Brockhaus: Relaunch mit Beiträgen im Twitter-Stil

Mitte 2013 gab Bertelsmann bekannt, dass die Brockhaus-Enzyklopädie, die Mutter aller Nachschlagewerke, komplett eingestellt wird. Der Verlag gab damit seine Lexikonsparte auf und verzichtete angesichts der Online-Konkurrenz notgedrungen auf seine Traditionsmarke. Das Geschäft mit dem Buchhandel reichte nicht mehr zum wirtschaftlichen Überleben aus, hieß es.

brockhausDoch nun soll der Brockhaus einen Neustart bekommen, und zwar mit dem Vorhaben, besonders junge Menschen wieder vom gedruckten Lexikon zu überzeugen. Dafür wird die Reihe ordentlich umgekrempelt, um hip und modern zu wirken. Das wichtigste Merkmal neben neuen Einträgen über DSDS-Teilnehmer, Youtube-Stars und YOLO, ist die Länge der Einträge. Ganz im Stil von Twitter wird nämlich kein einziger Artikel länger als 140 Zeichen sein. Dadurch sinkt auch die Anzahl der Gesamtbände von 24 auf 4, wovon sich Bertelsmann eine höhere Auflage verspricht.

„Natürlich mussten wir ein wenig kürzen“, lässt der Verlag verlauten, „aber 140 Zeichen über Sokrates oder den ersten Weltkrieg sind doch besser als gar keine“. Darüber hinaus werden die Lexikon-Einträge, sofern möglich, kräftig entstaubt und in einer leicht verständlichen Sprache verfasst. Damit soll der geringen Aufmerksamkeitsspanne heutiger Jugendlicher entgegengekommen werden.

Beispiel „Albrecht Dürer“:

1471 – 1528, deutscher Starkünstler des Humanismus, krasse Holzschnitte + Kupferstiche, berühmt für Selfies, erster Maler mit Autogrammkarte