Die lange Pause: (K)ein Blick zurück

Drei Monate. So lange herrschte hier Funkstille. Gemessen an der Bedeutung, die diese Website für mich hat, eine unvorstellbar lange Zeit. Dabei sollte es nur eine kurze Pause werden. Ein simpler Serverumzug, mehr nicht. Doch dummerweise schaffte mein ehemaliger Anbieter es tatsächlich mich so auf die Palme zu treiben, dass ich wutentbrannt der ganzen Netzwelt den Rücken gekehrt habe. Ich brauchte Urlaub und die sommerliche LARP-Saison bot zum Glück ausreichende Möglichkeiten.

Doch was war da genau passiert?

Der Ärger mit dem tollen Anbieter namens all-inclusive-webspace fing bereits Mitte November 2009 an. Der eine oder andere kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass die Website für einen Zeitraum von ca. zwei Wochen nicht erreichbar war. Der Grund: Ich wurde gehackt. Dies sollte jedoch erst Tage später mit Hilfe mehrerer hilfsbereiter Leser, anhand verschiedener Anzeichen festgestellt werden. So weit, so schlecht. Da ich zunächst aber einfach nur Angst um meine Website hatte und wissen wollte, was da passiert ist, fragte ich beim Support nach. Die Antwort, die übrigens lange auf sich warten ließ, war verblüffend. Man könne mir leider nur sagen, dass kein Fehler zu entdecken wäre. Wenn etwas nicht in Ordnung wäre, dann müsse ich wohl selbst Schuld gewesen sein. Aha. Tage später auf den möglichen Hack angesprochen, reagierte der Support dann zudem äußerst pampig. Zitat: „Wie kommen Sie auf diese Aussage das unser Server gehackt währe? Es spricht
nichts für diese Schutzbehauptung. […] Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen. Bis dahin macht es keinen Sinn auf dieser
Argumentationsbasis weiter zu machen.“
Argumentationsbasis? Ich hatte nur gefragt, ob denn ein Hack vorliegen könnte, da gewisse Anzeichen dafür sprächen, wie die plötzliche Löschung aller Daten oder das Ansteigen des Transfervolumens vom zweistelligen MB-Bereich auf über drei GB am Tag.

Wie gerne hätte ich da angerufen, um mal Klartext zu reden. Ich wollte schließlich nur genau wissen, was passiert ist. Ich wollte Gewissheit haben, dass da nicht jemand auf meinen angemieteten Platz auf dem Server hockt und sich mit meinem Account austobt. Leider konnte ich nicht anrufen. Der Support bietet nämlich nur eine teure 0900-Nummer an, die bei mir weder vom Festnetz noch vom Handy aus erreichbar ist. Zu Recht. Und ich hatte keine Nerven, auch noch bei meinem Telefonanbieter diese Vorwahl freischalten zu lassen. Also ärgerte ich mich weiter per Email mit dem Serversupport herum.

Das Ende vom Lied lautete, dass der Hacker verschwunden war, ein Backup eingespielt wurde und scheinbar alles wie gewohnt weiterlief. Bis April diesen Jahres.

