Erdogan verklagt jeden, der Böhmermanns Gedicht geliked hat

Erdogan

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (Abbildung ähnlich) hat eine einstweilige Verfügung gegen den Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner beantragt, weil dieser Solidarität mit Jan Böhmermann gezeigt hatte. Döpfner stellte sich öffentlich hinter Böhmermann und dessen Schmähgedicht, was Erdogan dazu brachte, juristisch dagegen vorzugehen.

Doch das ist noch längst nicht alles. Der türkische Präsident hat angekündigt, auch jeden einzelnen Menschen anzuklagen, der Böhmermanns Gedicht irgendwo auf Facebook mit einem „Like“ markiert hat. Dabei sei es nicht von Bedeutung, ob das Gedicht selbst oder nur ein kritischer Beitrag in diesem Zusammenhang geliked wurde.

An die Daten der Facebook-Nutzer will die Türkei mit Hilfe der NSA gelangen. „Wir verlangen vom amerikanischen Geheimdienst die vollständige Herausgabe aller benötigten Informationen. Sollte uns die NSA nicht helfen, verklagen wir sie ebenfalls wegen Unterstützung Böhmermanns“, drohte Erdogan.

In der Türkei ist der Staatspräsident dagegen bereits einen Schritt weiter. Dort ist er fest entschlossen das Lachen grundsätzlich zu verbieten. Parlamentssprecher Izmir Übül erklärt: „Wer lacht, lacht bestimmt nicht einfach nur so, sondern über Erdogan. Diesem blasphemischen Treiben müssen wir Einhalt gebieten, sonst hat Europa keine Zukunft“.