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Katholische Kirche beklagt zu wenig Satire in öffentlich-rechtlichen Medien

Laut Kolpingwerk, dem internationalen katholischen Sozialverband, würden die christlichen Kirchen in öffentlich-rechtlichen Medien immer weniger Spott ausgesetzt. Besonders hart treffe es die katholische Kirche, die trotz „großartiger Steilvorlagen“ kaum Beachtung bekäme. Jetzt fordert der Verband mehr Fairness.

In einem offenen Brief hat das Kolpingwerk die Kontrollgremien von ARD und ZDF gebeten, einen “aufmerksamen Blick” auf die Darstellung von Religion und Kirche in ihren Programmen zu werfen.

“Wir registrieren mit Sorge, dass die öffentlich-rechtlichen Medien immer weniger Beiträge ausstrahlen, in denen die christlichen Kirchen im Allgemeinen und die katholische Kirche im Besonderen durch den Kakao gezogen würden”, so der Kolping-Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger. Man habe schließlich „so viel mehr zu bieten, als nur Anspielungen auf Pädophilie und Witze über Tebartz-van Elst. Das kabarettistische Potential ist riesig.“

Ob die Kritik ankommt, ist fraglich. Viele Experten sehen nämlich die Schuld für mangelnde Satire bei der Kirche selbst. „Gerade die katholische Kirche ist berüchtigt für seine Realsatire“, erklärt Satire-Experte Peer Verser. „Wer das Zöllibat hochhält, in Aids-Hochburgen Kondome verteufelt, Mitarbeiter feuert, weil sie geschieden wurden oder vergewaltigten Frauen die Pille danach verweigert, der gibt sich ganz alleine der Lächerlichkeit preis. Da braucht es keine zusätzliche Satire mehr“.

Das Kolpingwerk zeigt sich jedoch kompromissbereit. Als Alternative zur ungenügenden Satire, sollen ARD und ZDF mindestens jeden Sonntag Monty Python‘s „Das Leben des Brian“ senden.

Priester

Grafik: Copyright by Marian Kamensky. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Papst Franziskus spricht Obdachlosen aus Paderborn heilig

Guennis BaumUnter großen Feierlichkeiten wurde am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom der verstorbene Günther Kobilansky aus Paderborn zum Heiligen erhoben. Mehr als eine Million Besucher waren beim Spektakel dabei. Kobilansky, der über 30 Jahre lang auf der Straße lebte und bei seinen Freunden nur als Günni bekannt war, soll im Sommer ’99 einen toten Baum wieder zum Leben erweckt haben. Dieses vom Vatikan bestätigte Wunder ereignete sich, als Günni in den frühen Morgenstunden volltrunken gegen den abgestorbenen Baum pinkelte. Der Urin ließ daraufhin auf “göttliche Weise” neue Blüten sprießen.

Bis heute ist “Günnis Baum” eine Pilgerstätte für Gläubige aus aller Welt. Für viele Menschen ist die Heiligsprechung daher längst überfällig gewesen. “Günni sprach oft davon, dass ihm Engel erschienen seien”, erzählen Freunde. “Meistens nach ein paar Flaschen Schnaps, da fühlte er sich Gott besonders nah.”

Papst Franziskus feierte den Paderborner nun gemeinsam mit 150 Kardinälen und etwa 1000 Bischöfen. Vor der tosenden Menge am Petersdom verlas Franziskus die Formel, mit der Günni in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen wurde. Damit kann er nun von allen Katholiken als Heiliger verehrt werden.

 
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Ostermesse: Papst Franziskus erinnert daran, dass Jesus für ein verlängertes Wochenende gestorben ist

Papst Franziskus hat am Sonntag mit weit über hunderttausend Menschen aus aller Welt die Ostermesse gefeiert. Auf dem festlich geschmückten Petersplatz erinnerte er daran, dass Jesus Christus sein Leben gab, damit die christliche Gesellschaft ein verlängertes Wochenende feiern kann. „Wäre Christus nicht auferstanden, würden wir keinen freien Montag an Ostern kennen“, mahnte Franziskus in seiner Rede.

PetersplatzIn seiner Osterbotschaft prangerte er die Monotonie in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter an und forderte mehr Vielfalt beziehungsweise auch mal etwas anderes als immer nur Katzenbilder.

Dabei rief er die versammelte Menge auf, ihr Facebook-Profil ernster zu nehmen. Das Profil müsse als “lebendige Quelle” des Glaubens wiederentdeckt werden. Während des Gottesdienstes stellte er schließlich zehn Erwachsenen und Kindern im Alter von sieben bis 58 Jahren ein vollständiges Profil bei Facebook ein.

Gleichzeitig ermunterte Franziskus die Gläubigen, sich ihre erste Begegnung mit einem Smartphone zu vergegenwärtigen. Es gelte die Erinnerung an jenen Moment zurückzuholen, “in dem es mich hat spüren lassen, dass es mich liebt und ich es liebe”, so Franziskus. Jeder müsse sich fragen, ob er seither Wege und Pfade gegangen sei, die dieses Ereignis in Vergessenheit geraten ließen.

