EU beschließt Kunstfotos auf Zigarettenpackungen

Die EU will mit Schockfotos auf Zigarettenpackungen den Kampf gegen das Rauchen verstärken. Ekel-Bilder von verfaulten Zähnen, Krebsgeschwüren und Dschungel-Promis beim Hodenessen werden jedoch nicht zum Einsatz kommen. Stattdessen sollen Kunst und Kultur die nötige Abschreckung bringen.

„Gerade Jugendliche lassen sich von sogenannten Schockfotos überhaupt nicht beeinflussen“, sagt Dr. Rüdiger Gorki vom Berufsverband der Lungenärzte in Deutschland. „Die Erfahrungen mit den Warnhinweisen haben zudem gezeigt, dass eine gewisse Abstumpfung eintritt“. Weiterhin steht die eigene Gesundheit nicht mehr so hoch im Kurs, wie vor einigen Jahren. Sie belegt in den Antworten auf die Frage, was im Leben wichtig ist, nur noch den vierten Platz – hinter Internet, iPhone, Katzen und YOLO.

Aus diesem Grund müsse man die Jugend mit etwas schocken, das ihr tatsächlich Angst einjagt. Und das wäre in der heutigen Zeit ganz klar: Bildung. Etwa zwei Drittel der Packungsoberfläche sollen demnach Gemälde moderner Künstler sowie Kurzbiografien und Definitionen wichtiger Begriffe aus Geschichte und Literatur enthalten.

„Wir nutzen die natürliche Abneigung vor Wissen, um Jugendliche so zu verunsichern, dass sie die Finger vom Tabak lassen“, erklärt Dr. Gorki. Durch die Verknüpfung von Tabak mit Bildung sollen Zigaretten also in Zukunft den gleichen abschreckenden Effekt haben wie beispielsweise Bücher. „Unser Ziel ist es, Tabakläden ein ähnliches Image zu verpassen, wie ihn bereits Bibliotheken und Museen haben“.

Auf diese Weise rechnet die EU damit, die Zahl rauchender Jugendliche dauerhaft zu senken. Und so sehen die ersten Entwürfe für die neuen Warnhinweise aus:

Schockfoto Zigaretten 1 Schockfoto Zigaretten 2

 Schockfoto Zigaretten 4

Schockfoto Zigaretten 3