Buchtipp: Wayne Simmons – Grippe

HORROR

Zeit für eine neue Zombieapocalypse!

Die Geschichte spielt in Irland (was an und für sich schon mal ein neuer, interessanter Schauplatz ist) und wird aus der Sicht verschiedener Personen erzählt, die zunächst nichts miteinander zu tun haben, aber deren Wege sich später mehr oder weniger kreuzen. Darunter wären u.a. zwei befreundete Polizisten, ein IRA-Terrorist und ein Offizier. Allesamt ganz unterschiedliche Charaktere, die aber schließlich eins gemeinsam haben: den Kampf ums Überleben.

Im Prolog wird zunächst erzählt wie alles angefangen hat. Eine neue Grippe geht um, eine regelrechte Pandemie, gegen die es keine Heilung zu geben scheint. Die Menschen sind in Panik, die Medien kennen kein anderes Thema mehr, jedes Anzeichen von Schnupfen muss sofort gemeldet werden und wer mehrere Symptome aufweist, wird zur Sicherheit in seiner Wohnung erstmal vollständig isoliert.

Dann passiert jedoch das, was bei einer Zombieapocalypse unumgänglich ist. Die Grippe breitet sich aus und rafft die Infizierten schließlich dahin – nur damit sie nach einiger Zeit wieder die Augen aufschlagen und als seelenlose Untote die Straßen unsicher machen…

Ja, „Grippe“ ist eine typische Zombieapocalypse, die an die Filme von George Romero oder an Danny Boyles „28 Days Later“ erinnert. Das macht aber nichts, denn das Buch kann bestens unterhalten! Was es von anderen Zombie-Büchern zudem abhebt, ist die Tatsache, dass Simmons auf explizite Beschreibungen von platztenden Köpfen und faulenden Körpern verzichtet. Während andere Autoren da mit der Lupe ins Detail zu gehen scheinen, konzentriert sich Simmons lieber auf die bedrohliche Atmosphäre. Und das ist ihm hoch anzurechnen. Natürlich gibt es auch Action-Szenen, in denen es mal derbe zur Sache geht, aber der Focus liegt dennoch auf die Charaktere und das Grauen, das sie erleben müssen.

Wer also blutge Splatter-Orgien erwartet, ist hier eher falsch. Wer aber dagegen ein richtig tolles apocalyptisches Szenario mitfühlen möchte, dem sei „Grippe“ wärmstens empfohlen.

Taschenbuch, 280 Seiten
Euro 13,95