder wenigstens eine Katzenadlerkrebswieselrobbe als Haustier zu haben.

Man muss eben alles positiv sehen.

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