Kein Stierlauf mehr in Pamplona: In Zukunft werden stattdessen Wespen durch die Stadt getrieben

Wir lieben StiereJedes Jahr aufs Neue werden beim spanischen Volksfest „San Fermin“ aufgescheuchte Stiere durch die engen Gassen Pamplonas getrieben, wobei immer auch todesmutige Männer und Frauen zusammen mit den Stieren rennen.

Diese Tradition findet dieses Jahr jedoch ein Ende, wie der Stadtrat nun überraschend bekanntgab. Die Gründe dafür sind auf der einen Seite die vielen Unfälle, die sich in den letzten Jahren immens gehäuft haben, weil viele Stierläufer immer leichtsinniger wurden. Und auf der anderen Seite gibt die Stadt endlich dem Druck weltweiter Kritiker nach, die das Spektakel als Tierquälerei anprangern.

Das Fest als solches wird allerdings nicht abgeschafft. Damit wäre in Pamplona wohl auch nie jemand einverstanden gewesen. Lediglich die Stiere kommen nicht mehr zum Einsatz. Ihren Platz werden in Zukunft mehrere Hunderttausend Wespen einnehmen. Ein Kompromiss, mit dem auch Tierschützer leben können, da die Wespen am Ende des Festes nicht, wie die Stiere früher, getötet werden.

Der berühmte Lauf durch die schmalen Straßen wird somit beibehalten. Und wer es wagt, darf mit den Wespen natürlich mitlaufen und sich von ihnen jagen lassen. Die Route soll dabei, wie übrigens auch jeder Teilnehmer, großzügig mit Zuckerwasser eingesprüht werden, damit die Wespen auf dem vorgegebenen Weg bleiben und unbeteiligte Zuschauer nicht in Gefahr geraten.

Pamplonas Bürgermeister Pedro Falcones war zunächst skeptisch, doch inzwischen ist er, wie die meisten Spanier, sehr positiv auf diese Veränderung eingestellt: „Seien wir doch ehrlich, San Fermin ist deswegen so beliebt, weil alle sehen wollen, wie irgendwelche Trottel aufgespießt oder zertrampelt werden“, sagte Falcones. „Und nun können wir sehen, wie diese Trottel bis zur Unkenntlichkeit zerstochen werden! Super!“

Damit spricht er aus, was viele Spanier denken. Bei dem Stierlauf ging es schließlich schon lange nicht mehr um den religiösen Hintergrund. Das Fest ist zu einem touristischen Wahrzeichen geworden, der nun lediglich einen neuen Anstrich bekommt.

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