Kultur Archiv

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Jürgen Klopp moderiert “Wetten, Dass..?”

Es ist amtlich: Markus Lanz wird nicht mehr länger durch “Wetten, Dass..?” führen. Das ZDF reagiert damit auf die langanhaltende Kritik und beendet vorzeitig die Zusammenarbeit mit dem Moderator. Viel überraschender als die Trennung von Lanz, ist jedoch, wer sein Nachfolger sein wird: Bundesligatrainer Jürgen Klopp.

Eine weise Entscheidung, sagen nun viele, auch wenn es gleichzeitig Kritik hagelt. Schließlich würde das Konzept der Sendung das Gleiche bleiben. ZDF-Intendant Gunther Bunt erklärt daher, warum man sich beim Sender ausgerechnet für Klopp entschieden habe: “Die Show besitzt nachwievor ein tolles Format, aber Markus Lanz war immer viel zu brav, er weckte keine Emotionen und konnte darüber hinaus mit der ganzen Medien-Kritik nicht umgehen. Von Jürgen Klopp erwarten wir stattdessen, dass er die Gäste mehr anheizt und frechen Kritikern ordentlich eine vor den Lanz Latz knallt.”

Jürgen Klopp wütendDer sympathische Trainer, der für seine ehrlichen Gefühlsausbrüche berüchtigt ist,  soll die nach herrschender Meinung eingeschlafene Sendung also wieder mit Leben füllen. Um dies zu erreichen, werde er beispielsweise, anders als seine Vorgänger, keine Rücksicht auf den Prominentenstatus seiner Gäste nehmen, verspricht Klopp. “Wenn da irgendeiner einen Scheißauftritt hinlegt, dann hat er einen Scheißauftritt hingelegt, was anderes darf man dann auch nicht sagen.”

Auch die Wett-Teilnehmer wird Klopp in gewohnt euphorischer Manier, durch Anbrüllen und wüste Beschimpfungen, zu Höchstleistungen motivieren. Zuschauer, die dabei nicht laut genug klatschen, werden mit fuchtelnden Fäusten bedroht und einem zur wütenden Fratze verzerrten Gesicht angestarrt.

Ob Jürgen Klopp, so charismatisch er auch sein mag, für bessere Quoten sorgen kann, bleibt natürlich fraglich. Kritiker der Show sollten sich in Zukunft aber definitiv warm anziehen. “Wer mir da doofe Fragen stellt, kann sich auf genauso doofe Antworten gefasst machen”, kündigt der neue Moderator an. “Die sollen mir bloß nicht sagen, wie ich meinen Job zu machen habe, diese Arschlöcher!”

 
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Brockhaus: Relaunch mit Beiträgen im Twitter-Stil

Mitte 2013 gab Bertelsmann bekannt, dass die Brockhaus-Enzyklopädie, die Mutter aller Nachschlagewerke, komplett eingestellt wird. Der Verlag gab damit seine Lexikonsparte auf und verzichtete angesichts der Online-Konkurrenz notgedrungen auf seine Traditionsmarke. Das Geschäft mit dem Buchhandel reichte nicht mehr zum wirtschaftlichen Überleben aus, hieß es.

brockhausDoch nun soll der Brockhaus einen Neustart bekommen, und zwar mit dem Vorhaben, besonders junge Menschen wieder vom gedruckten Lexikon zu überzeugen. Dafür wird die Reihe ordentlich umgekrempelt, um hip und modern zu wirken. Das wichtigste Merkmal neben neuen Einträgen über DSDS-Teilnehmer, Youtube-Stars und YOLO, ist die Länge der Einträge. Ganz im Stil von Twitter wird nämlich kein einziger Artikel länger als 140 Zeichen sein. Dadurch sinkt auch die Anzahl der Gesamtbände von 24 auf 4, wovon sich Bertelsmann eine höhere Auflage verspricht.

“Natürlich mussten wir ein wenig kürzen”, lässt der Verlag verlauten, “aber 140 Zeichen über Sokrates oder den ersten Weltkrieg sind doch besser als gar keine”. Darüber hinaus werden die Lexikon-Einträge, sofern möglich, kräftig entstaubt und in einer leicht verständlichen Sprache verfasst. Damit soll der geringen Aufmerksamkeitsspanne heutiger Jugendlicher entgegengekommen werden.