Der Papst wandte sich zudem gegen schlechtes Fernsehprogramm und Verschwendung von Fernsehgebühren. Bei Sonnenschein in Rom rief er mehrmals zu einem Ende der Realityshows auf. “Für alle Völker der Erde bitten wir dich, oh Herr, der du den Tod besiegt hast, schenke uns deinen Frieden.”

Das Oberhaupt der katholischen Kirche kritisierte weiterhin die Situation in einigen Konfliktgebieten wie dem Berliner Flughafen, dem HSV oder dem Liebesleben von Sylvie Meis. Und in Bayern müssten die Bürger “endlich den Mut aufbringen, nicht immer die CSU zu wählen.” Franziskus lobte aber auch die “aufkeimenden Hoffnungen” in der Welt, wie beispielsweise durch die Annäherungen zwischen Dortmund- und Schalke-Fans.

Lesen Sie auch beim Postillon: Mehrheit der Deutschen dankbar, dass Jesus für ein extralanges Wochenende gestorben ist.

Foto: (C) Tanni / piqs.de / some rights reserved.

 

 
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“Il Mio Papa”: Erstes Papst-Magazin mit Gimmicks

Der italienische Verlag Mondadori bringt mit “Il Mio Papa” das weltweit erste Magazin auf den Markt, das ganz der Persönlichkeit von Papst Franziskus gewidmet ist. Das Magazin erscheint wöchentlich und wird sich vor allem mit religiösen und moralischen Themen befassen, soll aber auch den persönlichen Alltag im Vatikan “auf eine unvergleichliche Weise” beleuchten, hieß es. Was liest Franziskus beispielsweise auf der Toilette? Nimmt er lieber eine Dusche oder ein Bad? Alles Themen, die den Pontifex noch menschlicher machen sollen.

Um auch Kinder und Jugendliche für die Zeitschrift und den Katholizismus zu begeistern, wird jede Ausgabe ein sogenanntes Gimmick enthalten, ganz im Stil der beliebten Micky-Maus- und Yps-Hefte. Reliquien wie Nägel vom echten Kreuz Christi, Knochensplitter diverser Heiliger oder auch Sticker vergangener Päpste sollen die Sammelleidenschaft junger Katholiken anregen. Aber auch Bastelkrippen, Zucker-Rosenkränze, Scherzhostien und Stimmverzerrer, um wie Gott zu klingen, sind als Beilagen geplant.

“Ein geschultes Kreativ-Team sorgt dafür, dass uns die Ideen nicht ausgehen und jede Woche ein neues Geschenk die frommen Leser beglückt”, sagt Chefredakteur Mario Nette. Das Magazin, das mit einem Preis von 50 Cents startet, wird zudem regelmäßig ein Poster umfassen. Vorgesehen ist weiterhin ein Starschnitt von Papst Franziskus, mit einer oder zwei Seiten zum Sammeln und Ausschneiden. Die Teile sollen nach dem Zusammenkleben ein lebensgroßes Poster des Pontifex ergeben.

Il Mio Papa

 
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90 Prozent der US-Amerikaner bezweifeln Gravitationslehre

Neun von zehn US-Amerikanern haben einer Studie zufolge Zweifel an der Gravitationslehre. Mit anderen Worten, nur rund 9,5 Prozent seien davon überzeugt, dass Gott oder eine andere höhere Macht absolut keinen Einfluss auf die Anziehung von Masse hat.

Die anderen rund 90 Prozent der Befragten gaben an, dass ihrer Meinung nach Gott oder eine andere höhere Macht ganz oder zumindest teilweise für die Schwerkraft sowie auch andere Grundkräfte der Physik verantwortlich sei.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des AAAS-Wissenschaftsverbands (American Association for the Advancement of Science) in Chicago.

GravitationBei den Evangelikalen unter den Befragten sind laut der Umfrage sogar rund 97 Prozent dieser Ansicht. Mehr als die Hälfte von ihnen glaubt den Angaben zufolge an das Intelligent Falling. Dieser Glaube entstammt dem protestantischen Fundamentalismus und bestreitet das von Isaac Newton formulierte Gravitationsgesetz, nach dem jeder Massenpunkt auf jeden anderen Massenpunkt mit einer anziehenden Gravitationskraft einwirkt. Stattdessen wird der Standpunkt vertreten, dass jedes Objekt auf der Erde von Gott oder einer höheren Intelligenz sanft zu Boden gedrückt wird. Mehr als 40 Prozent der Evangelikalen sprechen sich zudem dafür aus, im Physikunterricht Intelligent Falling statt Gravitation zu lehren.

Weiterhin sieht etwa jeder dritte US-Amerikaner einen schweren Konflikt zwischen Religion und gesundem Menschenverstand, wie die Umfrage ergab. Und besonders beim Thema Gravitation gibt es anscheinend echte Spannungen, lautet das nüchterne Fazit der Befragung.

 
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