Bundeswehr greift Wildschweine an

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr mag zwar nachwievor umstritten sein, aber er ist wichtig für die Stabilisierung des Landes und stellt außerdem einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen den internationalen Terrorismus dar. Doch inzwischen muss umgedacht werden. Die Sicherheit Deutschlands wird nämlich nicht nur am Hindukusch verteidigt, sondern auch in heimischen Gemüsefeldern. Konkret ist hierbei die Rede von gefrässigen Wildschweinen, die Ernten vernichten und heimtückische Gräben wühlen, um ahnungslose Bauern in ihren Mähdreschern und Traktoren festzusetzen. Aus diesem Grund hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz die Bundeswehr um militärische Unterstützung gebeten, damit der Wildschweinterror endlich beendet wird.

Bundesverteidigungskarl zu Guttenberg bestätigte in einer ersten Stellungnahme die ernste Situation und sicherte prompt seine Hilfe zu. Geplant ist die Bereitstellung von 5000 Soldaten, mehreren Leopard-Panzern und mindestens einem Dutzend Tornado-Kampfjets, die ab kommender Woche zusammen mit den örtlichen Bauern einen ersten Vorstoß in die Wälder wagen sollen. Um das restliche Tierreich von diesem Einsatz zu überzeugen, werde man gezielt das Gerücht verbreiten, dass die Wildschweine mit Massenvernichtungstrüffel herumexperimentieren. Zudem wird Thilo Sarrazin ein Buch schreiben, in welchem er die These vertritt, die Wildschweine seien nicht integrationsfähig, würden den König der Tiere nicht anerkennen und hätten des weiteren Schuld am Tod von Bambis Mutter gehabt.

Es gibt allerdings auch Kritik. Rheinland-Pfalz ist schließlich nicht Afghanistan und Wildschweine sind keine Taliban. Das bedeutet, dass dieser Einsatz eine echte Herausforderung darstellen wird und die Truppen massive Gegenwehr mit sehr heftigen Gefechten erwarten dürfen. Die Wildschweine kennen das Gelände besser als jeder Soldat es jemals tun wollte, brutale Guerillakämpfe und tödliche Fallen sind somit das mindeste, worauf sich unsere Jungs in der gefährlichen Pfalz einstellen müssen. Auch darf man sich trotz der gut geführten Propaganda nicht auf die Unterstützung der anderen Tiere verlassen. Man sollte damit rechnen, dass Splittergruppen und Wildschweinsympathisanten lebensbedrohliche Sabotageakte führen, um die Moral der Truppen ins Wanken zu bringen.

Weiterhin sollte man bedenken, dass die Bundeswehr laut Grundgesetz keine Angriffskriege führen darf, doch sieht es in diesem Fall genau danach aus. Schließlich gibt es keine Belege dafür, wer den Konflikt zwischen Bauern und Schweinen letztendlich ausgelöst hat. Verteidigungstheodor zu Guttenberg ist sich jedoch sicher: „Wir tun hier das richtige. Deutschland ist schon die Wölfe losgeworden, hat die Bären vernichtet und jetzt wird es auch endlich die Wildschweine ausmerzen!“

Weidmannsheil.

drahtzieher1

Danke an Pirat, der uns mit den nötigen Hintergundinformationen versorgte.

Grafik: Copyright Marcus Gottfried, ce-comico.de

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