Der wahre Hintergrund der Aprilscherze

1. April

Jedes Jahr aufs Neue muss man sich am 1. April vor Millionen übermotivierten Scherzkeksen in Acht nehmen. Denn: Es ist an diesem Tag Tradition, seine Mitmenschen aufs Korn zu nehmen, sie mit erfundenen Geschichten hereinzulegen oder ihnen einen möglichst lustigen Streich zu spielen. Die Bandbreite reicht da vom klassischen “Du hast da was unter deinem Kinn” bis hin zum Abdecken der Toilette mit Klarsichtfolie oder das maskierte Auflauern in der Dunkelheit.

Doch was ist der Hintergrund dieser Tradition? Zunächst einmal sollte man festhalten, dass entgegen verbreiteter Vorstellungen, der Brauch nichts mit dem Überfall der Wikinger auf die damalige Hansestadt Danzig im April des Jahres 1390 zu tun hat. Ebensowenig beruht das Ganze auf die inszenierte Ermordung des später heilig gesprochenen Antonius Priehl. Diese Theorie wurde bereits 2003 widerlegt.

Der wahre Hintergrund der Aprilscherze liegt in der 80er Jahren des 17. jahrhunderts, im preußischen Potsdam. Damals überzogen Edhelm und Janbert, ein Brüderpaar mit dem Nachnahmen April, die Stadt mit heimtückischen Einbrüchen und Raubüberfällen, wovon meist Banken, Juweliere und Auktionshäuser betroffen waren. Passenderweise bewiesen die beiden einen gewissen Sinn für Humor, denn sie führten ihre Verbrechen stets im Monat April durch. Darüber hinaus hinterließen sie an jedem Tatort ihre Visitenkarte zurück: Ein weißer Zettel mit dem Schriftzug “April & April”.

Diese Dreistigkeit und die Tatsache, dass sie die Polizei des öfteren mit an einer Stelle angekündigten, aber an einem anderen Ort durchgeführten Überfall an der Nase herumführten, ließen die Brüder immer populärer werden. Das ging schließlich so weit, dass man ab dem ersten April regelrecht darauf wartete, von einem neuen Überfall zu hören. Und sobald der Monat begann, fingen die Menschen damit an, scherzhaft “das waren bestimmt April und April” zu sagen, wenn plötzlich der Lieblingshut unauffindbar, das Gemüse auf dem Markt ausverkauft oder die Postkutsche mal wieder zu spät dran war. Sobald etwas nicht stimmte, erwähnte man augenzwinkernd die April-Brüder. Und so ließ der nächste Schritt nicht lange auf sich warten. Bald waren die Brüder nämlich auch für kleine Streiche, die besonders bei Kindern und Jugendlichen große Beliebtheit fanden, verantwortlich. So bürgerte sich für derlei Momente schließlich im Laufe der Zeit die vereinfachte Redewendung “April, April” ein. Doch wer hätte damals schon vermutet, was daraus noch werden würde?

Edhelm und Janbert April konnten im Jahre 1688 endlich verhaftet werden, ihre Popularität konnte ihnen jedoch niemand mehr wegnehmen. Die “April-Scherze” hatten längst ihren Platz in der Gesellschaft gefunden. Der Brauch verbreitete sich rasend schnell, wobei man bis Mitte des 18. Jahrhunderts sich noch im ganzen Monat April vor Streichen hüten musste. Erst als nach und nach die Herkunft des Brauches in Vergessenheit geriet und sich immer mehr fremde Mythen darum rankten, formte sich im Laufe der Zeit der erste April als besonderer Tag im Jahr, an dem man seine Mitmenschen mit der Ausrede “April, April” hereinlegen durfte – und bis heute darf.

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