GEMA verlangt Gebührennachzahlung von der NSA

Die Abhöraktionen der NSA sorgten in Deutschland für viel Unmut. Doch außer den Amerikanern halbgare Entschuldigungen zu entlocken, konnte die Bundesregierung nichts erreichen. Nun scheinen die Bespitzelungen jedoch ein böses Nachspiel für die NSA zu haben.

Ausgerechnet die Verwertungsgesellschaft GEMA kontert nun und fordert von der NSA 510 Millionen Euro Nachzahlung für das Abspielen von geschützten Musikstücken während der Abhöraktionen. Schließlich habe die NSA nicht nur die Handy-Klingeltöne der Bundeskanzlerin auf Band, sondern auch zahlreiche Lieder aus privaten Haushalten und von professionellen Musikern. Ob bewusst oder nur zufällig – das ist der GEMA freilich egal.

NSA Lauschangriff„Das Mitschneiden und wiederholte Abspielen von Musik ist ohne entsprechende Gebühr selbstverständlich auch für NSA-Mitarbeiter strafbar“, stellte GEMA-Generaldirektorin Ursula Goebel klar. Das einmalige, lediglich direkte Mithören, würde eine Gebührenzahlung natürlich ausschließen, doch die Lauschangriffe wurden vorschriftsgemäß auch aufgenommen und für spätere Auswertungen mehrmals abgespielt, was eindeutig eine unerlaubte Darbietung darstelle.

Dass beim Abhören auch Musik mitgeschnitten wurde, ist der NSA zwar bewusst, doch habe man es nie für möglich gehalten, dass ihre Aktionen jemals öffentlich werden könnten. Für die GEMA ist das Ganze jedoch ein klarer Fall. In der Zentrale habe man laut eigener Aussage auch ohne Edward Snowden bereits früh erkannt, dass jemand im großen Stil Musik aus ganz Deutschland unerlaubt verbreitet. „Wir wollten zunächst abwarten, wie sich die Lage entwickelt, doch inzwischen ist das Maß voll!“, heißt es von Seiten der GEMA.

Die NSA hat nun bis Ende des Monats Zeit, das Geld zu bezahlen, ansonsten sieht man sich bei der GEMA gezwungen, die Abhörkanäle vorerst zu sperren. „Dieser Lauschangriff ist in deinem Land leider nicht verfügbar“ wäre dann alles, was NSA-Mitarbeiter hören würden.

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