Lyrik Archiv

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Schokierender Bericht aus der Ostukraine

Die Meldungen aus der Ostukraine sind genauso zahlreich wie widersprüchlich. Ist das russische Militär einmarschiert oder nicht? Gibt es bereits ein Design für die Flagge Neurusslands? Verwenden die ukrainischen Soldaten eigentlich deutsche Waffen? Und liefert noch die Post in der Ostukraine aus?

Um Klarheit in die Sache zu bringen, haben wir unseren Krisenreporter Olli Dick van Cock nach Donezk geschickt. Dort konnte er sich ein genaues Bild von der Situation machen. Was er aus erster Hand berichtet, ist schockierend:

Dunkel war’s, das Licht schien helle,
Sand lag auf der nassen Flur,
als ein Panzer blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen neun Rebellen,
schweigend im Gebrüll vertieft,
als ein weißgeschminkter Russe,
auf der Straße Schlittschuh‘ lief.
Weiter rechts lag ein Soldat,
schwarzgelockt mit blondem Haar,
neben ihm ein Mondkalender,
nagelneu vom letzten Jahr,
in der Hand ein Schrotgewehr,
das mit Schmalz geladen war.

Donezk

(C) pixabay.com / some rights reserved

 
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Altukrainisches Volkslied

Das bekannteste Volkslied der Ukraine, von Frydrych Shlegov:

Es gehen zwei Butzerussen im Land herum,
mit kleinen Gewehren und großem Bumbum.

Der eine schleicht um unser Haus herum,
bidibum, ganz krumm, bidibum, bidibum.

Der andre schaut sich nach der Freiheit um,
mit dem kleinen Gewehr und dem großen Bumbum.

Dann drehen sich beide langsam herum,
die Bi-Ba-Butzerussen, bidibum, bidibum.

Gute Nacht, ihr Butzerussen, dreht euch wieder um,
mit euren kleinen Gewehren und großem Bumbum.

Die Bi-Ba-Butzerussen

(C) pixabay.com / some rights reserved.

 
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Verherrlichter Drogenkonsum im Bundestag

SPD-Abgeordneter Michael Hartmann gab zu, die gefährliche Droge Crystal Meth konsumiert zu haben. Ein Einzelfall? Oder ist Drogenkonsum im Bundestag allgegenwärtig? Auf jeden Fall lässt folgender Limmerick, den ein gewisser „Hermann Hesse“ an die Wand der Abgeordnetentoilette geschmiert hat, einiges vermuten…

Crystal, leuchte mir ins Herz hinein,
Koks, verweh mir Sorgen und Beschwerden!
Tiefere Wonne weiß ich nicht auf Erden,
als berauscht im Bundestag zu sein.

Nach jedem Trip dann einen Einlauf,
mit Hasch und Aspirin die Därme spülen,
während Pilze meine Sinne kühlen –
und alle Poren tun sich festlich auf.

So soll mir jeder neue Tag,
neue Freuden, neue Träume weisen,
bis die Geier um mich kreisen,
oder die Partei mich nicht mehr mag.

Crystal Meth

Grafik: Copyright by Andreas Prüstel. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Krieg, Oh, Fest der Freude

Die Rüstungsindustrie erlebt rosige Zeiten. Denn: Mehr Waffen braucht das Land… Welches? Na, am besten jedes, ihr Dummköpfe! Ein Beitrag von Martin Greif:

Krieg, Oh, Fest der Freude,
das auf blumiger Flur
wie auf besiedelter Heide,
feiert die menschliche Natur!
Rings aus allen Büschen,
schallt Gewehrgesang hervor,
sich geschwellt zu mischen,
in den Klagejubelchor.

Hass und Macht und Geld,
winden dir den Kranz,
der auf der ganzen Welt,
erstrahlt im Rüstungsglanz,
und den Mächtigen in Fülle,
volle Konten bringt,
bis die Totenstille,
ins Gefilde dringt.

ruestungsindustrie

Grafik: Copyright by Marcus Gottfried. Alle Rechte vorbehalten.

 
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Ein offener Brief an Wladimir Putin

Mascha Kaléko, galizische Dichterin und Pfannkuchenliebhaberin, richtet scharfe Worte an Putin:

Monsieur Merde, Sir Gun Machine, Graf Rotz,
da wären Sie ja wieder,
den Hof voll Panzer und maskierter Krieger,
treu ergeben, Ihnen, einem sturen Klotz.

Herr, setzen Sie sich doch nicht so in Szene,
mit Gas und Pollonium und so!
Selbst Ihr Gang zum Präsidentenklo
Entlockt mir eine saure Träne.

Kein Friedensschwur, kein Ständchen, keine Ode,
verschleiert Ihre schiefe Bahn,
Mon Dieu, ich kenne Ihren Feldzugsplan,
und die bewährte Offensivmethode.

Herr Putin

Grafik: Copyright by Marian Kamensky. Alle Rechte vorbehalten.

 
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