Endlich wieder ein Nazi-Überfall in München

Letztes Jahr war noch regelmäßig von jugendlichen Schlägern mit Migrationshintergrund zu hören, die in der Münchener U-Bahn Rentner zusammenschlagen und dann feige weglaufen. Ein Trend, der sich in ganz Deutschland schnell ausbreitete und viele Nachahmer fand. So zumindest ließ es uns die Presse wissen. Kaum war von einem Überfall die Rede, wusste man bereits, dass auf irgendeine Art und Weise ein Jugendlicher mit Migrationshintegrund seine unreinen Finger im Spiel hatte. Die Menschen fühlten sich in ihren Vorurteilen bestätigt, hetzten uns bei der Bundestagswahl die aktuelle Regierung auf den Hals und die Welt war in Ordnung. Grotesk zwar, aber eben doch in Ordnung.

Dass einseitige Berichterstattung allerdings auf Dauer langweilig wird, wissen die Medien zum Glück. Und so dürfen wir nach langer Zeit mal wieder etwas über einen Nazi-Überfall auf einen Ausländer lesen. Endlich. Menschen, die sich ihr Weltbild aus Zeitungsberichten basteln, mussten ja bereits annehmen, die Neonaziszene gäbe es gar nicht mehr oder deren Mitglieder seien allesamt zu faulen Weicheiern mutiert. Doch nichts da. Rechte Schläger liegen wieder im Trend. Und erneut geht dieser von München aus. Dort haben in der U-Bahn (wo auch sonst?) zwei Neonazis einen libanesischen Wachmann zusammengeschlagen. Damit haben die Medien also offiziell ein neues Kapitel in der Berichterstattung über Münchener U-Bahn-Schläger aufgeschlagen.

…………………………………………………………………………………………