Hallo, Radio!

Ja, ich gehöre zu den Menschen, die noch gerne Radio hören. Und nein, ich beziehe mich nicht (nur) aufs Internet-Radio, sondern in erster Linie auf die guten alten Radiosender aus dem Äther. Die, wofür anständige Menschen GEZ-Gebühren zahlen (nun darf man raten, ob ich dazu gehöre oder nicht).

Ich bin neulich mal wieder in den Genuss gekommen spät in der Nacht Auto zu fahren. Alleine. Und wie das so passieren kann, wenn man nicht mit dem eigenen Gefährt unterwegs ist – weil man es geliehen, gefunden oder gestohlen hat – findet man nur die falsche – oder gar keine – Musik vor. Radio ist dann die einzige akustische Alternative, wenn man keine Lust verspürt sich mit sich selbst zu unterhalten – man ist ja auch nicht immer in der Stimmung, nicht wahr?

Doch wie immer, wenn ich nachts im Auto das Radio einschalte, habe ich auch dieses mal wieder geschimpft. Warum? Weil auf nahezu allen Radiosendern, die ich anwählte, schmusige Schmalzmusik gespielt wurde. Natürlich nicht ununterbrochen, aber relativ betrachtet viel mehr als sonst. Man könnte nun meinen, dass nachts die Leute eher in Schmusestimmung sind, aber ich gehe trotzdem einfach mal davon aus, dass die meisten Radiohörer um diese Zeit Autofahrer sind. Allein die halbstündlichen Verkehrsdurchsagen sprechen doch eine deutliche Sprache. Oder gehören Staumeldungen und Blitzerhinweise neuerdings zum nächtlichen Liebesspiel dazu?

Ich finde es gibt als Autofahrer nichts schlimmeres als auf Radiosender angewiesen sein zu müssen, wenn diese nur Gute-Nacht-Musik spielen. Das fördert nicht gerade die Konzentration. Vor allem nicht auf längerer Fahrt.

Nun ja, das Schimpfen hat ja durchaus geholfen wach zu bleiben. Und immerhin baut man in Deutschland sehr stabile Stoßstangen, die bei Ermüdungserscheinungen des Fahrers kleine Hindernisse, wie Mülltonnen, Dornenbüsche, Rehe und Kinder, erfolgreich aus dem Weg räumen.

Trotzdem würde ich doch lieber mehr Abwechslung im Radio haben.