Erneut war die Website nicht richtig erreichbar. Diesmal jedoch zeigte die Fehlermeldung eine Serverüberlastung an. Nicht das erste mal, da meine Leserschaft durchaus immer höhere Kreise zog. Da wurde auch langsam überlegt auf einen größeren Server umzuziehen. Doch dieser Ausfall war anders. Der Server war ununterbrochen für Tage überlastet. Also was tun? Mal beim Support nachfragen. Und diesmal schien die Antwort einen Sinn zu ergeben: „Dieses Verhalten ist auf eine Limitierung der maximal offenen Verbindungen pro Domain zurückzuführen. Aktuell werden ab 15 neuen/offenen Verbindungen alle weitere Verbindungen abgeleht. Dies ist notwendig, um in einer Shared-Hosting Umgebung eine gerechte Lastenverteilung für alle Kunden zu gewährleisten. Sobald die Anzahl der offenen Verbindungen wieder unte 15 sinkt, ist Ihre Webseite für weitere Besucher wieder problemlos erreichbar.“ Also einfach warten. Und warten. Und warten. Ich versuchte stündlich die Website aufzurufen, doch nichts passierte. Bis es dann mal für kurze Zeit doch noch gelang. Und rein aus Gewohnheit heraus, loggte ich mich ein und schaute mir die Backlinks an. Zu meiner Überraschung befand sich da ein Link von meinem Serveranbieter. Die darüber aufgerufene Site zeigte tabellarisch alle Domains, die sich zusammen einen Server teilten, mit allen Zugriffsstatistiken, inklusive besagter offener Verbindungen. Erstaunlicherweise zeigte sich, dass nicht nur bei meiner Domain diese offenen Verbindungen mehr als voll waren. Zugriffe im zwölfstelligen (!) Bereich drängten sich gleichzeitig auf die möglichen 15. Dass da der Server zusammenklappt, ist klar. Offensichtlich handelte es sich dabei um eine sog. DoS-Attacke, denn auf natürliche Weise kommen solche Zugriffszahlen nicht von heute auf morgen zu Stande.

Dementsprechend wies ich den Support einfach mal darauf hin – auch wenn die Leute Bescheid wissen mussten. Ihre Antwort: „wie bereits mitgeteilt ist das Problem auf zuviele offene Verbindungen auf Ihre Domain zurückzuführen. Wir können darauf leider keinerlei Einfluss nehmen. Eventuell ist es sinnvoll, auf ein entsprechend größeres Webspacepaket umzuziehen.“

Klasse. Kommunizierte ich da vielleicht mit einer Maschine? Ich schrieb erneut, dass es wohl eindeutig ist, dass die Zugriffe nicht natürlich sind und dass man bitte eine Fehleranalyse machen solle. Schließlich war die Domain zu diesem Zeitpunkt seit fast zwei Wochen nicht mehr oder nur sehr bedingt erreichbar. Die späte Antwort darauf: „Es tut mir leid, aber wir haben in dieser Angelegenheit bereits zuviel Zeit aufgewendet. Eine Detailanalyse können wir hier nicht durchführen.“

So so… ich wollte nun so schnell wie möglich den Anbieter wechseln, doch scheute ich mich vor dem eventuellen Aufwand. Das kommt davon, wenn man so ein gemütlicher Mensch ist, wie ich. Also beschloss ich zu bleiben, aber auf ein größeres Webspacepaket umzuziehen, wie mir vorgeschlagen wurde. Die DoS-Attacke war zwar inzwischen vorbei, doch die vielen regulären Zugriffe verlangsamten die Website und verursachten weiterhin den einen oder anderen Serverausfall. Also schrieb ich an den Support, dass ich gerne wechseln würde…. Die Antwort:  „Fakt ist, dass auf Ihrer Seite (auch jetzt noch) zuviele Anfragen eingehen weshalb wir die Seite entsprechend beschränken mussten. Für uns als Serverbetreiber ist es nicht hinnehmbar, dass einzelne Kunden die Webserver über Gebühr beanspruchen. Ein größeres Paket würde hier auch keine Besserung bringen.“

Das war der Moment, als ich mir sagte: Ihr könnt mich alle mal. Ich ziehe auf einen komplett anderen Server um. Also machte ich mich auf die Suche. Und die dauerte, denn ich wollte mich nicht nur nach Erfahrungen umhören, sondern von den Anbietern selbst jedes kleine Detail wissen, bevor ich einen Umzug durchführte. Und ängengeblieben bin ich bei all-inkl.com, von dem ich bislang sehr angetan bin.

Hoffen wir von nun an das Beste. Auf jeden Fall darf man sagen: Es geht endlich weiter!

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