Der Selbstmord-Automat

Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht: Ein Hamburger Politiker hat vor kurzem einen Apparat vorgestellt, der todkranken Menschen den Suizid ermöglicht. Dies soll eine Alternative zur Sterbehilfe darstellen, die in Deutschland (noch) verboten ist.

[…] Per Knopfdruck wird der Motor der grünen Maschine in Gang gesetzt, der dann aus zwei Spritzen ein Narkotikum und Kaliumchlorid in die Venen presst. […] Ein Arzt muss zuvor lediglich eine Kanüle legen. Bevor der Patient auf diese Weise sterbe, müsse ein Arzt ein Gutachten erstellen. Dieser müsse feststellen, dass der Patient unheilbar krank ist, der Sterbewunsch bei vollem Bewusstsein geäußert wurde und dass sich der Sterbewillige ausreichend mit Alternativen zum Suizid beschäftigt hat. […]
(Quelle: welt.de)

Eine Selbstmord-Maschine also. Warum entwickelt jemand sowas, wenn es doch bereits einen solchen Apparat gibt: Den guten alten Fön. Gut, ich gebe zu, man braucht neben dem Fön noch eine volle Badewanne und die nötige Überwindungskraft mit Getöse aus der Welt zu scheiden, aber dafür versprüht das Ganze einen Hauch von Dramatik.
Andererseits ist ein bettlegeriger Mensch u.U. nicht mal mehr in der Lage den Fön anzuschließen, sodass diese neuentwickelte Maschine wohl in der Tat ein Segen darstellen könnte.

Wie auch immer, ich erkenne in dieser Erfindung aber hauptsächlich was anderes: Wenn man die Maschine in ihrer tödlichen Funktion etwas einschränken und dann  serienmäßig für den freien Markt produzieren würde, wäre sie durch ihre symbolische Aussage das perfekte Geschenk für unliebsame Zeitgenossen.

Aufgepasst:

Man hat von seiner Freundin genug und weiß nicht wie man ihr begreiflich machen soll, dass sie sich zu einer dummen Ziege entwickelt hat und sie sich zum Teufel scheren kann?
Sag es mit einer Selbstmord-Maschine. „Schatz, ich habe ein Geschenk für dich, das all das ausdrückt, was ich für dich empfinde“.

Der Ur-Ur-Opa ist schon 126, steckt mit einem Bein bereits im Grab, liegt nur noch auf der Tasche, treibt einen mit seiner Schwärmerei für die NSDAP in den Wahnsinn und weigert sich in ein Altersheim zu gehen, man traut sich aber nicht ihm zu sagen, dass man seine Anwesenheit nicht mehr erträgt?
„Adolf, wir haben alle für dich zusammengelegt um dir dieses Geschenk kaufen zu können.“

Man kündigt endlich die langweilige Arbeitsstelle, weil man eine neue Anstellung gefunden hat und will seinem Chef nochmal so richtig die Meinung geigen, hat aber vielleicht nicht den Mut dazu?
Lass den Selbstmord-Automat sprechen. „Chef, ich habe ein Geschenk für Sie… Als Zeichen meiner Dankbarkeit für Sie gearbeitet haben zu dürfen.“

Na? Wäre doch eine feine Sache.