Gebührenerhöhung: Wurdest du schon abGEZockt?

Wer kennt und liebt sie nicht, unsere  tolle Gebühreneinzugszentrale? Die 1976 aus dem Moskauer Inkassounternehmen Kowalski & Koslow hervorgegangene GEZ ist inzwischen eine der beliebtesten Organisationen Deutschlands. Nur die Zeugen Jehovas und diverse Kinderschänderhilfswerke ernten regelmäßig mehr Sympathien.

Dies könnte sich allerdings bald umkehren, denn unsere allerliebste Lieblings-GEZ plant in den kommenden Jahren einen Großangriff auf unsere Geldbeutel Herzen, um sich – obwohl natürlich schwer vorstellbar – noch beliebter zu machen: Wer nämlich ab 2013 weder Fernseher noch Radio, dafür aber einen internetfähigen Computer oder ein sogenanntes Smartphone sein Eigen nennt, wird nicht mehr wie bisher 5,76 Euro an die GEZ abtreten müssen, sondern endlich die vollen 17,98.  Juhu!

Und nicht nur das: Wer in Zukunft von der Gebühr befreit werden möchte, muss beweisen, dass er kein Empfangsgerät besitzt. Das bedeutet im Klartext: Die komplizierten Anmeldebriefe zum Ankreuzen fallen weg, stattdessen muss zunächst jeder Gebühren zahlen, auch wenn er keinerlei Geräte besitzt. Erst wenn man beweist, dass dies tatsächlich der Fall ist, entfällt die Zahlungspflicht.

Der euphorische GEZ-Fan fragt sich aber nun zurecht:

Tolle Sache. Doch wie soll ich das anstellen? Muss ich etwa die freundlichen GEZ-Mitarbeiter in meine Wohnung bitten? Wollte ich ja schon immer gerne tun, aber ich bin doch so furchtbar unordentlich und habe zudem auch nicht das nötige Kleingeld für einen würdigen Empfang mit Champagner und Prostituierten.

Die Antwort ist ganz einfach: Schicken Sie der GEZ lediglich Ihre nicht vorhandenen Kassenzettel für Ihre nicht vorhandenen Geräte. Schon haben Sie bewiesen, dass Sie nichts anzumelden haben. Total unkompliziert.

Fazit: Eine Gebührenerhöhung und die Umkehr der Beweislast. Wundervoll. Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen.

Schluss mit dem schlechten Gewissen also, welches einen als Internetnutzer immer plagt, weil man immerzu das Gefühl hat, nicht genug für die großzügigen Onlineangebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu bezahlen. Und wer zwar über einen Comuter, aber über gar keinen Internetanschluss verfügt, sollte sich keine Sorgen wegen überflüssiger Gebühren machen, sondern stattdessen lieber (mehr) Kindergeld beantragen. Auch und besonders wenn man gar keine Kinder hat. Immerhin besitzt man – frei nach der GEZ-Logik – die nötigen „Empfangsgeräte“ dafür.

2015 sollen übrigens auch Herdplatten, Kühlschränke und Herzschrittmacher gebührenpflichtig werden. Schließlich könne man damit schon heute rein theoretisch Radiowellen empfangen. Irgendwie. Bestimmt.

In diesem Sinne: Wurdest du schon abGEZockt?

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