Hey Dschungelcamp oder Ode an den Dschungel

Danke, Dschungelcamp.

Kakerlaken weiß und schaumig knallen,
wenn Promizähne sie zerdrücken,
die durch den grünen Dschungel wallen
und die Zuschauer entzücken.
Mit Wonne treiben sie den Ekel,
und peitschen Schamesgrenzen locker,
und flammend auf die Sender-Egel
tropft dann die Quote Gold und Ocker.

Laut singend in der Nebelfrühe
ziehn sie ins krautige Gehege,
dort wo die Würde nur mit Mühe
noch stöhnt am feuchten Rand der Wege.
Die Promis greifen nach den Sternen,
dem Herakles gar gleichgestellt,
sie blicken tapfer in die Ferne,
wenn Anus-Suppe durch die Kehle fällt.

Die Luft verraucht, noch warm vom Öle,
dort faulen blaue Buschirsch-Nüsse,
das Leid schläft in der Medienhöhle,
die Camper sammeln Blutergüsse.
Sie hörn den ödesten der Laute,
das trübe Prominentenlglucksen,
der Dschungel singt, die Fernsehflaute
neigt sich im Dampf befleckter Buchsen.

Dschungelcamp

Ich bin Peter Huchel. Holt mich hier raus!

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