Ministerium, wechsel dich

Die gute Nachricht zuerst: Ursula von der Leyen legt ihr Amt als Bundesfamilienministerin nieder. Hurra! Die Schlechte Nachricht: Frau von der Leyen übernimmt das Sozial- und Arbeitsministerium vom zurückgetretenen Franz Josef Jung. Dieser zog die Konsequenzen aus den Kommunikationsfehlern bezüglich des Luftangriffs in Afghanistan am 4. September, bei dem etliche zivile Opfer zu beklagen waren. Damals war Jung noch Verteidigungsminister. Schließlich sei die Bundeswehr nicht im Krieg sondern nachwievor auf einer Friedensmission. Und da sind zivile Opfer nun mal unentschuldbar.

So bleibt uns die neunzehnfache Mutter also noch erhalten, was jedoch in Anbetracht der geplanten Umstrukturierungen gar nicht so übel erscheint. Ursula von der Leyen fackelt nämlich nicht lange und verspricht wagemutig die Arbeitslosigkeit rapide senken zu wollen und – das ist das besondere – auch zu können. Dafür möchte sie das seinerseits gescheiterte Zugangserschwerungsgesetz aus der Versenkung holen, wie sie stolz anführte. An das neue Arbeitsressort entsprechend angepasst, bedeutet das, dass ab dem 1. Januar 2010 die Arbeitslosigkeit weitgehend zensiert wird. Somit verschwinden die ungeliebten Arbeitslosenzahlen nach und nach von der Bildfläche, frei nach dem bewährten Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Problem gelöst.

Genial.

Passend dazu wird auch das Logo der Agentur für Arbeit in ein stilisiertes Stoppschild geändert.

Neue Familienmnisterin wird übrigens die 32-jährige Kristina Köhler (CDU). Sie ist zwar, untypisch für diesen Posten, noch ledig und kinderlos, doch würde sie sich unverzüglich darum kümmern, indem sie schnellstmöglichst ihr Profil bei „ilove“ und „abenteuer18“ ändern werde, so Köhler in ihrer Amtseintrittsrede.

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