Beispiel “Albrecht Dürer”:

1471 – 1528, deutscher Starkünstler des Humanismus, krasse Holzschnitte + Kupferstiche, berühmt für Selfies, erster Maler mit Autogrammkarte

 
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Buchverlage geben Morde in Auftrag, um Auflagen zu erhöhen

Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki, Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela oder Kabarettist Dieter Hildebrand: Alles faszinierende Persönlichkeiten, deren Biografien nach ihrem Tod zum Bestseller wurden. Eine Überraschung ist das natürlich nicht, immerhin würden Menschen selbst ein Stickeralbum mit Pupsgeruch kaufen, wenn es in den Medien besprochen wird. Handelt es sich dabei um die Biografie eines toten Prominenten, dann natürlich erst recht.

Insofern ist es nur verständlich, dass Verlage und Buchhandlungen stets jubeln, sobald der Tod einer prominenten Person bekannt wird, von der es eine oder im besten Fall gleich mehrere Biografien gibt. Da der Tod allerdings ein viel beschäftigter Zeitgenosse ist, hat sich der Handel entschlossen die Sense selbst in die Hand zu nehmen. So sollen mehrere Verlage bereits Auftragsmörder beschäftigen, um sie gezielt gegen Prominente einzusetzen, deren Biografien nicht den gewünschten Umsatz bringen.

Nicht Bettina WulffBeispiel Bettina Wulff: Ihr Buch “Jenseits des Protokolls” verkaufte sich damals unter Zuhilfenahme gezielt gestreuter Prostitutionsgerüchten schon ganz gut. Heute kräht jedoch kein Hahn mehr danach. Kein Wunder also, dass der Verlag da nachbessern möchte. “Man stelle sich nur vor, wie stark die Nachfrage plötzlich wieder wäre, wenn man Bettina Wulff tot in einem Bordell auffinden würde”, erklärt Verlagssprecher Harald Töpfer mit leuchtenden Augen.

Konkrete Pläne, Bettina Wulff ermorden zu lassen, gibt es allerdings noch nicht. Erst müssten die anvisierten Anschläge auf Karl-Theodor zu Guttenberg und Lothar Matthäus Früchte tragen. Deren Bücher wollen die Händler endlich mal in Bares umwandeln.

Ähnliches spielt sich auch in deutschen Buchhandlungen ab. So scheinen erstaunlich viele Buchhändler bereit zu sein, für einen höheren Umsatz über Leichen zu gehen: “Thilo Sarrazin möchte ich ja einfach nur so eins auf die Fresse geben”, erklärt Buchhändlerin Milly Tanth aus Dersewitz, “aber jetzt natürlich umso mehr, da die Medien das Ganze auf jeden Fall mit seinen Büchern in Verbindung bringen würden.”

Buchhändler Horst Rammelkammer aus Oberleitenbach geht noch einen Schritt weiter: “Wir bringen unseren Auszubildenden früh bei, wie sie Prominente mit umsatzschwachen Biografien am effektivsten vor Zügen, Bussen, usw. schubsen.”

Foto: Nicht Bettina Wulff

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Archäologie: Römer rauchten gerne Mentholzigaretten

Gold, Silber, Schmuck: Hobby-Archäologen haben in der Südpfalz eine nach Expertenangaben einmalige Entdeckung gemacht. Aufgrund der sorgfältigen Fundbearbeitung konnte der Schatz ziemlich genau auf den Zeitraum zwischen 43 v. Chr. und 1987 datiert werden.

Für die Archäologie ist diese Entdeckung ein Segen. Da archäologische Grabungen oft mit hohem Kosten- und Personalaufwand verbunden sind, stellen die Funde schatzwütiger Hobby-Archäologen und ausgebildeter Indiana-Jones-Fans immer wieder einen Gewinn für die Wissenschaft dar. Mit einfachen Werkzeugen wie Spitzhacke und Presslufthammer machen sie regelmäßig spektakuläre Entdeckungen.

