Heinrich Heine nimmt Abschied von der Glühbirne

Heinrich Heine ist hier stets ein gern gesehener Gastautor. Daher sind wir sehr froh, dass der Dichter sich erneut bei uns zu einem Thema äußert, das wohl nicht nur ihm besonders nahe geht: Das Ende der Glühbirne.

Du bist gestorben und weißt es nicht,
Erloschen ist dein Wolframlicht,
Zerbrochen ist dein heller Schein,
Du bist nun fort, ich bin allein.

In einer kalten Sommernacht
Hat die EU dich umgebracht;
In Scherben liegst du da, erkaltet,
Deine Wärme abgeschaltet.

Du hast die Nacht zum Tag gemacht,
Und wie die Sonne stets gelacht;
Nie mehr wirst du mich erfreuen,
Nie mehr deinen Glanz verstreuen.

Traurig senke ich mein Haupt,
Bin meiner Lichtquelle beraubt,
Im Dunkeln eine Träne fließt,
Als Quecksilber mein Herz umschließt.

Lebe wohl, geliebte Freundin…

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