Das Kettenbrief-Massaker

Vor einiger Zeit bekam ich mal wieder einen Kettenbrief. Es ging um eine dringende Knochenmarkspende für eine Leukämiekranke und klang  sehr ernst. Zumindest auf den ersten Blick. Es wurde nämlich nach einem Spender mit einer bestimmten Blutgruppe gesucht, obwohl die Blutgruppe bei einer Knochenmarkspende völlig egal ist. Das Ganze war also mal wieder ein übler Scherz, um unschuldige Menschen zu belästigen.

Ich hätte die Nachricht aber sowieso nicht weitergeschickt. Kettenbriefe landen bei mir grundsätzlich immer in einer Sackgasse. Dass das leider nicht alle so sehen, ist aber nicht wirklich schlimm. Das ist es nur, wenn Menschen darauf hereinfallen und die im Brief angegebenen Email- oder Post-Adressen kontaktieren.

Wer mehr darüber erfahren möchte: Die TU Berlin hat eine schöne Übersicht zusammengestellt, die sich besonders die Kettenbrief-Fetischisten da draußen mal gründlich durchlesen sollten.

Andererseits hätte ich für alle, die von dem Hobby des Kettenbrief-Verschickens nicht genug bekommen können, noch etwas ganz besonderes:

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Achtung! Das ist kein Scherz! Ich brauche dringend Hilfe!

Durch eine unglückliche Fügung des Schicksals, bohrte sich vor einem halben Jahr ein Handtuchhalter durch meinen Schädel. Ich überlebte jedoch, weil zufälligerweise ein unberechenbarer Chemie-Cocktail in mir gärte, der dazu führte, dass mein Körper regenerative Fähigkeiten offenbarte und den Handtuchhalter vollständig absorbierte.

Doch als daraufhin meine Schweißdrüsen spontan eine neonpinkfarbene Flüssigkeit absonderten und mir schließlich ein Arm mit lauter Zehen statt Fingern aus der linken Hinterbacke herauszuwachsen begann, wurde deutlich, dass gesundheitlich irgendetwas nicht stimmen konnte. Zum Glück kam im selben Augenblick der Nachbarshund vorbei, der mir das Rezept für ein Heilmittel in die Hand drückte.

Inzwischen habe ich, bis auf eine, alle Zutaten beisammen. Diese letzte Zutat jedoch, die so einzigartig und einmalig auf der Welt ist – die vertrockneten Augäpfel eines heterosexuellen Synchronschwimmers – wird von einem Langzeitinformatikstudenten zurückgehalten. Um sie  bekommen zu können, musste ich mich auf eine perfide Wette einlassen: Bis 2013 muss die Website www.paramantus.net durchschnittlich 1.000 Besucher täglich aufweisen können. Andernfalls bleibe ich ein dreiarmiger, pinkschwitzender Mutant. Oder schlimmeres. Seit ein paar Wochen verspüre ich nämlich den merkwürdigen Wunsch BWL zu studieren und mich vegetarisch zu ernähren.

Bitte helft mir meine Wette zu gewinnen! Schicke diesen Brief an alle deine Kontakte weiter! Es geht um Leben und Tod!

Danke!