Archäologisches Fundmaterial ist für die Forschung jedoch nur dann wertvoll, wenn es richtig dokumentiert wird, um es im entsprechenden Kontext untersuchen zu können. So sind die Umstände, wie ein Objekt dort gelandet ist, wo es gefunden wurde, im Grunde wichtiger, als das Objekt als solches. Hobby-Archäologen pflegen diese Vorgehensweise natürlich, daher wurde auch in diesem Fall jedes einzelne Detail auf einem großen Haufen gesammelt und anschließend mit maximaler Genauigkeit begutachtet. “Nachdem der Boden umgepflügt wurde, haben wir alles, was locker war, aufgeschüttet und dann mühsam gesiebt”, sagte Pflugführer Peer Ferser stolz. So trat nicht nur der Schatz zutage, sondern auch andere Dinge, die eine neue Sicht auf die Antike bieten.

Die spitzfindige Auswertung der Funde ergab schließlich, dass die alten Römer schon Metallkronkorken bauen konnten und in großen Mengen Mentholzigaretten rauchten.

Pflug

Foto: Hobby-Archäologen bei der empfindlichen Suche nach forschungsrelevantem Fundmaterial.

 
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Sensation: Dschungelcamp mit echten Prominenten

dschungelcamp_headerDie RTL-Dschungelshow “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!” war für den Kölner TV-Sender auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Traumhafte Einschaltquoten und die Gewissheit, dass das Format endlich im Mainstream angekommen ist, ließen alle Beteiligten jubeln.

Aus diesem Grund überlegt RTL nun, in Zukunft echte Prominente ins Dschungelcamp einziehen zu lassen. “Wir haben natürlich schon ein paar tolle C-Promis für die nächste Staffel aufgetrieben, doch bekommen wir auch viele Anfragen von wirklichen Prominenten, die mitmachen möchten”, sagte RTL-Sprecherin Isolde Baden.

Der Sender führt bereits erste Gespräche mit Ex-Papst Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger, Markus Lanz und Thilo Sarrazin. Für den Fall, dass diese Prominenten tatsächlich ins Dschungelcamp einziehen werden, sind auch individuelle, auf die Teilnehmer zugeschnittene Dschungelprüfungen denkbar. “Wir können uns zum Beispiel vorstellen, Thilo Sarrazin in einen Käfig mit 20 integrationsunwilligen Jugendlichen zu stecken”, schwärmt man bei RTL. Weiterhin wäre für Joseph Ratzinger eine Art Konzentrationstraining zwischen minderjährigen Ministranten interessant und Markus Lanz müsste vielleicht ein Interview mit sich selbst führen.

Natürlich soll auch der Ekel-Faktor nicht außer Acht gelassen werden, weshalb man zur Zeit mit der FDP-Zentrale über einen weiteren Teilnehmer verhandelt. “Ein FDP-Politiker wäre ein Traum. Doch egal, wen wir von den Liberalen bekommen, es wird dadurch garantiert sehr eklig werden im Dschungel”, verspricht RTL.

Wie würden aber die Zuschauer reagieren, wenn plötzlich Menschen im Dschungelcamp sitzen, die sie auch tatsächlich kennen? Darüber habe man sich schon Gedanken gemacht, heißt es. Geplant sei demzufolge eine ausgewogene Mischung aus A- und C-Prominenz, um nicht völlig mit dem bewährten Konzept zu brechen. Und die ersten C-Promis scheinen bereits festzustehen. RTL hat keine Kosten und Mühen gescheut, um in der nächsten Staffel ordentlich zu glänzen. Dabei sind: Constanze Harpen, die Synchronsprecherin von Bamm-Bamm Geröllheimer. Ben Zinka-Nister, der allererste Premiere-Abonnent (jetzt Sky). Und Klara Korn, die Tochter des Anwalts der ehemaligen Nachbarin des Mitbewohners eines Kellners, bei dem bereits vier Gäste das gleiche Essen bestellt haben, wie jemand, der Heike Makatsch mal versehentlich auf der Straße angerempelt hatte (ohne sich zu entschuldigen).

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